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Der Non-Marxismus. Finance, Maschinen, Dividuum

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2 Sep , 2016  

Der Non-Marxismus ist der erste Text in deutscher Sprache, der es unternimmt, François Laruelles Konzeption des Non- Marxismus im Licht seiner Non-Standard-Philosophie darzustellen. Es ist Laruelles Ziel, die philosophische Komponente des Marxismus so zu reduzieren, dass aus dem Zirkel eines auf sich selbst bezogenen Marxismus ausgebrochen werden kann, um zu einer generischen Wissenschaft zu gelangen. Allerdings konzipiert Laruelle seine eigene Science-Fiction immer
noch auf dem Terrain der Philosophie.

Die ausführliche Diskussion von Laruelles Konzeption des Non-Marxismus dient Szepanski dazu, die methodischen und inhaltlichen Grundlagen der marxistischen Kapital- und Finanztheorie neu zu denken. In Absetzung von Laruelle zielt Szepanskis Interesse stärker auf die Ökonomiekritik als generische Wissenschaft, auf die kritische Analyse der immanenten »Gesetzmäßigkeit« des Kapitals und der Relationen zur modernen Finance. Die Analyse betont die entscheidende Rolle der neuen Form des spekulativen Geldkapitals (Derivate) für die Aufrechterhaltung der kapitalistischen Machtbeziehungen.

Wenn das Kapital die Kapazität besitzt, sich als Selbstzweck zu setzen, dann beherrscht es sowohl die Produktions- als auch die Zirkulationssphäre. Es ist dabei nicht vom Einzelkapital, sondern vom Gesamtkapital als determinierender Instanz auszugehen, sodass die drei Bände des Kapital eigentlich von hinten zu lesen sind. Innerhalb des Kapitals als Gesamtkomplexion ist heute das finanzielle Kapital das zentrale Nervensystem. Das Konzept der Finance ist nicht an einen unabhängigen finanziellen Sektor oder einen spezifischen Typus von Institution gebunden, sondern ausnahmslos alle kapitalistischen Unternehmen führen wichtige finanzielle Operationen durch. Das finanzielle Kapital hat mit den Derivaten die Form des spekulativen Geldkapitals hervorgebracht, das zugleich als eine neue Machttechnologie funktioniert.

Im Abschnitt über die Maschinen widerspricht Szepanski der geläufigen Position, die Technik als ein neutrales Instrument aufzufassen, das vom Kapital oder alternativ postkapitalistisch angeeignet werden kann. Vielmehr geht es um das Spezifische des Einschreibens des Kapitalverhältnisses in die Verkettungen von Menschen-Maschinen und Maschinen-Maschinen, die beide auf einer gewissen Nicht-Linearität insistieren. Die Analyse der Technologie ist für die Bestimmung des Kapitalverhältnisses wesentlich. Zu unterscheiden sind das industriell-thermodynamische und das digitale Modell. Für das letztere sind Algorithmen, die als fixes Kapital fungieren, konstitutiv. Als Macht-Zeichen bewerten ihre Matheme und Semiotiken in Permanenz die Kapitalisierung der Zukunft.

Man nennt das moderne Subjekt „Dividuum“.

 

Non-Marxism is the first text in geman language, which presents François Laruelles concept of Non-Marxism with reference to his Non-standard-philosophy. Its the goal of Laruelle to reduce the philosophical components of marxism to escape from a self-centered marxism to actualize a new generic science. Yet Laruelle conceptualizes his own science-fiction still on the terrain of philosophy.

Szepanski uses the detailed discussion of Laruelles concept of Non-marxism to rethink methodological aspects of a marxist theory of capital and finance. Contrary to Laruelle Szepanski is more interested in the critics of economy through generic science, in the critical analysis of the immanent regularity of capital and the relations to modern finance. Szepanski stresses the crucial part of speculative money-capital (derivatives) for the maintenance of capitalist power-relations.

if capital has the capacity to set itself as an end it dominates the spheres of production and circulation. At the same time analysis has to start not from individual capital but Gesamtkapital as determination in the last instance, so that one should start reading the three volumes of Marx` Kapital  from the end. Finance is the central nervous system for capital. Finance does not sit on the top of a so called real economy, is not a seperated part of economy or an own institution, it pervades all organisations and all activities in economy. Financial capital has created with derivatives a new form of speculative capital which functions as a technology of power.

In his analysis of machines Szepanski contradicts the common position of understanding technics as  neutral means which can be used by capital or alternatively by a postcapitalist system. He analyses the specific inscription of capital into machine-human and machine-machine relations, which both insist on non-linearity. There has been divided between the industrial and the digital model. For the last algorithm as fixed capital is constitutive. As power signs mathems and semiotics evaluate the capitalization of the future.

The modern subject is called „dividuum“.

 

The book will be published in October 2016 by Laika

 

Inhalt

Einleitung
1. Der Non-Marxismus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67
1.1 Aspekte der Non-Standard-Philosophie . . . . . . . . . . . . 67
1.2 Das Ende der dialektischen Konstellation . . . . . . . . . . . . 73
1.3 Das Eine/Reale . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 81
1.4 Das Klonen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 89
1.5 Laruelle und der Marxismus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 94
1.6 Der Begriff Infrastruktur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .102
1.7 Determination-in-der-letzten-Instanz (DLI) . . . . . . . . . . . 106
1.8 Laruelle und generische Wissenschaft . . . . . . . . . . . . . 123
1.9 Laruelle und das Kapital . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 132
2. Kapitalisierung und Finance . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 139
2.1 Kapital . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .139
2.2 Geld und Kapital . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 140
2.3 Determination-in-der-letzten-Instanz in der Ökonomie . . . 164
2.4 Modelle der Wirtschaftswissenschaften . . . . . . . . . . . .190
2.5 Die falsche Unterscheidung zwischen finanziellem und
realem Kapital . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 208
2.6 Der Kapital-Staat-Nexus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 223
2.7 Die Ökonomie der Derivate . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 245
2.8 Das Derivat und die Différance . . . . . . . . . . . . . . . . 255
Exkurs zum Strategem der différance bei Derrida . . . . . . . . 259
2.9 Der Mythos um die Black Scholes Formel . . . . . . . . . . 264
2.10 Die zwei Zukünfte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 269
2.11Die Ontologie der Finance bei Suhail Malik. Die differanzielle
6
Preisbewegung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 276
2.12 Preis und Wert . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 289
2.13 Das Arkhéderivative . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 292
2.14 Aspekt einer marxistischen Finanztheorie . . . . . . . . . 297
3. Das Problem um die Maschinen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 331
3.1. Aufriss des Problems . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .331
3.2 Marx und Maschine . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 349
3.3 Laruelle und das Wesen der Technik . . . . . . . . . . . . . 380
3.4 Bahr und der gewagte Umgang mit den Maschinen . . . . 392
3.5 Die chaosmotischen Maschinen von Deleuze/Guattari . . . . 431
3.6 Was heißt Digitalität? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 453
3.7 Algorithmen und Diagramme . . . . . . . . . . . . . . . . . 463
3.8 Luciana Parisi und das Problem der Berechenbarkeit
der Unberechenbarkeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 474
3.9 Zelluläre Automaten und Maschine 4.0 . . . . . . . . . . . . 481
3.10 Big DATA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .489
4. Subjektivierung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 499
4.1 Die soziale Unterwerung und das Individuum . . . . . . . . 499
4.2. Die maschinische Indienstnahme
und das Dividuum

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