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Heidenreich/Heidenreich: Forderungen (2)

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24 Apr , 2016  

Zweiter Teil des Interviews zu dem 2015 erschienenen Buch  „Forderungen“ von Stefan Heidenreich & Ralph Heidenreich im Merve Verlag

Achim Szepanski (AS): Ist es nicht ein bisschen naiv, von der Neutralität der Verwaltung zu sprechen? Und höre ich da etwa auch Anklänge an die Neutralität von Maschinen heraus, die man entweder kapitalorientiert oder demokratisch/sozialistisch einsetzen könne? Zurück zum ersten Punkt. Hat nicht gerade die neomarxistische Staatsdebatte gezeigt, nennen wir einmal Agnoli, Poulantzas und selbst noch Foucault, dass die Verwaltung, die Ihr ja als ein effektives und rationales Instrument begreift, um Verfahren und politische Entscheidungen zu optimieren, eher als ein kompliziertes, das heißt von verschiedenen politischen und gegenüber politischen Entscheidungen unabhängigen wirtschaftlichen Positionen durchzogenes Machtgefüge zu verstehen ist? Zudem verschiebt sich die Macht heute immer stärker in informelle Institutionen, Gremien und Kommisionen, die die staatlichen Instanzen durchkreuzen und durchqueren. Während Poulantzas noch annahm, das diese Prozesse die Verwaltungen stärken würden, ist genau das Gegenteil eingetreten, ihre Wirkungsmächtigkeit wurde relativiert, was im Kontext der neuen Govenance Strategien diskutiert wird.

Heidenreich/Heidenreich (HH): „Neutralität“ der Verwaltung bezieht sich auch auf deren Unausweichlichkeit. wir haben also immer diese Verwaltungsebene. Neutral ist sie gegenüber Vorgaben, seien sie politischer, ökonomischer oder militärischer Natur. In dem Sinn ja: wäre Verwaltung eine Art von Maschine.

Ihre inhärente Rationalität strebt genau auf zwei Ziele: Selbsterhaltung und Effizienz, oder anders gesagt: Faulheit. Das ist etwas systemtheoretisch gedacht, in der Idee, wir könnten diese Verwaltungsmaschine vollkommen von den Interessensphären ausdifferenzieren. Darauf stützt sich unsere Vermutung, dass Verwaltungen notwendigerweise Revolutionen oder Übergängen vorausgehen und deren Ergebnis vorstrukturieren. Und zugleich erlaubt es uns, die Parallele von drei Machtstrukturen und ihren jeweils zugeordneten Utopien zu denken.

Trotzdem sind Verwaltungen immer eingebunden in ihre polit-ökonomische Umwelt. Das gilt für Stadtverwaltungen wie für die EZB. Letztere hat mit Banken zu tun und folgedessen beliebige Mengen Geld zur Verfügung, um Banken zu stützen. Lokale Verwaltungen handeln ähnlich – wenn auch auf niedrigerem Niveau – gegenüber der örtlichen Industrie. Gleichzeitig sind sie politisch regierbar, sie können Atomkraft fördern oder Wind und Solar. Und eine EZB kann ein Grundeinkommen verteilen, auch wenn die gegenwärtige Diskussion darüber, die wir in unserem Buch vorweggenommen haben, mir eher auf die Produktion von Hoffnung zu zielen scheint.

AS: Ähnlich prekär sieht es mit der Verwaltung der Finanzen durch die Zentralbanken aus. Der Begriff »quantitative easing« beschreibt Maßnahmen der Notenbank wie den dauerhaften Aufkauf von Wertpapieren der Geschäftsbanken, um deren Reserven zu erhöhen, wenn der Zinssatz schon bei Null liegt und eine expansive Geldpolitik weiterhin verfolgt werden soll. Dabei wurde im Zuge der Finanzkrise von 2008 ein Großteil der faulen Mortgage Backed Securities (MSB) bei den Notenbanken eingelagert und in den Bilanzen der Geschäftsbanken durch erstklassige Reserven ersetzt. Schon im Jahr 2009 waren die Geschäftsbanken mit Reserven gesättigt, sodass eine aktive Geldpolitik der Notenbanken qua Repo (Sale and Repurchase Agreement) kaum noch notwendig war und damit die Notenbanken ihren Einfluss auf die Geldschöpfung der Geschäftsbanken auch weitgehend verloren.

HH: Ebenfalls: ob notwendig oder nicht, die EZB fährt fort, den Kapitalmarkt mit 80 Mrd./Monat zu pimpen. Das sind rund 240 Euro pro Monat und Einwohner der Eurozone. Dass Geld in dieser Menge überhaupt bereitgestellt werden kann führt schon zu Debatten um ein „Helicopter-Money“ oder Grundeinkommen.

Prekär ist nicht die Lage der Verwaltung, sondern die der Wirtschaft, bzw. der Vermögen. Die Funktion der Verwaltung läuft, was immer man von ihren Maßnahmen halten mag. Sie fungiert als Transmissionsriemen in beliebige Richtung: von der Regierung gegenüber dem Geld (im Kriegsfall) und vom Geld oder den Vermögenden gegenüber der Regierung (wie derzeit). Der entscheidende Punkt für uns ist: die Verwaltung funktioniert. Im Gegensatz zu etwa den anderen Seiten, also der Regierung – die eher als eine Art postdemokratische „shell institution“ im Sinn von Giddens daher kommt.

AS) Durch die beschleunigte Kreditvergabe der Banken wird der Handel mit Aktien, Immobilien und Wertpapieren intensiviert, womit die Verschuldung bei den Banken wächst, auch derjenige Anteil, der bei steigenden Zentralbankzinsen nicht mehr bedient werden kann. Zudem bringen steigende Zentralbankzinsen die Blasen an den Finanzmärkten schneller zum platzen. Darauf müssen die Zentralbanken mit sofortigen Zinssenkungen reagieren und schließlich mit den riesigen QE-Programmen, um damit doch wieder nur den nächsten Krisenzyklus einzuleiten. Natürlich gibt es Ansätze, mit denen die Handlungskompetenz der Zentralbanken wieder zurückgewonnen werden soll (selbst noch der Goldstandard,100% Geld etc.), aber ohne die hier jetzt weiter zu diskutieren, wäre an Euch die Frage zu stellen, ob es in diesem Kontext wirklich darum geht, ob man bei im Keim schon existierenden rationalen Geldverwaltung nur noch die richtige Regierung bestimmen muss, um die Zentralbanken aus den Bewegungsgesetzen der Geldkapitalakkumulation herauszulösen.

HH: Beim Grundeinkommen geht es nicht um das Herauslösen der Zentralbanken aus der Kapitalakkumulation. Vielmehr soll diese durch die gestärkte Nachfrage wieder aufrecht erhalten und gefördert werden.

Der Zusammenhang ist doch der, dass des einen Schulden des anderen Vermögen sind. Es geht bei den Maßnahmen nicht um die Vervielfachung der Schulden, sondern um die der Vermögen. Was identisch ist, nur von dem dauernden Gerede über Schulden verdeckt wird. Nur über „Schulden“ zu reden, ist in diesem Fall der „red herring“, der uns vom eigentlichen Ziel, den Vermögen, weg führen soll. Dann jammern alle ein wenig über die Zentralbank, die scheinbar sinnlos so viele Schulden macht. Das ist ein good cop – bad cop-Spielchen, dazu da die Diskussion davon abzulenken, dass es darum geht Vermögenswerte zu stützen.

Für die Utopie der Finanzsphäre – deren Ziel immer nur sein kann, alle Vermögen zu erhalten – sind Zentralbanken zentral. Für eine Netzwerkutopie einer geldlosen Wirtschaftsform braucht es keine Zentralbank. Wobei die Zentralbanken soweit voraus durchaus schon denken, weshalb sie so großes Interesse an Bitcoin, insbesondere der Blockchain bzw. der „distributed ledger“-Methode, wie sie es nennen, haben.

AS) Was soll eine in den Routinen der Geldadministration schon angelegte Vernunft sein? Etwa die, dass das staatlich vorgeschriebene Geld – seine Funktion als Kauf– und Zahlungsmittel für den Handel mit Waren – von seiner Abhängigkeit von der Geldschöpfung der Geschäftsbanken, ihrer Kreditschöpfung befreit wird, obgleich diese Art der Geldkapitalakkumulation dem staatlichen Geld vorausgesetzt ist, wie der Staat sie auch zu sichern hat. Indem die Zentralbank ihr Geld zur Refinanzierung der Kreditgeschäfte der Banken verleiht, anerkennt sie das nach Profitzwecken geschöpfte Geld der Geschäftsbanken als gültige Zeichen und setzt deren Risikobereitschaft frei, ohne sie je zu kontrollieren zu können. Das gesetzliche Zahlungsmittel wird in seinem Wert gerade durch seinen Gebrauch als Reservefonds der Geschäftsbanken affiziert. Jede Krise zeigt dann noch das Scheitern der Geldpolitik an, die Geldschöpfung der privaten Banken in eine erwünschte Richtung zu lenken.

HH: Die Vernunft der Geldverwaltung beschränkt sich auf das Aufrechterhalten der Zahlungsflüsse. Dass das mit konventionellen Mitteln nicht mehr zu machen ist, beweisen die unkonventionellen Maßnahmen.

Die Krise der Geldpolitik ist aber selbst wieder ein Symptom einer grundlegenden Krise von Arbeit und Produktivität. Die hat ihre ökonomischen Ursachen in der Digitalisierung (Produktion von kopierbaren Nicht-Waren mit sozusagen imaginärer(nicht-reeller) Produktivität), ihre stoffliche Grundlage in der Endlichkeit des Planeten (vor allem der Senken, in die wir unsren Müll inkl. CO2 werfen) und ihren polit-ökonomischen Grund darin, dass es nichts mehr zu erobern gibt.

Der Ausweg im Sinne der Logik der Zahlungen besteht nun darin, bestehende Anlagegüter stets höher zu bewerten. Dies geschieht schon durch niedrige Zinsen und den Kauf von Wertpapieren durch die Zentralbanken und kann durch Helikopter-Money noch gesteigert werden. Letzteres eröffnet zudem wenigstens die Chance, die private Geldschöpfung wieder in Investitionen zu lenken.

AS) Das Mittel, das zu einer rationaleren Geldverwaltung führt, seht Ihr in der Verfeinerung der Modelle und Simulationsverfahren bis hin zu der Möglichkeit, schließlich jede einzelne ökonomische Transaktion abbilden zu können. BigData, Akzeleration und Netzwerk sind hier wohl die Stichworte. In den Computerwissenschaften nimmt man heute an, dass verteiltes Rechnen die beste Antwort auf Engpässe in der Konnektivität sei, in der Ökonomie spricht man von „Verbundeffekten“, die die beste Antwort auf die Verteilung in „Long Tails“ sei. Alexander Galloway spricht hier von der neuen Hegemonie eines Netzwerkdenkens, einem Präsentismus, mit dem die Netzwerke von vornherein gegen jede Historisierung immun gemacht werden sollen. Netzwerke werden entworfen als apriori konstruktiv und als post-ideologisch (indem sie Begriffe vergangener ideologischer Debatten ausdrücklich anerkennen und vereinnahmen – Dinge wie Heterogenität, Differenz, Wirkmächtigkeit und Subjektformation). Wie steht Ihr dazu?

HH: Es wird ohnehin schon nahezu jede einzelne Transaktion abgebildet, sieht man einmal von dem vergleichsweise geringen Anteil am Bargeld ab.

Es könnte durchaus Sinn machen, einige Begriffe der Netzwerktheorie zu übernehmen – nicht der soziologischen, sondern der informatischen: Clustering-Koeffizient als Inverses der Heterogenität, aggregierte Pfadlänge statt Differenz, BetweenCentrality statt Wirkmächtigkeit. Unser Ziel ist es ja nicht, uns über die entsprechende Terminologie in marxistische, deleuzianische oder dergleichen Diskurse einzuschreiben, die uns wenig bei dem Vorhaben helfen, ökonomische Verhältnisse und deren Effekte besser zu begreifen. Wir haben relativ viel Mühe darauf verwendet, den Slang der Zentralbanker zu verstehen – weil es sozusagen die ‚Sprache der Macht‘ ist, also der handelnden Figuren.

Ob Netzwerke nun als postideologisch oder nicht gelten, hat uns wenig gekümmert. Sie bestimmen unsere Lage, genau so wie es Medien gemacht haben. Ich glaube allerdings nicht, dass das allein eine ‚ideologische‘ Bestimmung ist.

AS) Daran anschließend die Frage zum Begriff des vernetzten Subjekts, das in Datenwolken schwebt und sich im Profil materialisiert. Dies lässt sich mit dem Begriff des Dividuums fassen. Ihr spricht die möglichen befreienden Wirkungen an, die sich aus der Verwaltung dieses Subjekts ergeben. Allerdings kommt dann nur der Vorschlag, die Verwaltung der entsprechenden Daten einem allgemeinen Interesse zu unterstellen. Wird aber die Subjektkonstitution durch Dividuen genauer beleuchtet, dann sind diese geteilte Existenzen, heute insbesondere passiv in maschinelle Intra-Verhältnisse eingebunden, das heißt an ökonomische, technologische, biopolitische und soziale Komplexe affektiv und kognitiv angeschlossen und in sie integriert, aber durch »Vielfachteilhaben« in den sozialen Medien und durch Aufteilungen und Streuungen ihrer mentalen Kapazitäten können sie bestimmte Subjektivierungen, die allerdings meistens unter keinem guten Stern stehen, auch aktiv hervorbringen. Die maschinische Indienstnahme, ein Begriff, den Deleuze/Guattari zur Kennzeichnung dieser Relation benutzen, ist als ein Modus der Verschränkung, des Anschlusses und der Kopplung, ja sogar des Verschmelzens von je schon biologisch geteilten Dividuen mit geteilten Maschinenkomplexen, die die Kontrolle und Regulation von Dividuen operationalisieren, zu verstehen. Was kann das freisetzen?

HH: Die Begriffe, die sich die Leute von sich selbst machen, sind von solchen Kommunikationsfeldern geprägt. Schon immer, und heute vielleicht intensiver als früher. Von ‚Indienstnahme‘ würden wir nicht sprechen. Das tut ja so, als gäbe es ein äußeres, unabhängiges Menschsein, das dann in Dienst genommen wird. Davon gehen wir nicht aus. Kommunikation – also ein auch und gerade technisch vermitteltes Verhältnis zu sich selbst, zu anderen und zu allen gemeinsam – konstituiert die entsprechenden Selbstbegriffe.

Aber was Ökonomie betrifft, ist das nicht unser Thema und interessiert uns auch nur in Grenzen. Was freigesetzt wird, findet nicht auf der Ebene der Einzelnen statt, sondern im Feld der Kommunikation. Was das wiederum freisetzen kann? Zum Beispiel eine ökonomische Kommunikationsform, in der Distribution und Allokation nicht mehr über Geld und Wert organisiert wird. Das ist eine epochale Veränderung, die unser ganzes Leben in fast allen Aspekten betrifft.

AS) Provokant gefragt, könnte der doch relativ problemlos dargestellte Übergang zu einer geldlosen Wirtschaft damit zu tun haben, dass Ihr das Geld nur von seinen drei Funktionen her bestimmt (Recheneinheit, Wertaufbewahrung und Tauschmittel) und Geld als Kapital, das heute ja im wesentlichen fiktives und spekulatives Kapital ist, ausklammert. Ist die Idee, dass neben der der Kapitalökonomie eine wesentliche Ökonomie zu finden sei, die die Grundlage einer humanen oder ahumanen Ökonomie bilde, und dass es möglich sei,diese universelle Ökonomie zu erneuern, nicht mythologisch?

HH: Sie scheint mythologisch nur dann, wenn man Kapital als naturgegeben oder unausweichlich annimmt. Dann wäre eine Wirtschaft ohne Geld tatsächlich eine widernatürliche Ordnung. Wir gehen davon aus, dass Wirtschaft als Organisationsfrage ein Netzwerkproblem darstellt, für das Geld – nicht zuletzt wegen seiner Neigung, sich in Kapital anzuhäufen – eine unvollkommene Lösung bietet. Daraus folgt, daß wir mittlerweile technische Möglichkeiten haben, die theoretische bessere Lösungen zulassen.

Wir gehen im übrigen nicht davon aus, dass dieser Übergang problemlos ablaufen wird. Im Gegenteil: natürlich werden sich die Vermögensbesitzer mit allen Mitteln dagegen wehren. Wobei es durchaus denkbar erscheint, dass sie an dem Umbau mithelfen, ohne es zu bemerken. Wahrscheinlich ist das bereits der Fall.

Die geldlose Ökonomie entsteht ja mindestens an drei Rändern des Gegenwärtigen:

a) im Sinne einer Star-Trek Ökonomie als Extremform des Grundeinkommens und

b) als Ökonomie der geldlosen Überflüssigen, so sie den Zugang zum Informationsnetz haben und c) in einer avantgardistischen Gemeinschaft von Gamern, die das Geld als unpraktisches und ungerechtes Verteilungsmedium hinter sich lassen.

AS) Ihr demontiert mit einigen Argumenten das bei Linken so liebgewonnene bedingungslose Grundeinkommen? Wies sehen diese Argumente aus?

HH: Ganz einfach: das Grundeinkommen ist das letzte Mittel, um das gegenwärtige Regime des FinanzFeudalismus aufrecht zu erhalten. Wenn quantitative Easing und Minuszinsen nichts helfen, wird es in irgendeiner Form zum Einsatz kommen. Es geht dabei nicht in erster Linie darum, Geld an irgendwelche zufälligen Empfänger zu verteilen. Ziel ist vielmehr, es ihnen so schnell wie möglich wieder abzunehmen, um den exorbitanten Vermögen mehr Fundament durch Fake-Konsum zu geben. Es geht – wie bei allen anderen derzeitigen Notmaßnahmen – allein um die Erhaltung der Vermögen.

AS) Ohne meinerseits weiter zu intervenieren, könnt Ihr kurz Eure Idee einer geldlosen Ökonomie skizzieren?

HH: Das machen wir im ganzen letzten Kapitel des Buches. Daher hier nur ganz kurz: du gehst in eine Bar, nimmst dir ein Bier und trinkst es. Es gibt Leute, die dir dabei geholfen haben, an das Bier zu kommen. Die Brauerin; die Ingenieurin, die die Braumaschine entworfen hat; der Fahrer, der das Bier gebracht hat; der Barkeeper, der es aus dem Kühlschrank holt und aufmacht. Es wird sich Gelegenheit bieten, ihnen deinerseits zu helfen; oder Freunden, die ihnen geholfen haben; oder Freunden von ihren Freunden.

Theoretischer gesagt: Geld ist ein mäßig effizientes Mittel, Distribution von Gütern und Allokation von Arbeiten zu regeln. Mäßig effizient vor allem deshalb, weil es gehortet wird und dazu tendiert, sich sehr ungleich zu verteilen. Die gesamte Wirtschaft zeigt sich in dem Ansatz als ein verteiltes Netzwerkproblem. In dem Moment, in dem wir eine Datensystem haben, das theoretisch alle Transaktionen umfassen kann – was nicht zentral geschehen muss – liegt es nahe, dass es günstigere Mittel und Regeln als Geld geben muss. Wie genau diese geldlose Ökonomie aussieht, wissen wir nicht. Unser letztes Kapitel ist eher eine Aufforderung, danach zu suchen. Und der Versuch, einige offene Fragen zu benennen: was etwa der Verzicht auf ein allgemeines Äquivalent und ein universelles Wertmaß mit sich bringt.

Der erste Teil des Interviews findet sich hier: http://non.copyriot.com/forderungen-interview-mit-heidenreichheidenreich/

Foto: Bernhard Weber

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