Biopolitics, GenericScience

Metabolic Rift or Metabolic Shift? Dialectics, Nature, and the World-Historical Method

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2 Okt , 2016  

…That influence brought Marx’s socio-ecological imagination to a wider audience. But success came at a price. Influenced by Foster’s reading of social metabolism as a rift of “nature and society” – rather than society-in-nature – Marx’s ecological thinking came to be narrowly understood, more or less cordoned off from the critique of political economy. “The” environment became just another – albeit a major – analytical object for Marxists. It did not compel a fundamental rethinking of how capital accumulation works, how it booms, and how it develops through accumulation crises – the core con-cerns of Marxist political economy. No major scholar represents this divide better than Foster, for whom the unflinching defense of the theory of monopoly capital couples with an equally vigorous defense of an ecologically-informed historical materialism – with very little cross-fertilization…

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Jason W. Moore wendet sich in diesem Beitrag gegen den von Descartes inspirierten Dualismus von Subjekt und äußerem Objekt bzw. von Gesellschaft und Natur, die sich als ontologisch selbständige Substanzen gegenüberstehen. Dieses Denken findet man nicht nur in der Neoklassik, sondern selbst noch bei marxistischen Denkern wie John Bellamy Foster.

Um den Dualismus zu überwinden versucht Moore, Gesellschaft und Natur nicht gegenüberzustellen, sondern Gesellschaft-in-der-Natur zu konzipieren, genauer, den Kapitalismus als ein umfassendes historisches Zivilisationsprojekt zu denken, in dem die Kapitalakkumulation sich in bestimmten Räumen und durch diese Räume vollzieht (in und durch die Natur), das heißt, es kommt zu ständigen Interpenetrationen zwischen Wirtschaft und Natur. Dem cartesianischen Substanzdualismus stellt Moore eine relationale Analyse dagegen, in der die Ökonomie/Gesellschaft Teile der Natur sind und umgekehrt die Natur in ihren historischen Ausgestaltungen Teil der Ökonomie/Gesellschaft ist.

Die historische Leistung des Kapitals besteht u.a. auch darin, in seinen Außenräumen (geographische Expansion plus Expansion in den sozialen und natürlichen Raum hinein) die Ressourcen unbezahlter Arbeit, billiger Energie und billiger Rohstoffe erschlossen zu haben. Mit  günstigen Investitionen wurden qua Kolonialismus,  Förderung von Öl und Kohle und Agrarindustrie hohe Energiemengen freigesetzt. Das Maß für diese Prozesse ist für Moore der ökologische Mehrwert: unbezahlte Arbeit/Kapital. Mit dieser relationalen Größe wird ein Materie- und  Energiestrom (Natur)  zu einer Kapitalmenge (Gesellschaft) in Beziehung setzt. Dieses Maß gilt für die gesamte Umwelt, für die Biosphäre und die Soziosphäre. Damit wird auch der Begriff der „Arbeit“ erweitert und umfasst nun neben der Lohnarbeit die unbezahlte Arbeit der Sklaven, der Frauen und des gesamten Ökosystems.

Der ökologische Mehrwert akutualisiert sich immer in historischen Prozessen. Dabei ist bspw. Öl keine einfach nur naturgegebene Ressource, sondern wird erst in dem Moment zu einer Ressource, wenn die Technik zu ihrer Förderung und zur Kapitalverwertung vorhanden ist. Und damit bestimmt die Natur nicht einfach die Grenzen des Kapitalwachstums, weil die äußeren Grenzen auch immer innere Grenzen der Kapitalökonomie sind. Zwar sind die verfügbaren Mengen an Öl endlich, ob diese Endlichkeit aber für Gesellschaftsformationen relevant ist, das hängt eben von der Sozio-Ökonomie und ihren Technologien selbst ab.

Achim Szepanski

 

 

Foto: Bernhard Weber

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