Mashines

On Galloway

By

25 Jun , 2015  

McKenzie Wark bezieht sich hier auf Galloways Schrift „The Interface Effect“ , in der Galloway den Computer unter anderem als eine Ethik-Maschine bestimmt, die zur Ideologie nur noch eine virtuelle Relation herstellt,  das heißt Ideologie wird heute als Software modelliert. An die Stelle von Ideologie sind Simulationen getreten.

In diesem Kontext bringt Galloway ein  neues Verständnis des Intraface ein, das als ein ästhetischer Typus Rand und Zentrum bedingungslos zusammenführt. Das Intraface kann wiederum in allgemeinere Bedeutungsregime übersetzt werden, die aus dem Double kohärente-inkohärente Politik (Organisation und Zersetzung) und kohärent-inkohärente Ästhetik (Funktion und Zersetzung) bestehen. Daraus entwickelt Galloway ein viergefaltetes Schema.

1) das ideologische Schema einer Ästhetik der Kohärenz und einer Politik der Kohärenz, wie man es etwas bei Michael Moore vorfindet.

2) das ethische Schema einer Ästhetik der Inkohärenz und einer Politik der Kohärenz, wie etwa bei Brecht, Badiou und der Punk Band Fugazi.

3) das poetische Schema einer Ästhetik der Kohärenz und einer Politik der Inkohärenz, das der Ästhetik die Priorität gegenüber der Politik gibt, wie etwa bei Deleuze.

4) das Schema der Wahrheit: eine Ästhetik der Inkohärenz und eine Politik der Inkohärenz. Das inhumane, nihilistische und dreckige Regime, wie man es etwa bei Nietzsche, Bataille, den Situationisten, dem frühen Lyotard und aktuell Paul Preciado findet.

Dies sind die vier Modi eines ästhetisch-politischen Interfaces. Während Galloway davon ausgeht, dass das gegenwärtige Regime zwischen (2) und (3) oszilliert, glaubt McKenzie Wark an die stärkere Oszillation zwischen (1) und (4).

Diese Teile von Spektakeln werden in den Kontrollgesellschaften umfassend von der Software simuliert, wobei sich für Galloway die Frage stellt, wie man sich dem radikal entziehen kann, während McKenzie Wark in Donna  Haraways Figur des Cyborgs weiterhin eine Möglichkeit sieht,  subersiv im Inneren des Spektakels zu agieren.

Achim Szepanski

 

Originalbeitrag hier

 

print

, ,

By


Schreibe einen Kommentar