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Tanz das Derivat! (deutsch/englisch)

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23 Okt , 2015  

Anmerkungen zum Ende der Ökonomie, zur Neuerfindung politischer Ökonomie und zu Randy Martins letztem Buch Knowledge LTD

“Auf den Ruinen der Ökonomie können wir schon die Selbstproduktion sehen – ein dezentriertes, verteiltes und zerstreutes Vermögen nicht nur zur Bewegung, sondern auch für die Erzeugung von Bewegung. Inmitten der zerfallenden Öffentlichkeit können wir eine Polyphonie kritischer Stimmen hören, die ihr Recht auf Selbstrepräsentation einfordern. Aus der Dekolonisierung der Kultur verstreut sich eine Saat, überall strömen Quellen aus und werden eingefangen, gesampelt und gepostet, im überschwänglichen Gewebe der Selbstverbreitung. Tanz und andere spezialisierte Praktiken der Bewegung machen auf diese derivativen Sozialitäten aufmerksam, sie eröffnen Möglichkeiten, soziale Werte zu sammeln, sie verweisen auf die Wege in unsere heutige Notlage und aus ihr heraus, sie verschieben die grundlegenden Regierungsweisen unserer Körper.“(1)

Acht Jahre nach Beginn der subprime crisis, mit der immer weiteren Verschärfung der sozialen Unterschiede zwischen den Regionen des Nordens und des Südens sowie Anzeichen einer Transformation des maschinischen Kapitalismus in Richtung verschärfter Autoritarismen ist es höchste Zeit für neue Ansätze der Ökonomietheorie. Die klassischen Positionen ökonomischer Theorie, und selbst ihre kritischen Anteile, haben keineswegs nur deswegen versagt, weil sie die Krise nicht vorhersehen konnten, sie sind einfach auch nicht in der Lage, sich in den Mechanismen des maschinischen Kapitalismus und gegen sie reflexiv und argumentativ zu bewähren, geschweige denn sich diskursiv durchzusetzen.

Es braucht einen neuen Anlauf politischer Ökonomie, der die Stärken marxistischer Theorien erneuert und zugleich die ökonomische Praxis historisch-anarchistischer, syndikalistischer und räterepublikanischer Alternativen ebenso in den Blick nimmt wie die aktuellsten Formen solidar-ökonomischer Praxen und Versuche neuer Subsistenz-Wirtschaft. Vor allem aber muss sich die avancierteste politische Philosophie eben überhaupt auch verstärkt ökonomischen Fragen zuwenden, und zwar auf der Höhe der neuesten technischen und finanzpolitischen Entwicklungen.

Es gibt einige Schritte in diese Richtung, etwa die Arbeiten des italienischen Ökonomen Christian Marazzi, jene der australischen queer-feministischen Theoretikerin Angela Mitropoulos, die Bücher Maurizio Lazzaratos über Schulden oder die Schriften von Stefano Harney zu Logistik und Algorithmen. In dieselbe Kerbe der Erprobung einer poststrukturalen politischen Ökonomie schlägt nun das neue und letzte Buch von Randy Martin. Tänzer, Performance- und Tanztheoretiker, Professor für Art and Pubic Policy an der New York University, Ökonom und Aktivist, starb er im Januar 2015. Posthum kam im Frühsommer bei Temple University Press sein Buch Knowledge LTD heraus. Der Untertitel des Buchs drückt das riesige Projekt Randy Martins deutlich aus: „Towards a Social Logic of the Derivative“ macht klar, dass es um nichts weniger geht, als um die Erfindung der Kehrseite des Derivats nach dem Ende der Ökonomie: das Derivat als zentrales Material des maschinischen Kapitalismus und zugleich als Anzeichen für die mögliche Wendung der Ausbeutung in eine Figur der Sozialität, des Zusammenlebens jenseits von Besitzindividualismus und Inwertsetzung der zerstreuten Arbeitskraft.

Das Derivat ist also das Zentrum von Randy Martins politischer Ökonomie. Die abstrakt-dividuelle Linie des Derivats verbindet nicht nur die soziale Fabrik als neues Fließband, sie sammelt, bündelt auch die zusammenpassenden Teile von verschiedenen Einzeldingen, um aus dieser Neuanordnung Mehrwert zu schlagen. Randy Martin schreibt in seinem Buch über diese Umkehrung des klassischen Produktionsprozesses: „Während das massenhafte Fließband all seine Inputs an einem Platz versammelte, um eine straff integrierte Ware zu erzeugen, die mehr war als die Summe ihrer Teile, spulte das financial engineering diesen Prozess verkehrt ab, indem es eine Ware in ihre konstituierenden und veränderlichen Elemente zerlegte und diese Attribute zerstreute, um sie zusammen mit den Elementen anderer Waren zu bündeln, die für einen global orientierten Markt für risikogesteuerten Austausch interessant sind. Alle diese beweglichen Teile werden mit ihrem Risiko-Attribut wieder zusammengesetzt, sodass sie als Derivat mehr wert werden als ihre individuellen Waren.“(2)

Das Derivat ist dabei mehr als nur ein Vertrag über den Austausch einer bestimmten Warenmenge zu einem bestimmten zukünftigen Zeitpunkt und einem bestimmten Preis. Es ist das Instrument, das gegen die Vorstellung der Trennung von Finanzmarkt und realer Ökonomie gerade die Verbindung aller disparaten ökonomischen Sektoren und Kapitalsorten herstellt, sie miteinander kommensurabel macht und einem gemeinsamen Maß unterstellt. In den Worten Randy Martins: „ Während uns die Waren aber als Einheit des Reichtums erscheinen, die Teile in ein Ganzes abstrahieren kann, sind Derivate noch immer ein komplexerer Prozess, in dem Teile nicht mehr einheitlich sind, sondern ständig zerlegt und wieder gesammelt werden, wenn unterschiedliche Attribute gebündelt werden und ihr Wert die ganze Ökonomie übersteigt, unter die sie einst summiert worden waren. Größenverschiebungen vom Konkreten zum Abstrakten oder vom Lokalen zum Globalen sind nicht länger externe Maßstäbe der Äquivalenz, sondern im Inneren der Zirkulation der gebündelten Attribute, die Derivat-Transaktionen vervielfältigen und in Bewegung versetzen.“(3) Dividualisierung der Ökonomie, in allen Größenordnungen. Es ist die Kommensurabilität und Vergleichbarkeit, die hergestellt werden muss, um den dividuellen Austausch inwertzusetzen.

Doch jenseits und vor dieser Inwertsetzung ereignet sich schon eine Sozialität, die ihr Vermögen genau aus der Qualität des Derives im Derivat entwickelt. Die Potenzialität der wechselseitigen Verschuldung, der Ansteckung und der Streuung in Raum und Zeit sucht Randy Martin genau im Zentrum der Finanzialisierung, direkt als soziales Potenzial der Derivate. Wenn Derivate Teile bündeln, die weit auseinander zerstreut subsistieren, dann stellt sich zunächst die Frage, warum und wie diese Eigenheit der Derivate auf andere Felder als das ökonomische zu übertragen ist, warum und wozu gerade das Unplanbare, das Derivat, als Grundlage des gesellschaftlichen Reichtums konzeptualisiert werden kann. Martins Antwort ist dreigeteilt: erstens für eine Konzeptualisierung des Fragmentierten, Zerstreuten, Isolierten als miteinander verbunden, ohne als einheitliches Ganzes zu erscheinen – das ist die brennende Frage nach der Verkettung der Singularitäten in zerstreuter Produktion, mit Marxens Bild von den Parzellenbauern als Kartoffeln: einer politischen Neuzusammensetzung der Kartoffeln, die noch nicht einmal in einem Kartoffelsack nebeneinander zu liegen kommen; zweitens um den Wert unserer Arbeit inmitten von Flüchtigkeit, Unbeständigkeit, Volatilität zu artikulieren – an diesem Punkt verdichtet Martin die technische Zusammensetzung der Produktion als radikal in Bewegung; drittens um die agency of arbitrage anzuerkennen, die kleinen Interventionen in der Entwicklung der Derivate, im Schreiben der Derivate, Interventionen, die klein sind, nichtsdestoweniger aber einen Unterschied ausmachen, vor dem Hintergrund eines „verallgemeinerten Versagens“ ein „schöpferisches Risiko“ eingehen.(4)

Das Innere des traditionellen Felds der Ökonomie war nach Martin nie als Terrain der Ausbreitung und Dominanz der Derivate zu verstehen. Ganz im Gegenteil: Martin versucht die Derivate als Außen der Ökonomie zu beschreiben, das zur Krise von Ökonomie und ökonomischen Wissenschaften geführt hat, zu einer Rezession ihres Reichs, ja sogar als Totengräber der Ökonomie. Wenn Derivate die Enteignung des Selbst und des Besitzes vollziehen, dann wird damit auch der gute alte Besitzindividualismus zu Grabe getragen. Die Ökonomie bricht mit den Krisen des letzten Jahrzehnts mehr und mehr auseinander, und die Derivate sind Auslöser und zugleich Gegenstand dieses Auseinanderbrechens: „Die Derivate strömen aus dieser Bresche, sie lassen das Politische und die Schaffung von Reichtum untrennbar werden, sie lösen die Gegebenheit nationaler Bevölkerungen auf und eröffnen andere Aussichten auf wechselseitige Assoziierung.“(5) Statt wie im traditionellen Blick auf die Derivate als phantasmatischem Bruch der linearen Zeit und Kolonisierung der Zukunft, geht es hier vielmehr um laterale Bewegungen und um neue Verkettungen von Räumen. Die derivative Sozialität erscheint als transnational im starken Sinn – jenseits von Nationalität, als Aussicht auf eine ganz andere Form der Verkettung auf planetarischem Niveau. „Während Derivate in einer Sprache der futures und forwards, der gegenwärtigen Vorwegnahme dessen, was zukünftig ist, konzipiert sind, […] spricht der Akt der Bündelung von Attributen für eine Orientierung nach allen Seiten hin, die ein Effekt von gegenseitiger Kommensurabilität ist.“(6) Nach allen Seiten hin, als Deterritorialisierung der Grenze, als maschinisch-dividuelle Verkettung scheinbar nicht zusammengehörender Teile, so zieht sich die abstrakte Linie des Derivats. Die Zeitlichkeit der sozialen Logik des Derivats ist dagegen weniger die Vorwegnahme der Zukunft in den futures als eine ausgedehnte Gegenwart, die sich in multilateralem und wechselseitigem Austausch im Hier und Jetzt ausbreitet.

Man muss der hoffnungsvollen Interpretation Randy Martins nicht immer zur Gänze folgen, um die Derivate vielleicht weniger als Heilsversprechen, denn als Symptome einer Veränderung zu verstehen, die neue Öffnungen erzeugt – ohne Sicherheit, ob diese Öffnungen in nie dagewesene Formen herrschaftlicher Partition und Partizipation münden oder in Existenzweisen, in denen Martin zurecht die soziale Logik des Derivats erkennt, als „ein Exzess, der freigesetzt ist, aber nie völlig abgeschöpft werden kann, ein Rauschen, das nicht zum Schweigen gebracht werden muss, Schulden, die eingetragen sind, aber unmöglich zu begleichen.“(7) Wenn die Vielen sich wegstehlen aus den Zwängen des Kredits, Fluchtlinien ziehen auf und aus dem Immanenzfeld des maschinischen Kapitalismus, die schlechten Schulden zum Wuchern bringen – warum sollte nicht gerade die Dividualität der Derivate zeigen, dass selbst im Modus der Modulation Subjektivierungsweisen entstehen, die der Fügung entgehen?

Scheinbar völlig paradox besinnt sich Randy Martin im dritten und letzten Kapitel seines Buchs auf eine alternative Geschichte des Tanzes, als keineswegs metaphorische Verkettung zweier so unterschiedlicher Bewegungsformen – Tanz und Finanz. Warum und inwiefern wird diese Wendung, jenseits der spezifischen Biografie des Autors, der beide Felder so souverän durchquerte, produktiv? Randy Martin wusste, dass die TänzerIn suspekt ist. Er wusste das aus eigener Erfahrung, und er insistierte darauf auch in theoretischen und akademischen Umfeldern. Nicht genug, dass er die paradoxen Analogien von Tanz und Finanz zur Sprache brachte, das Auseinanderfallen des Körpers, sein Nie-Ganz-Gewesen-Sein, ähnlich den Teilungen und Bündelungen der dividuellen Linie des Derivats. Er benutzte den Tanz auch als Verfremdungsakt, der in die extremen Verhärtungen des akademischen Vortragsbusiness interveniert. Wenn man ohnehin schon am Pult steht, liegt es in der Sicht des Tänzers nahe, gleich ein paar Tanzschritte einzulegen, die die ohnehin schon suspekte Sprache über Tanz und Finanz begleiten. Und so begann auch im Juni 2014, ein letztes Mal in Europa, Randy Martin auf einmal in einem nüchternen Hörsaal der Freien Universität in Berlin zu tanzen. Mitten in einem akademischen Vortrag, mitten in einem akademischen Setting, umrahmt von der knöchernen Präsenz des einladenden akademischen Personals und der staunend folgenden StudentInnenschaft, als Verkörperlichung eines tanzenden Denkens und freundlicher Bruch mit akademischer Tradition. Er sprach über Louis XIV, die Judson Church, Trisha Brown, Breakdance, Hiphop und Boarding Culture (Randy Martins kleine Geschichte der Kinästhetik ist nachzulesen im dritten Großkapitel von Knowledge LTD), und wagte zwischendurch mal kurz ein kleines Tänzchen – minoritäre Aktualisierung „lateraler Mobilität“, wie er das nannte.

Tanz wie Finanz ruhen und beruhen und beunruhigen sich auf der Basis einer Sozialität, einer sozialen Logik, einer wechselseitigen Verschuldung, einer verstreuten Form von Besitz, einer „dezentralen sozialen Kinästhetik“. Der Tanz ist verletzlich, gefährdet und prekär, und die TänzerIn ist verletzlich, gefährdet und prekär. Und dennoch ist ihr Tanz, ist Randy Martins Tanz „abun-dance“. Er fließt aus der sozialen Logik des Verschuldetseins, und er fließt über alle Begradigungen hinaus, tanzender Überfluss, Überschuss, derive, weit über sein Ableben hinaus. Und genau das macht ihn auch gefährlich, monströs, potenzielle Kippstelle des maschinischen Kapitalismus.

„Eine Politik der Prekarität […] wird sich vom Zentrum weg bewegen müssen, niedrig fliegen und alle ihre Kräfte lateral sammeln müssen, um die zusammenfallenden Rhythmen von Tanz und Finanz zu animieren.“(8)

Zur dividuell-maschinischen Qualität der Derivate vgl. auch das dritte Kapitel aus Gerald Raunig, DIVIDUUM. http://transversal.at/books/dividuum.

 

(1) Randy Martin, Knowledge LTD. Toward a Social Logic of the Derivative, Philadelphia: Temple University 2015, S. 206f. Übersetzung aller Zitate aus Knowledge LTD: G. R.

(2) Ebd., S. 61.

(3) Ebd., S. 60.

(4) Ebd., S. 52.

(5) Ebd., S. 78.

(6) Ebd., S. 76.

(7) Ebd., S. 75.

(8) Ebd., 212.

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Dance the Derivative!

Some notes on the end of economy, the reinvention of political economy, and Randy Martin’s last book Knowledge LTD

Translation: Aileen Derieg and Verina Gfader

 

 “From the ruins of economy we now see self-production – a de-centered, disbursed, and distributed means not only for moving but also for creating movement. From the breakup of the public, we can hear a polyphony of critical voices staking their claims for self-presentation. From the decolonization of culture, seeds are spread everywhere and sources are released and captured, sampled and posted, through expansive webs of self-dissemination. Dance and other specialized movement practices bring these derivative socialities to notice, open the paths of assembly of what can be valued socially, point to ways in and out of our current predicaments, shift the principles by which our bodies are ruled.”(1)

Eight years after the beginning of subprime crisis it seems more than urgent to develop new approaches to economic theory, on the basis of the further hightening of social inequality between Northern and Southern regions and emerging signs of the transformation of machinic capitalism towards sharpened authoritarianisms. Classical economic theories, even their critical parts, have not only failed because they couldn’t foresee the crisis; they are also just incapable of repositioning themselves reflexively and argumentatively within/against the mechanisms of machinic capitalism, let alone prevailing discursively.

A new beginning of political economy is required, one that restores the strength of Marxist theory and simultaneously considers the economic practice of historic-anarchistic, syndicalized and council-republican alternatives as well as the actual forms of solidary-economic praxes and the attempts of new subsistence-economies. The most advanced political philosophy must, in particular, devote itself more vehemently to economic questions, and indeed must do so in keeping with the times and with the current technological and financial-political developments.

There are a few tendencies towards that direction, such as the works by the Italian economist Christian Marazzi, the Australian queer-feminist theoretician Angela Mitropoulos, Maurizio Lazzarato’s books on debt or Stefano Harvey’s writings on logistics and algorithms.

The most recent book by Randy Martin pursues a similar intention for testing poststructuralist political economy. Dancer, performance and dance theoretician, Professor of Art and Public Policy, he sadly passed away in January 2015. In early summer Randy Martin’s book Knowledge LTD was published posthumously by Temple University Press. Its subtitle clearly expresses an immense project: “Towards a Social Logic of the Derivative” underlines the significance of what is at stake, namely the invention of the reverse of the derivative after the end of economy; the derivative as the central material of machinic capitalism and at the same time symptom for a potential transformation of exploitation into a figure of sociality, of living together beyond property-individualism and the valorization of the dispersed labor force. 

The derivative is the very core of Randy Martin’s political economy. The abstract-dividual line of the derivative connects not only the social factory as a new assembly line, but it also collects, combines the parts of diverse single things that fit together to derive added value from this new arrangement. In his book, Randy Martin writes about this inversion of the classical production process: “The mass assembly line gathered all its inputs in one place to build a tightly integrated commodity that was more than the sum of its parts. Financial engineering played this process in reverse, disassembling a commodity into its constituent and variable elements and dispersing these attributes to be bundled together with the elements of other commodities of interest to a globally oriented market for risk-managed exchange. Each of these movable parts is reassembled by risk attribute so that they become worth more as derivatives than their individual commodities […].”(2)

The derivative is here more than a contract about the exchange of a certain amount of commodities at a certain future point in time and at a certain price. It is the instrument that, counter to the notion of the separation of the finance market and real economy, establishes the connection of all disparate economic sectors and types of capital, makes them commensurable with one another and subjects them to a common measure. As Randy Martin writes: “Yet if commodities appeared as a unit of wealth that could abstract parts into a whole, derivatives are a still more complex process by which parts are no longer unitary, but are continuously disassembled and reassembled as various attributes are bundled and their notional value exceeds the whole economy to which they may once have been summed. Shifts in scale from concrete to abstract or local to global are no longer external yardsticks of equivalence. They are internal to the circulation of the bundled attributes that derivative transactions multiply and set in motion.”(3) Dividualization of economy in every magnitude. Commensurability and comparability must be established in order to valorize the dividual exchange.

But beyond and before this valorization another sociality emerges, one that develops precisely from this quality of a derive within the derivative. The potentiality of mutual indebtedness, contagion, and dispersion in space and time is what Randy Martin seeks exactly in the center of financialization, directly as a social potential of derivatives. If derivatives bundle parts that subsist broadly dispersed from one another, then this first raises the question of why and how this specific feature of derivatives can be transferred to fields other than economics, why and to what end the incalculable, the derivative, can be conceptualized as the basis for social wealth. Martin formulates his answer in three parts: first of all for conceptualizing the fragmented, dispersed, isolated as being mutually connected, without appearing as a unified whole – this is the burning question of the concatenation of singularities in dispersed production, with Marx’s traditional image of small-holding peasants as potatoes: of a political recomposition of dispersed potatoes that now do not even end up next to one another in a sack of potatoes; secondly, to articulate the value of our labor in the midst of transience, instability and volatility – at this point Martin condenses the technical composition of production as being radically in motion; thirdly, to recognize the agency of arbitrage, the small interventions in developing, in writing the derivatives, interventions that are small, but nevertheless make a significant difference, entering into a “generative risk” against the background of a “generalized failure”.(4)

The inside of the traditional field of economics, according to Martin, was never to be understood as the terrain of the spread and dominance of derivatives. On the contrary, Martin attempts to describe derivatives as an outside of economy, which led to the crisis of economy and economics, to a recession of their empire, with derivatives even as their gravediggers. If derivatives carry out the dispossession of the self and of property, then good old possessive individualism is thus also put in its grave. With the crises of the last decade, the economy is increasingly coming undone, and derivatives have not only triggered this, they are its object at the same time: “Derivatives issue from that breach, rendering the political inseparable from wealth creation, and disintegrating the givenness of national populations while opening other prospects for mutual association.”(5) Rather than in the traditional view of derivatives as a phantasmal break of linear time and colonization of the future, these are instead lateral movements and new concatenations of spaces. The derivative sociality appears as transnational in the strong sense – beyond nationality, as a prospect of a completely different form of concatenation at the planetary level. “While derivatives are devised in a language of futures and forwards, of anticipating what is to come in the present […], the act of bundling attributes together speaks of a lateral orientation, which is an effect of intercommensurability.”(6) The abstract line of the derivative is drawn toward all sides, as a deterritorialization of the border, as a machinic-dividual concatenation of parts that do not seem to belong together. The temporality of the social logic of the derivative, on the other hand, is less the anticipation of the future in futures, but rather an expanded present that spreads out in multilateral and mutual exchange in the here and now.

It is not always necessary to completely follow Randy Martin’s hopeful interpretations to understand derivatives perhaps less as a promise of salvation, but rather as symptoms of a change that engenders new openings – without any assurance of whether these openings might lead into wholly new forms of partition and participation or to modes of existence, in which Martin rightly recognizes the social logic of the derivatives as “an excess that is released but never fully absorbed, noise that need not be stilled, a debt registered yet impossible to repay.”(7) If the many steal away from the pressures of credit, draw lines of flight in and out of the field of immanence of machinic capitalism, if queer and bad debts proliferate – why shouldn’t the very dividuality of derivatives demonstrate that even in the mode of modulation forms of subjectivation emerge that elude assimilation, conformism and compliance?

In the third and last chapter of his book, Randy Martin remembers of an alternative, seemingly paradoxical dance history, by no means a metaphoric concatenation of two supposedly distinctive forms of movements – dance and finance. In what way and to what extent does this turn become productive beyond the specific biography of the author, who sovereignly traversed both fields? Randy Martin knew that the dancer is suspect. He knew from his own experience and insisted upon it even within a theoretical and academic context. Not only did he articulate the paradoxical analogies of dance and finance, the falling apart of the body, its never-having-been-complete, similar to the divisions and assemblies of the derivative’s dividual line. He also appropriated the dance as an act of estrangement, which intervenes in the extreme hardening of academic lecturing business. If one is ‘on stage’ anyway, then it seems obvious from the dancer’s viewpoint to insert a few dance steps, accompanying the already suspect language about dance and finance. And so it happened in June 2014, when Randy Martin – one last time in Europe – began to dance in a rather austere lecture hall at Freie Universität Berlin. In the middle of an academic presentation, in the middle of an academic setting, framed by the bony presence of the academic staff who had invited him and the astonished student community; as embodiment of a dancing thinking and as a gentle break with academic tradition. He talked about Louis XIV, the Judson Church, Trisha Brown, Breakdance, Hip Hop and Boarding Culture (Randy Martin’s history of kinesthetics can be found in the third chapter of Knowledge LTD), and in between dared some discreet dance movements – as minoritarian actualizing of “lateral mobility”, as he called it. 

Both dance and finance rely and repose and un-settle on the basis of sociality, social logic, mutual indebtedness, the dispersed form of property, a “decentralized social kinesthetics”. Dance is vulnerable, endangered, precarious, and the dancer is vulnerable, endangered, precarious.  Nonetheless dance is, Randy Martin’s dance is, „abun-dance“. It flows from within the social logic of indebtedness, and flows beyond all straightening as dancing abundance, excess, derive, far beyond his passing away. And this is precisely what makes it/him dangerous, monstrous, potential rupture of machinic capitalism.     

„A politics of precarity […] will need to move off-center, fly low, and gather its forces laterally, to animate the coincident rhythms of dance and finance.”(8)

 

(1) Randy Martin, Knowledge LTD. Toward a Social Logic of the Derivative, Philadelphia: Temple University 2015, 206f.

(2) Ibid., 61.

(3) Ibid., 60.

(4) Ibid., 52.

(5) Ibid., 78.

(6) Ibid., 76.

(7) Ibid., 75.

(8) Ibid., 212.

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