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Veranstaltung am 4.5. im Rahmen der montagspraxis bei b_books/Berlin

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19 Apr , 2015  

Im Rahmen der montagspraxis von b_books Berlin am 4.5. 21 Uhr: Frank Engster und Achim Szepanski

Frank Engster: Der Vortrag hat zwei Teile. Der erste stellt die Idee des Geldes vor, die im Buch „Das Geld als Maß, Mittel und Methode“ entwickelt wird. Die Idee ist, dass das kapitalistische Geld über dessen erste Funktion als Maß des Werts und der Verwertung zu entwickeln ist – und nicht, wie in den an Marx orientierten Geldtheorie und -kritiken üblich, über seine zweite Funktion als Tauschmittel. Entsprechend muss der realisierte Wert nicht als Tauschwert, sondern Resultat einer Messung begriffen werden. Diese Messung ist Gegenstand des zweiten Teils, der vom Gemessenen handeln soll, nämlich von der Verwertung von Arbeit und Kapital. Genauer gesagt wird es um die aktuellen Gestalten dieser Verwertung gehen, denn Arbeit und Kapital nehmen zunehmend immaterielle und dematerialisierte Gestalten an, und die große Frage der Gesellschaftskritik ist, wie sich diese beiden Gestalten produktiv ins Verhältnis setzen. Es scheint nämlich, dass sich beide zunehmend nicht nur von der Verwertung stofflich-materieller Waren ablösen, sondern dass sie sich auch von einander ablösen: Die Arbeit wird zunehmend im Bereich der immateriellen Arbeiten und Dienstleistungen verwertet, während das Kapital im Finanzbereich angelegt und erweitert reproduziert wird, und es ist unklar, wie – und ob überhaupt – sich diese neuen Gestalten von Arbeit und Kapital produktiv verwerten.

Beide Teile sollen zudem Bezug nehmen auf Achim Szepanskis „Non Ökonomie“. Es wird zu zeigen sein, dass es zwar eine erstaunliche Übereinstimmung zur dekonstruktiven, vor allem an Laruelle und Deleuze orientierten Bestimmung des Geldes und des Finanzkapitalismus gibt, dass die Übereinstimmung aber zugleich komplementär ausfällt.

 

Achim Szepanski: Adorno schrieb vom Kapital als „Antinomie von Totalität und Unendlichkeit.“ Wir ersetzen den Begriff der Totalität durch den der Quasi-Transzendentalität des Kapitals (Kapital als Gesamtkomplexion) und die Kategorie Unendlichkeit durch Aktualisierung-Virtualisierung Verschaltung. Das Kapital als Gesamtkapital determiniert in der letzten Instanz, und das heißt, wir haben es hier mit keiner Totalität, sondern mit einer n-Determination zu tun. Das Gesamtkapital prozessiert durch temporale Aktualisierungs-Virtualisierungs Verschränkungen. Als solches wird es heute domininiert durch das finanzielle Kapital in der letzten instanz. Und dem Begriff des Kapitals ist das Mathem des Kapitals hinzuzufügen, das heißt das (begriffliche) Kapital und sein ökonomisches Mathem (Differenzkalküle) sind zu superponieren. Die begrifflich vektoriale Dimension des Kapitals wird also durch das Mathem der Ökonomie komplementiert.

Das neoliberale Modell der Finanzialisierung, wie es in „Kapitalisierung Bd.2“ skizziert wird, erweist sich heute als eine außerordentlich effektive Strategie zur Aufrechterhaltung der Hegemonie des Kapitals. In diesem Kontext haben wir es mit zwei Funktionen der finanziellen Derivative, selbst noch in ihren exotischsten Versionen, zu tun: Sie stehen für eine neue Form des spekulativen Geldkapitals und für eine Technologie des abstrakten Risikos, das die kapitalistischen Machtbeziehungen organisiert.

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3 Responses

  1. z-man sagt:

    hallo monseur
    du bist der peter kumpel den er mir im ivi garten vorstellen wollte.
    ich war aber komplett am ende.
    lohnarbeit ist scheisse.
    wo genau ist denn der vortrag?
    strasse?
    stadtteil?
    ich bin demnäxt in bärlin.
    see you
    z – man

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