Gosse

2808 / Hamletmaschin(ch)en*

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2 Sep , 2020  

Am 8.3.2020 plakatiert die Südkurve der Bayern in München beim Spiel gegen Augsburg und im Zuge der Proteste gegen den Hoffenheimer Fußballmäzen Dietmar Hopp : „Wen müssen wir beleidigen, damit über die EU Grenzpolitik nachgedacht wird ?“  

Nicht einmal eine Woche später, am 14.03.2020, fand das Spiel der Bayern bei Union Berlin bereits ohne Zuschauer und somit auch ohne die Transparente weiterer Unmutsäusserungen und Beleidigungsanfragen statt. 

Am 28.09.2020, gut 6 Monate nach dem Verbot fast aller Grossveranstaltungen, wenn man von einen Testlauf der bereits am 1.8. gleichenorts stattfand einmal absieht, sah man in Berlin wieder Transparente und Fahnen, wie man sie so oder ähnlich auch aus Fussballstadien kennt. Und man hörte den Lärm, den solche Veranstaltungen üblicherweise machen, der aber gerade in der neuen Heimeligkeit oder Homeligkeit, heimlich still und leise in Vergessenheit gerät. 

Entlang der Bild- und Beschallungsanlagen, vor den Bühnen, die an die ausgefallene Festivalsaison 2020 erinnerten, sah es teilweise so aus als wären im z.Z. verwaisten Fanblock der Ultras, alle Ultradarsteller und solche die sich dafür halten, aufmarschiert und es hörte sich auch so an. Wollt ihr den totalen Krieg ? Ein bisschen wenigstens ? Vom Grossen Stern, wehte der Siegessäulen-Geist vielfach gebrochen von den Fassaden der klassischen Moderne ins Hansaviertel herüber, wobei es zunehmend schwerer fiel, zwischen Rahn schiesst und totalem Krieg zu unterscheiden. Wahrheit is auf`m Platz, heisst es in Abwandlung von Preißlers entscheidend is’ auf’m Platz, dem ein Grau is im Leben (alle Theorie) … vorausgeht. So grauselig das auch scheint, so hat es dennoch die Hygiene Funktion geistiger Sanitas, trägt also zu ebensolcher Gesundheit bei. 

Wir machen aus unseren Herzen keine Mördergruben, angesichts der Leichen in unseren heimischen Kellern und an den Stränden bevorzugter Urlaubsregionen, oder was ist da mit EU Grenzpolitik eigentlich gemeint ? Geschweige denn solcher Leichen, die „angeblich“ durch Corona dahin gerafft wurden, in Wahrheit aber den Chemtrails, Gates, Soros und sonstigen Verschwörungen dieser Welt zum Opfer fielen. 

Muster, die man in den ein oder anderen Kulturtechniken abgeschliffen wähnte, die aber nach herunterfahren des Kulturbetriebs, und somit der Kultivierung beraubt, unvermittelt roh vor und von anderen Bühnen herunter brechen.

Das Publikum behauptet die Existenz dieser Bühnen, die diese ziellos gewordenen Energien aufnehmen und umzuleiten wissen, und die mit der Schliessung verschiedener Ersatzpurgatorien frei geworden sind. Das Publikum war nie zimperlich, wenn es um das Wegpfeifen dessen geht, was als Gegner gilt. Die Tops und Hopps sind da schnell ausgemacht.Im Falle eine Frau – nimmt alles nur von allen* – und muss weg. 


Gib mich die Kirsche° 


Was in der Hamletmaschine als Spaziergang beginnt und sich zunächst gegen die Verkehrsordnung während der Arbeitszeit richtet, kommt schließlich an einem Polizeikordon zum stehen. „Gruppen bilden sich, aus denen Redner aufsteigen“ *, und so kommt es an diesem 28.08.2020, dem Zufall-Ramstein oder nicht Zufall-Ramstein-Jahrestag, unter der zufälligen Führung einer aufsteigenden Heilpraktikerin vom Fusse der Eifeler Vulkane, zum Marsch auf den Berliner Reichstag. 

Jenem Gebäude, dem Sir Norman Foster mit der Kuppel jene Transparenz – Trans Parents und Geister der Demokratie – einhauchen wollte/sollte, die es in der Vergangenheit nie hatte und die es auch durch die aufgesetzte Kuppel, den Cup oder Coup, bestenfalls symbolisch erhielt. Nicht allein der Geist von Wirecard schwebt dort auch sine QAnon u.a. mit den verschiedenen Karl Theodoren durch die Korridoren.

 Zur Erinnerung : dieses Gebäude beherbergte den Reichstag des deutschen Kaiserreiches (und der Weimarer Republik), welches, wie auch später die Nazis, unter schwarz/weiss/rot von 1871 bis 1919 flaggierte. Der Marsch auf den Reichstag unter der patriotischen Führung Tamara^ Kirschbaums (Künstlername – die Süßkirsche ‘Tamara’ ® ist eine wertvolle Vertreterin der Gruppe der großen Knorpelkirschen), war allerdings, anders als der auf Rom, ähnlich tolldreist begonnen, ebenso schnell wieder beendet. Nun gut, Treppe besetzt und fast hätte sie ein Tor geschossen, wenn sich da nicht 3 Verteidiger des Gegners entschlossen in die Zweikämpfe geworfen hätten. Die Tribüne übernahm kurzzeitig ganz volkstribunal das Spielfeld. Das kennt man auch aus den Theatern und von sonstigen dicken Brettern, die Welt bedeuten. Ein vorübergehendes Spektakel – seinerseits wiederhergestellter Ordnung die Bühne bereitend, denn sonst droht ja Spielabbruch.Kaum jemanden hinter dem Flügeltor aus Panzerglas* der sich da nicht entblödete, noch am selben Tag seiner Betroffenheit und Empörung über solch unerhörtes Faulspiel Ausdruck zu verleihen. Die staatstragende Ersatzbank der Tops, Hopps & Flops ließ sich nicht lange bitten, nachdem der Mob zum moralischen Steilpass auflegte.

Ein Vorgang, der durchaus Elemente unfreiwilliger Steh-Auf-Comedy mit denen einer klassischen Farce verbindet, zu der es aber im eigentlichen Wortsinn nicht kam – denn zur Füllung mit kleingehacktem (Fleisch), fehlte auf beiden Seiten der Front dann doch der Wille. Auch dieses Mal reichte es nicht zum Drama Müllerscher Prägung. 

Erst, wenn sie mit Fleischermessern durch eure Schlafzimmer geht, werdet ihr die Wahrheit wissen*/**.

Es war eher diese endlich wieder gefühlte und (Farce) gefüllte Haupttribüne mit der Exekutive angrenzender Nordkurve und Borussenfront. Die Latenz, die sich manifestieren möchte. Stehplatz gegen Sitzplatz. Da gibt es keine Mindestabstände. Da gibt es Zäune und Ordnungskräfte, Helden auf beiden Seiten, CampNina -Tage wie diese“ Feeling in the mix mit „Alles so schön bunt hier“ und ja – auch „Wir ist das Volk“ und „Sie Muss Weg“ Sticker auf dem neusten Sports Utility Vehikel mit Dachzelt.

Festival Atmo inkl. WoMo Camping an der John-Foster-Dulles-Allee, wenn die zumeist ältere Herrschaften nicht gleich beim Motel One ums Eck das Rundum-Sorglos-Packet gebucht hatten. 

*   Heiner Müller

 °   Lothar Emmerich

^   Tamara / u.a. die, welche das Land liebt

**  (Elektra, nicht Angela.)

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Thomas Brinkmann max.Ernst


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