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9th Evade Chile Communiqué: They want to give us lectures on violence! (english/ deutsch)

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17 Nov , 2019  

The following was sent to us earlier today (11/13) by Evade Chile 2019. What follow is a translation of their message, followed by a translation of their communiqué.


Comrades,

Faced with these adversarial moments, only solidarity & mutual aid could give us encouragement.


[FRONT IMAGE]

IT WASN’T A DROUGHT

IT WAS A LOOTING

1

IT WASN’T PEACE

IT WAS SILENCE

#ElPuevlo

2


[BACK IMAGE]

“Divide and conquer” was the advice a police officer gave to the rich some 500 years ago and they’ve never forgotten it. The satraps3 in turn find themselves everywhere overwhelmed. Today they can only resort to terrorism, staging of false scenes and manipulation by way of their usual conduits: their armed forces, their means of (in)communication and their political theater.

They want to lecture us about violence! They say that “violence breeds violence” and they are not wrong. 5 minutes of life can feel eternal when you live in misery. But we have woken up. And in response to our outbreak of life, power then sets up another spectacle: whether by evicting encampments [of the houseless]; building ghettos where they keep us prisoners; seizing control of territories of those who stand up to fight against self-destructive inertia. It is those who cling to this barbaric civilization whom, systematically & an in organized fashion, set fire & destroy to defend their poisoned piece of the pie.

They want to lecture us about citizenship! They affirm: “Today’s easy choice is to use force and that the difficult one is to bet on Peace and dialogue. But of what peace do they speak of? We lived drunk with the frustrating rage of a war of all against all: fighting for a job or trying to make ends meet; struggling to breathe amid clouds of dust & acid in the cities; struggling to get a bit of water in the fields. It was not peace, it was silence: the good citizen eats and remains quiet. We would die the way we were living. And now that we deign raise our heads and wake up they aim for our eyes!

They want to divide us! They are scandalized because their monuments to violence are falling down: busts of genocidal soldiers; torture enclosures; cathedrals to a Macho God and the God of Money; palaces that the rich build to numb us with an endless supply of commodities. They exploit us and then sell the products of our labor. But despite all the their influence, street lights and bread & circuses with which they want to adorn it tall, the world has not ceased to be a great salt mine of which most of us are servants.

They plundered the forests, the rivers, the lakes and the ocean with their logging, salmon farms and agribusiness. They polluted the desert and converted into a dump for the mining industry. They transformed cities into gas chambers and cancer factories. They exterminated ancestral cultures. They disappeared, killed and terrorized any villager who dared to question them and accuse them of abuses. But we are not afraid of them or their destruction. We have built everything that belongs to them and we will rebuild it in our own way, according to our needs, desires and in harmony with Mother Earth, which sustains us. After the fire we will sprout like a native forest.

It does not matter how much lead they fire upon us. Detached from the pain of everyday misery, our stagnant energy is poured into pure creativity and celebration. Although there is no guarantee of a final victory over the dictatorship of money, this rupture has already been pleasure. There is not return to the “peaceful existence” of the reigning lies.

taken from here


Das Folgende wurde uns heute (13.11.) von Evade Chile 2019 geschickt. Es folgt eine Übersetzung ihrer Nachricht, gefolgt von einer Übersetzung ihres Kommuniqués.

Ursprünglich veröffentlicht von ediciones-ineditas. Übersetzt von Enough 14.

Genossen,

Angesichts dieser feindlichen Momente kann uns nur Solidarität und gegenseitige Hilfe Mut machen.

(BILD VORDERSEITE)

ES WAR KEINE DÜRRE.
ES WAR EINE PLÜNDERUNG.

1

ES WAR KEIN FRIEDEN.
ES WAR SCHWEIGEN.

#ElPuevlo

2

(BILD RÜCKSEITE)

„Teilen und Erobern“ war der Rat, den ein Polizeibeamt*in den Reichen vor etwa 500 Jahren gab, und sie haben ihn nie vergessen. Die Satrapen 3 wiederum sind überall überfordert. Heute können sie nur noch auf den Terrorismus, die Inszenierung von falschen Szenen und Manipulationen über ihre üblichen Kanäle zurückgreifen: ihre Streitkräfte, ihre Kommunikationsmittel und ihr politisches Theater.

Sie wollen uns Vorträge über Gewalt halten! Sie sagen, dass „Gewalt, Gewalt erzeugt“ und sie liegen nicht falsch. 5 Minuten des Lebens können sich ewig anfühlen, wenn Mensch im Elend lebt. Aber wir sind aufgewacht. Und als Reaktion auf unseren Ausbruch des Lebens richtet die Macht dann ein weiteres Spektakel ein: ob durch die Vertreibung von Camps[der Obdachlosen]; den Bau von Ghettos, in denen sie uns gefangen halten; die Übernahme der Kontrolle über die Gebiete derer, die sich erheben, um gegen selbstzerstörerische Trägheit zu kämpfen. Es sind diejenigen, die sich an diese barbarische Zivilisation klammern, die systematisch und organisiert Feuer legen und zerstören, um ihr vergiftetes Stück vom Kuchen zu verteidigen.

Sie wollen uns über die Staatsbürgerschaft belehren! Sie bestätigen: „Die heutige einfache Wahl ist, Gewalt anzuwenden, und die schwierige ist, auf Frieden und Dialog zu setzen.“ Aber von welchem Frieden sprechen sie? Wir lebten betrunken von der frustrierenden Wut eines Krieges alle gegen alle: um einen Job zu kämpfen oder zu versuchen, über die Runden zu kommen; inmitten von Staub- und Säurewolken in den Städten zu atmen; um ein wenig Wasser auf die Felder zu bekommen. Es war kein Frieden, es war Schweigen: Der gute Bürger*in isst und bleibt ruhig. Wir würden so sterben, wie wir leben. Und jetzt, wo wir den Kopf erheben und aufwachen, zielen sie auf unsere Augen!

Sie wollen uns spalten! Sie sind empört, weil ihre Denkmäler der Gewalt einstürzen: Büsten von Völkermord-Soldatinnen; Foltergehege; Kathedralen für einen Macho-Gott und den Gott des Geldes; Paläste, die die Reichen bauen, um uns mit einem endlosen Vorrat an Waren zu betäuben. Sie nutzen uns aus und verkaufen dann die Produkte unserer Arbeit. Aber trotz all ihres Einflusses, ihrer Straßenlaternen und Brot & Zirkusse, mit denen sie es in die Höhe treiben wollen, hat die Welt nicht aufgehört, ein großes Salzbergwerk zu sein, von dem die meisten von uns Dienerinn*en sind.

Sie plünderten die Wälder, die Flüsse, die Seen und den Ozean mit ihren Abholzungen, Lachsfarmen und Agrobetrieben. Sie verschmutzten die Wüste und verwandelten sie in eine Deponie für die Bergbauindustrie. Sie verwandelten Städte in Gaskammern und Krebsfabriken. Sie vernichteten die Kulturen der Ureinwohnerinnen. Sie entführten, töteten und terrorisierten jeden Dorfbewohnerin, der es wagte, sie zu hinterfragen und sie des Missbrauchs zu beschuldigen. Aber wir haben keine Angst vor ihnen oder ihrer Zerstörung. Wir haben alles gebaut, was ihnen gehört, und wir werden es auf unsere eigene Weise wieder aufbauen, nach unseren Bedürfnissen, Wünschen und in Harmonie mit Mutter Erde, die uns erhalten bleiben wird. Nach dem Brand sprießen wir wie ein Urwald.

Es spielt keine Rolle, wie viel Blei sie auf uns feuern. Losgelöst vom Schmerz des alltäglichen Elends, wird unsere stagnierende Energie in reine Kreativität und Begeisterung gegossen. Obwohl es keine Garantie für einen endgültigen Sieg über die Diktatur des Geldes gibt, war dieser Bruch bereits ein Vergnügen. Es gibt keine Rückkehr zur „friedlichen Existenz“ der herrschenden Lügen.

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