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Das spekulative Kapital (3)

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19 Feb , 2019  

Nichts exemplifiziert die Konstitution des Marktes und der Motivationen heute mehr als die Spekulation. Der Drive, diese Art von derivativer Wette permanent zu erzeugen, was gerade die euro-amerikanischen Finanzmärkte seit den 1970er Jahren auszeichnet, hätte niemals in diesen gewaltigen Dimensionen zirkulieren können, wenn es keinen speziellen derivativen Rahmen gegeben hätte: Eine reale soziale Entität, deren realness gefühlt und gewusst wird, weil sie die motivierten Aktionen der Akteure bedingt, einrahmt, orientiert und kanalisiert.

Die Frage ist, wie „Wir“ zu diesem kollektiven Glauben an diesen Typus von Totalität kamen, der als Vorlage für die Kreation von spezifischen Märkten gilt. Wie produziert und reproduziert das finanzielle Feld die kollektiven Agenten? Und wie führt das, was die Akteure an den Märkten tun, zu einer Totalität namens Markt? Dabei ist die Standardisierung und Formalisierung der Praktiken der Akteure Teil der wichtigsten Strategien an den Märkten, die diese benutzen, um sich selbst zu totalisieren.

Je stärker ein Markt institutionalisiert ist, desto sichtbarer wird er in der Öffentlichkeit. Die Trader können in diesem Raum der Operationen, welcher der Markt selbst ist, gegeneinander konkurrieren, sich assimilieren und schnell auf die Volatilitäten der bid-ask-Spreads und die Preisfluktuationen antworten, weil sie den Markt als eine (naturalisierte) Totalität je schon angenommen und vorausgesetzt haben. Dabei sehen die Trader eine Analogie zwischen dem, was sie tun, und einem professionellen Athleten, der, wenn er das Spiel mitspielt, die Totalität des Spiels annehmen und auf seine tief eingeschriebenen Sensibilitäten vertrauen muss, um das Spiel gut zu spielen.

Wie lässt sich nun der Derivatmarkt problematisieren? Wie sind die von den Akteuren ausgeführten kontingenten Transaktionen einzuschätzen, deren Vollendung von der kollektiv angenommenen Voraussetzung der Existenz eines Marktes vorhergesagt wird, welcher die Transaktionen mittels dieser Realisierungen produziert? Die dynamische Rekalibration der Derivate erfordert eine sozialisierte Subjektivität, die in dem Glauben der Marktteilnehmer besteht, dass es eine Totalität namens Markt gibt, selbst wenn dieser nur als ein abstrakter Raum für Kalkulationen angenommen wird, der ihre Motivationen anreizt und selbst noch ihre Körper durchquert. Die Derivatmärkte besitzen keine Tradition, sie sind das Resultat historisch singulärer Inventionen, deren Existenz von der Beschaffung der Liquidität nicht getrennt werden kann. Intrinsisch sind sie auf mikroökonomischer Ebene eine Nullsummenwette zwischen konkurrierenden Kontrahenten über eine extrinsische Angelegenheit.

Ein Derivatmarkt muss die eigenen Prinzipien seiner Formation gestalten und einsetzen. Es muss jetzt geklärt werden, wie das Ritual, das in die sozialen Relationen des Kaufens und Verkaufens eingeschrieben ist, performativ den Derivatmarkt objektiviert. Diese Performativität ist notwendigerweise prospektiv im Senden von bid und ask Preisen (welche die Liquidität einsetzt), retrospektiv aber in der Exekution eines Trades (der die Kontrahenten und die neuen Preisbewegungen einsetzt). Deshalb muss der Markt und seine Determination sowohl als ein System/Totalität als auch als eine Arbeit/Praktik von reflexiven Akteuren begriffen werden. Ein Markt ist ein spezifisc sozialer Raum, der für bestimmte Modi von Praktiken von Akteuren designt wird, i.e. Verhaltensweisen (der Gebrauch des spekulativen Kapitals, um risikobehaftete Derivate in die Zirkulation zu bringen), die durch die Konnektivität der kognitiven und motivierenden Strukturen (Wettbewerb, Selbstwertschätzung, Profit, Risiko) zusammengehalten werden, die diese Verhaltensweisen wiederum auch vorantreiben.

Die brennende Frage ist hier, warum die ökonomischen Determinationen zumindest zeitweise Märkte nach sich ziehen, die regulär und rational sind, aber dies eben nur partiell, insofern die Rationalität immer wieder von Phasen erhöhter (irrationaler) Volatilität abgelöst wird, die manchmal so hoch ist, dass die Liquidität verdampft und die systemischen Fehler der Märkte mit aller Konsequenz auftauchen. Warum sind dann also die Regularitäten der Märkte oft so irregulär? (Dabei gilt es auch an dieser Stelle wieder darauf hinzuweisen, dass der Markt keine Objekt-Kategorie, sondern ein Set von sozialen Relationen darstellt. Wird dies ignoriert, dann kommt es wie in der herrschenden Wirtschaftstheorie andauernd zur Naturalisierung des Marktes, insofern relationale Kategorien als Objekt-Kategorien behandelt werden, eine Art ontologischer Fehler. Ein wichtiges Feature, dass relationale Kategorien von Objekt-Kategorien unterscheidet, ist ihre soziale und historische Determination.)

Es gibt einiges mehr zu untersuchen, wenn man den Markt als eine soziale Relation fasst, als ihn lediglich als eine imaginierte Totalität zu analysieren. Relationale Kategorien wie der Markt werden nämlich in einer Art und Weise objektiviert und institutionalisiert, dass sie zur Totalität oder zum System führen. Die Kreation einer kollektiven, das heißt sozial imaginierten Totalität, benötigt die Konjunktion von quasi rituellen Formen der Objektivierung und Prozessen der Institutionalisierung, in denen auch die Konstruktion des finanziellen Habitus stattfindet. Wenn Derivatmärkte spezifische Instrumente von zirkulierenden Relationen qua Relationen sind, und zwar durch soziale Entitäten wie Verträge, dann muss der Markt, der dies bedingt, selbst eine Determinante sein.

Die soziale Logik der Finance kreiert einerseits die generelle Form Markt, der als ein totalisierender Rahmen für die spezifischen Sets der Beziehungen fungiert, und formt andererseits die Konnektivität, die für spezielle Märkte notwendig ist, an denen die Aktionen der Akteure mit der Produktion dieser Märkte das Konzept des Marktes reproduzieren.

Unter dem Gesichtspunkt der konkreten sozialen Relationen sind die Derivatmärkte als Prozesse zu verstehen, durch die die Akteure die Totalitäten objektivieren, an denen sie partizipieren. Die Frage ist nun, welche unsichtbaren Aspekt das Ganze namens Markt reproduzieren. Die Reproduktion des Marktes ist die nicht-intendierte Konsequenz von Aktionen, deren Wirksamkeit seine Existenz voraussetzt. Die Derivatmärkte besitzen nicht nur eine oberflächliche Performativität, die man an den Wetten beobachten kann, welche die Derivate kreieren, sondern sie haben auch eine tief performative Struktur, in der Aktionen in einem determinierten sozialen Imaginären dieses oder jenes Marktes begründet sind, welches den Markt bezüglich der Voraussetzung seiner Totalisierung stabilisiert und reproduziert.

Die Finance hält das Wort exotisch bereit, falls Derivate zum Zweck einer extrem hrisikoreichen Profitmaximierung geschrieben werden, welche die Vorstellungen der Akteure von den Grenzen des Marktes überschreitet: Was oft wie eine surreale Tretmühle erscheint, ist die Instandsetzung einer direktionalen Dynamik der Derivatmärkte, und zwar nicht nur in Richtung der Steigerung des Leverage, sondern auch hin zu einer steigenden Komplexität, insofern das Marketing der Produkte des spekulativen Kapitals die konstante Expansion über die Grenzen des Marktes hinaus erfordert. Jeder will, so formuliert es ein Hedgefondmanager, ein Profitmonster werden. Dabei sind große Unternehmen mit hohem Geldkapital, dem entsprechenden Knowledge und hoher Interkonnektivität eindeutig im Vorteil.

Schließlich gibt es eine Form der Performativität, in und mit der jeder Marktteilnehmer den Markt imaginiert, nämlich ähnlich wie alle anderen auch. Die Technologien, die im Finanzsystem benutzt werden, vom High-Frequency-Trading über lernende Algorithmen bis hin zu den mathematischen Modellen, haben den Effekt, das den Märkten unterliegende Soziale, das der Reproduktion der Märkte dient, zu verschleiern und gleichzeitig die Sensibilität der Marktteilnehmer dahingehend zu erhöhen, dass sie eine objektive und quantifizierende Beurteilung ihres Verhaltens vornehmen. Der objektive Charakter de Technologie wird zu einem Simulakrum für den autonomen und objektiven Charakter des Marktes. Die Technologie verbindet die Akteure derart, dass sie die Technologie selbst als das Epizentrum ihres sozialen Lebens verstehen. Meistens wird dann angenommen, dass man keine andere Wahl hat, als stundenlang vor dem Bildschirm zu sitzen, auf dem die Charts, Kurven und Trades flackern. Insgesamt handelt es sich hier um eine anonyme Sozialisierung. Und dies involviert eine existenzielle Performativität, die Zuschreibung einer ganz spezifischen Sozialisierung, i.e. ein gegenseitig erwartetes Repertoire an Glaubensvorstellungen, Wünschen und strategischen Urteilen, die den Markt und das Verhalten der Marktteilnehmer betreffen, insbesondere auch bezüglich der Kontrahenten, deren Selbstrepräsentation nichts weiter benötigt als die elektronische Spur eines Trades an einem Bildschirm. Die Marktteilnehmer nehmen an, dass diese Strukturen reziprok und rekursiv seien, insofern die anderen ihr Verhalten in derselben Art und Weise wie das ihre gestalten würden, egal wie anonym die anderen auch sind, und dies selbst angesichts der Tatsache, dass die Transaktion, die auf dem Bildschirm erscheint, computergeneriert ist. Man nimmt einfach an, dass die Trading-Programme die intentionalen Absichten von Akteuren widerspiegeln. Die Trading-Programme und die Vorstellungen ihrer Programmierer haben wie die Ansichten der Trader einen generellen und standardisierten Gebrauchswert, den die Trader benutzen, um Tauschwerte zu gestalten und Profit zu erzielen.

Oft genug wurde festgestellt, dass die Marktteilnehmer den Markt verdinglichen und personalisieren und zudem die Marktbewegungen durch eine Reihe von Metaphern beschreiben, aber was an diese Stelle entscheidend ist, das besteht einfach darin, dass es eine Diskrepanz zwischen einer abstrakten, asozialen Agency und einem alltäglichen Raum der Trader gibt, in dem die Transaktionen und ihr Nutzen maximiert werden sollen, wobei hier die soziale Totalität namens Markt vorausgesetzt wird. Es geht darum, wie konkrete finanzielle Relationen in all ihrer sozialen Spezifität eine soziale imaginäre Totalität produzieren und reproduzieren. Dies ist der Markt als ein Mittel für den rationalen, den Nutzen maximierenden Agenten. Aber solch ein Markt hat niemals existiert, weil die Akteure intelligente und institutionell koordinierte Konzepte und Dispositionen übernehmen müssen, um überhaupt an den Märkten überleben zu können. Die Märkte sind auf einer systemischen Ebene organisiert, sie sind notwendigerweise mehr und anders als die Summe ihrer individuellen Teile. Man kann die systemischen Eigenschaften der Märkte nicht erfassen, indem man lediglich die Aktionen analysiert, die am Markt stattfinden. Es ist zwar nicht so, dass die individuellen Aktionen der Akteure unwichtig sind, sondern gerade weil sie eine differente Dimension der sozialen Realität erzeugen, setzen sie eine bestimmte sozioökonomische Struktur des Marktes und der Imagination über ihn voraus. ,

Der Finanzmarkt ist eine soziale Imagination, eine tief institutionalisierte Imagination inklusive der Personen, die Vertrauen in diese Imagination besitzen, und Körpern, die ein Wissen inskribieren, plus ratifizierten Namen, registrierten Firmen und einer kodifizierten Geschichte: Indem ständig der Glaube und das Vertrauen problematisiert wird, rufen die Kommentatoren der märkte ohne es zu wissen eine Performativität auf, die man normalerweise der Religion zuschreibt: das Ritual. Für LiPuma ist der Markt damit eine soziale Totalität, ein praktisch relationales Konstrukt und eine Art analytisches Objekt, das durch die Wissenschaften konstruiert wird.

Die Totalität (des Marktes) ist für LiPuma nichts weiter als eine ontologisch real-soziale Fiktion, fiktiv, weil sie kontingent und sozial kreiert wird, und real, weil sie reale Weltereignisse begründet. Dabei ist die Performativität nicht auf das Ritual oder gewisse linguistische Ereignis begrenzt, sondern ist in der Reproduktion aller sozialen Formen und Strukturen der Zirkulation in der Ökonomie impliziert. Der Aufstieg der derivativen Logik als das Prinzip der Produktion von Derivaten (basierend auf der Trennung und Neuzusammensetzung von Kapital) bestimmt das generative Schema (Gestaltung von exotischen Derivaten), das die Trader übernehmen, welches wiederum dazu dient, die Derivatmärkte performativ zu reproduzieren. Um die Zirkulation, die Zeitlichkeit der Reproduktion und die Logik der finanziellen Praxis zu begründen, muss man die Kraft des Risikos, der Unsicherheit und der Volatilität im Auge behalten.

Das Ritual eines finanziellen Ereignisses ist performativ erfolgreich, wenn es die Integrität der Form oder Struktur de Märkte reproduziert und damit die Liquidität aufrechterhält, egal welche Volatilität in der Entfaltung der Zirkulation enthalten ist. Das Problem ist hier die Reproduktion der Form einer Form, angesichts der Volatilität und den Risiken/Unsicherheiten einer zukünftigen Volatilität sowie bezüglich der Strategien, die in sie implementiert sind. Die Performativität re-objektiviert die Form der Form, i.e. eine transformierte Form, die ideologisch als Aufrechterhaltung der Integrität und Identität des Marktes erscheint. Insofern die finanzielle Zirkulation alle soziale Formen flüssig macht, müssen diese Formen sich ständig selbst re-objektivieren. Die Vereinheitlichung der Performativität und die Objektivierung führen gemeinsam zu einer Rekonzeptualisierung der Totalität, die von kristallisierten Formen zu solchen führt, die permanent re-objektiviert werden müssen.

Dieser kontinuierliche Prozess der Re-Objektivierung besitzt seine eigenen sozialen Konsequenzen, i.e. die Formierung der Form ist positional, perspektivisch und provisorisch. Ein Derivatmarkt ist provisorisch, insofern seine Finanzierung, seine Agenten und die Liquidität sich ständig verändern; er ist positional, insofern seine Definition als Markt sich auf andere Märkte bezieht, und er ist perspektivisch, insofern seine Integrität von den Positionen der Einzelnen, die sich im finanziellen Raum befinden, abhängig ist. Die objektivierten Formen dienen hier als reale und fiktionale Räume, in denen die Geldströme hervorgebracht wie destabilisiert werden, und zwar mittels der Performativität, die sie re-objektivieren. Es ist zudem erforderlich, dass die Agenten ihren kollektiven Glauben an die Integrität der Form trotz der destabilisierenden Effekte der zirkulatorischen Kräfte beibehalten.

LiPuma betont immer wieder das Problem der Funktionalität der Märkte und des Derivativen. Wenn das Derivative als eine spekulative Wette funktionieren soll, sei sie auf Kapital oder auf eine Sicherheit für einen Kredit bezogen, der die Wette hebelt, dann benötigt man einen energetischen Markt. Das Derivat besitzt nur dann einen Wert, wenn es einen Markt gibt, auf dem es zirkulieren kann. Die Funktionalität des Marktes hängt schließlich aber auch von der Bereitschaft der Marktteilnehmer ab, angesichts einer unsicheren Volatilität einen Strom an Liquidität zu produzieren. Der Markt ist eine reale soziale Fiktion, welche die Agenten quasi automatisch durch ihren kollektiven Glauben an ihn produzieren und reproduzieren. Die Vermischung des Realen und des Fiktiven via des kollektiven Glaubens der Akteure sowie das Vertrauen an die funktionierende Totalität zeigt an, dass die Märkte einen performativen Aspekt besitzen. Die Liquidität besteht hier in der Repräsentation des Sozialen auf dem finanziellen Feld, was sich in der Objektivierung der Gegenpartei auf der einen Seite und der Annahme des Risikos auf der anderen Seite des Deals anzeigt.

Kommen wir zu dem, was LiPuma das spekulative Ethos nennt. Dieses ist für ihn ein Konzept, eine Disposition, eine Haltung gegenüber der Welt und ein Maßstab für das Selbstinteresse, das die Marktteilnehmer dazu bewegt, auf die Unsicherheit der Zukunft zu wetten. Die Spekulation mit Derivaten repräsentiert eine neue Art und Weise mit der Unsicherheit umzugehen und erfordert deswegen das spekulative Ethos, mit dem es gelingt, die Spekulation zu bewerten und zu valorisieren. Dies ist die oberflächliche Form einer sozioökonomischen Struktur, in der die Bearbeitung von Risiken als eine notwendige, objektive und nicht-persönliche Anforderung an die Akteure erscheint, mit den herrschenden Konjunkturen zurechtzukommen.

Das spekulative Ethos wird von denjenigen angetrieben, die als Konkurrenten und Unternehmer manchmal sogar kreativ der Unsicherheit begegnen und sie in Risiken transformieren, um Profite zu erzielen. Es erhält seine Logik, Praktikabilität und Kohärenz vom Faktum, dass die Kultur der Finanzialisierung den spekulativen Charakter determiniert, der bewusst und oft enthusiastisch Wetten eingeht, um Kapitalgewinne zu erzielen und symbolisch mehr als nur ein Stern unetr vielen zu sein. Für die Trader von Derivaten setzt das spekulative Ethos einen Impuls frei, der all ihre Immersion und Sensibilität in Richtung Markt lenkt. Das Ethos vermittelt zwischen der Spekulation als einem abstrakten Prinzip der derivativen Märkte und der Spekulation als einer praktischen Angelegenheit für die Teilnahme (als eine tauschbare Sensibilität).

Maschinen, Modelle, Gesetze und die Positionen innerhalb der Unternehmen, das heißt die techno-ökonomische Assemblage bestimmen die Maschinen des Tradings und vermitteln die Expressionen der spekulativen Impulse der Trader. Diese Assemblage in ihrer selbstreferenzielle Funktion, die Impulse der Trader zu kanalisieren und zu begrenzen, macht erst die Zentralität des Ethos kenntlich. Die Spekulation mit Derivaten repräsentiert eine neue Art und Weise des Umgangs mit der Unsicherheit, der geradezu nach einem Ethos ruft, um die Spekulation zu bewerten und zu valorisieren.

Ein hohes Level der Spekulation ist stets auf die Profitabilität der Volatilität bezogen, solange die Unsicherheit an den Märkten die Liquidität nicht verdampfen lässt. Die Spekulation fürchtet sich nicht vor einem Gott, sondern vor der Abwesenheit der Käufer. Die Partizipation der Akteure an Märkten, die Wetten gegeneinander und die Definition von Kompetenz und wettbewerblichem Erfolg, der mit dem quantifizierbaren Maß Geld gemessen werden kann, all das überdeterminiert das, was LiPuma das spekulative Ethos nennt.

Das Konzept Ethos bezieht sich zudem auf Sensibilitäten und Dispositionen, die tief in die Personen eingelassen sind, ja definitiv Teil ihres Seins und ihrer Verhaltensweisen sind, dass sie schließlich untrennbar von diesem Sein sind. Das Ethos ruft keineswegs in einer mechanistischen Manier ein bestimmtes Verhalten hervor, vielmehr ist es eine kollektiv gehaltene und kollektiv zirkulierende Einstellung, die auf ökonomische Aktionen drängt, die einen gravitationalen Druck auf die Agenten ausüben, die aber auch immer der Gegenstand von diversen Einflüssen bleiben. Das spekulative Ethos ist gewissermaßen auch ein Lifestyle, der ganz bestimmte Dispositionen und Eigenschaften zum Ausdruck bringt, um in einer bestimmten Art und Weise agieren zu können, gerade indem er die Beziehung zwischen den Strukturen des finanziellen Feldes und den Möglichkeiten eines Ereignisses vermittelt. Mit der kollektiven Befürwortung verwertet es sich selbst,

Die Spekulation besitzt zwei Signaturen der Zeit, die sich auf das Risiko beziehen: Es gibt eine intra-temporale Dimension, welche das Risiko konsequent der Erzeugung, Bewegung und dem Marketing des Produkts zuordnet, und es gibt eine inter-temporale Dimension, welche die Kontinuität der systemischen Bedingungen sichert, die für die Logistik, die Produktion und die Märkte notwendig sind. Die Spekulation kann in beiden Zeitregistern existieren, die wiederum mit zwei räumlichen Registern korrespondieren: Dem des Risikos, welches das gesamte soziale Leben von der Arbeit bis hin zum Spiel betrifft, und dem des wettbewerblich organisierten Risikos an den Derivatmärkten selbst. Wenn das Risiko also solches eine zentrale Position einnimmt, dann muss es sdas spekulative Ethos geben, dessen Ursprünge bis zu den Anfängen des Kapitalismus und der Erzeugung des relativen Mehrwerts zurückgehen, das aber heute unter der Matrix der Derivatmärkte auf einem völlig anderen Plateau funktioniert.

Die Spekulation mit Derivaten, die auf der Abstraktion der Risiken beruht, repräsentiert ein neues Stadium der Unsicherheit, das nach einem Ethos ruft, der die Spekulation bewertetet und valorisiert: Bis hin zum Punkt, an dem das Risiko als notwendig, objektiv und unpersönlich erscheint. Für die Trader liegt die Spekulation an der Schnittstelle einer Kultur harter Arbeit, mathematisch kalkulierter Risiko- und Rückfluss-Raten, der Kapazität, Derivate nuanciert auszupreisen, und der Bereitschaft, äußerst riskante Risikowetten einzugehen. Die Trader hebeln enorme Pools eines nomadischen, opportunistischen und spekulativen Kapitals. Interessanterweise versteckt sich das spekulative Ethos oft hinter sich selbst, insofern die Annahme von den Derivatmärkten als rational reglementierte und kalkulierende Maschinen weit verbreitet ist, womit vergessen wird, dass der Handel an den Derivatmärkten eine Praktik im elementaren Sinne des Wortes ist. Dabei ist immer ein kollektiver Exzess des Vertrauens mit im Spiel sowie der Glaube der Marktteilnehmer, es ginge bei jeder einzelnen Transaktion um die Möglichkeit ihres Lebens. Bei der Spekulation geht es dagegen eher um ein kollektives als um ein individuelles Verhalten, insofern monetäre Risiken von den Einzelnen nur eingegangen werden, insofern diese voraussetzen, dass andere dies auch tun und dass es stes Gegenparteien gibt, die auf bestimmte Angebote von bestimmten Akteuren eingehen.

Heute werden einerseits die Warenbeziehungen und Reproduktionsbedingungen (Häuser, Gesundheit, Bildung etc.) immer weiter finanzialisiert, andererseits geht es um den Aufstieg der Derivatmärkte und die Formen der Abstraktion, der Logik und der Motivationen, die sie erzeugen. Häuser wurden vor der Finanzkrise von 2008 zu finanziellen Assets transformiert, ja zu Underlyings. Das spekulative Ethos wandelte sich selbst zu einer neuen Klasse von Assets, als die Eigentümer lernten, dass ihre Häuser selbst zu Brücken wurden, die den Status, wie man jetzt ist, in den, wie man zukünftig sein wird, transformierten.

Die Frage ist, warum in einem bestimmten Moment der Geschichte des Kapitalismus das spekulative Ethos Mainstream wurde. Die Subjekte werden hier als die Verkörperung einer self-fulfilling-prophecy vorgestellt, und dies mittels neuer Mittel, die das Subjekt bewerten und valorisieren. Das spekulative Ethos induziert und fördert ständig das Vertrauen in die Märkte. Das spekulative Ethos, das die Trader ausführen, ist das Produkt der Verkörperung eines Feldes, vermerkt LiPuma mit Bourdieu, das heißt der Einführung der Strukturen der Märkte in Strategien und Praktiken. Die Thematik der Spekulation oszilliert andauernd zwischen der statistischen Kalkulation der Wissenschaften, der transzendentalen Eigenschaft einer Species von finanziellen Instrumenten, und einer Regularität, welche die Marktteilnehmer mit ihrer Immersion in den Markt selbst herstellen. Genauso sieht es mit dem Risiko aus, das zunächst als eine statistische Kalkulation erscheint, beispielsweise in einem Portfolio at-risk. Die mathematische Berechnung definiert das Level der Spekulation in einem Portfolio, um die maximalen Kosten bei Verlusten vorherzusagen. Das Risiko ist damit eine wichtige Eigenschaft von bestimmten Finanzinstrumenten. Diese transzendentale Sichtweise besitzt ihre Entsprechung in der Annahme, dass die Finance das Risiko durch formale Gleichungen beherrschen und beziffern könne. Zu denken, dass die quantitative Messung das Spekulative voll umfasst, würde aber bedeuten, vom Modell der Realität zur Realität des Modells zu gleiten.

Eine weitere Dimension des Risikos beinhaltet die kulturellen Market-Maker, die das Risiko als eine immanente Eigenschaft ihrer Praktiken des Tradens annehmen. Dazu benötigen sie adaptive Potenziale, um situationsbedingt das Risiko und das Level der Spekulation in einem sich konstant verändernden Markt zu beherrschen. Die Spekulation als eine kulturelle Form bezieht sich nun auf das Modell der Aktionen der Agenten, insofern eine identifizierbare Regularität beschrieben wird, und auf ein Modell ihres Verhaltens, insofern es die Aktionen der Agenten lenkt und beeinflusst.

Bei Marx ist nicht der Wert, wie LiPuma meint, sondern der in der Arbeitskraft enthaltene Spread eine Arbitrage. Wenn Arbitrage bedeutet, einen Vorteil aus einem simultanen und zugleich differenten Handel , das heißt aus dem Auspreisen derselben Ware zu ziehen, dann folgt daraus, dass der Mehrwert ein Beispiel für eine Wette repräsentiert, die zwei verschiedene Werte hat. Der erste Wert ist der durchschnittlich notwendige soziale Wert, der zweite ist der Surplus, der durch die größere Produktivität einer neuen Innovation erzeugt wird. Der Kapitalist zieht aus dieser Differenz einen Vorteil. Was hier unterstellt wird, ist eine Identität zwischen Produktion und Zirkulation, wobei sich die Arbitrage auf beide bezieht. Allerdings ist heute eine Unterscheidung vorzunehmen, denn der produktionsbezogene Kapitalismus zieht die Arbitrage aus der Arbeitskraft, während der zirkulationsgetriebene Kapitalismus die Arbitrage aus der Objektivierung des abstrakten Risikos zieht.

Für die Finanzmärkte und die Spekulation ist die Beziehung zwischen Temporalität und Volatilität zentral. Hedging ist eine Strategie, welche Risiken kompensiert, indem man eine entgegengesetzte Position zu einer am Markt existierenden Position einnimmt. Das Risiko oder die Spekulation ist der luminöse Bereich, in dem die Märkte und ihre Player die Volatilität und die Zeit in eine kalkulierte Relation von Gewinn und Verlust bringen. Die Spekulation basiert damit auf der Implikation, dass die Kreation einer spezifischen Relation (zwischen einer objektiven, den Erfolg realisierenden Transaktion und den Chancen für Gewinn und Verlust, welche durch Volatilität und Zeit gegeben sind), ausschlaggebend ist, um das monetäre Kalkül zu verstehen.

Dazu ist es notwendig, die semiotische Hierarchie, die in den spekulativen Transaktionen vorhanden ist, zu dekonstruieren. Jede spekulative Wette beginnt mit einem Zeichen oder einer Instanz. Es geht darum, wie die in den Derivaten anwesende Differenz eine Differenz macht. Man kann das Risiko nicht identifizieren und managen, wenn man nur ein singuläres Ereignis betrachtet, vielmehr muss man dafür das Ereignis oder Zeichen typisieren. Um eine Kalkulation vorzunehmen, müssen die Akteure das Zeichen mit Peirce als das „indexicol icon“ eines Typus annehmen. Und die Relation zwischen Zeichen und Typus muss transparent sein, sodass beispielsweise ein currency swap mit einem mathematischen Modell, das für Swaps erzeugt wurde, analysiert werden kann. Zudem benötigt die mathematische Ableitung der Preisbestimmung von Derivaten die Vorstellung von einem effizienten Markt als Totalität. Die Bereitstellung eines geschlossenen, sicheren und effizienten Raumes namens Markt trennt zum Einen die Formen des Risikos von ihren generativen Kontexten, sodass beispielsweise politische Ereignisse, welche die derivativen Preisbewegungen beeinflussen, wie andere marktorientierte Risiken behandelt und mit diesen vermischt werden können. Diese Art der Dekontextualisierung erlaubt es den Akteuren inkommensurable Risiken zu bündeln und auszupreisen, was LiPuma in mehreren Abschnitten als abstraktes Risiko analysiert. Wenn man eine effiziente Totalität voraussetzt, dann lässt sich wohl annehmen, dass alle Instanzen der Preismodelle „indexical icons“ eines Typus sind. Ein Derivat, z.B. ein Währungsswap, kann die projektierte Volatilität auf der Basis dessen typifizieren, dass die zukünftige Volatilität die vergangene Volatilität der im Derivat enthaltenen Relationalität (Bspw. Dollar.Euro) reproduziert. Die Technologie des Risikos basiert auf dem Leverage und der Konvexivität; das Objekt der Spekulation ist die Volatilitätsfuntkion des abstrakten Risikos.

Für LiPuma ist die Logik der Spekulation dreidimensional. Die erste Dimension betrifft die soziale Ontologie, innerhalb derer jede Instanz einen Platz einnimmt, der durch die Totalität gegeben wird. Zum zweiten zeigt diese Logik, dass die Agenten eine Risiko-Position identifizieren können. Die Unsicherheit wird in ein Risiko transformiert und zugleich werden die weltlichen Quellen des Risikos identifiziert und damit kommt es zur Aggregation verschiedener Risiken.

Die Trinität Ereignis, Typus und Totalität konstituiert Momente der Objektivierung, die wiederum erzeugt wird, um die Prozesse der Zirkulation zu beschleunigen. Wenn es einen Anker beim spekulativen Kapital gibt, dann ist es die Feier des Risikos, gemessen in der Volatilität des Derivats bezüglich des values at risk. Hinsichtlich der Subjektivierung greift LiPuma auf die Habitus Theorie von Pierre Bourdieu zurück und bemerkt, dass je mehr symbolisches Kapital für die Anerkennung in einem bestimmten Feld benötigt wird, desto mehr spezifische Arbeit wird auch zur Gestaltung der Karriere gebraucht. Die Arbeit transformiert zum Epizentrum des Selbst. Dies wird noch durch eine Sichtweise vorangetrieben, die das Unternehmen mit der Selbstproduktion gleichsetzt. In der Finanzindustrie wurde in den letzten Jahrzehnten definitiv ein neues Regime der Arbeit geschaffen. Es gibt einen Strom von Arbeit, der sich von der Produktion hin zur Zirkulation bewegt und dies in Richtung eines spekulativen, kurzfristigen, moralisch indifferenten und ökonomistischen Arbeitsregimes.

Der Habitus referiert auf eine Realität, in der die Agenten, die ein soziales Feld bewohnen, gerade durch ihre Teilnahme am Feld notwendigerweise bestimmte Dispositionen, Sensibilitäten, Wertehiearchien und generative Schemata des Denkens annnehmen. Die Agenten verkörpern den Habitus des Feldes in einer Art und Weise, die durch die Simultaneität und die Eingliederung des Kognitiven und des Körperlichen bestimmt ist. Dabei befinden sich die Finanzunternehmen in einem quasi schizophrenen Status, einerseits bedürfen sie der Kollaboration, andererseits auch der Konkurrenz und das intern.

LiPuma spricht von einer vollkommen monetarisierten Subjektivität. Es geht um die Evolution eines spezifischen sozioökonomischen Modus der Arbeit, dessen cutting edge, das im derivativen Trader verkörpert ist, in der Kreation und Valorisierung einer Subjektivität liegt, die auf der permanenten Akquierierung von Geld basiert. Die wichtige Frage besteht hier darin, wie die kulturellen und ökonomischen Bedingungen eine spezifische Struktur des Wünschens schaffen, mit der das Geld als generatives Symbol für alle anderen Ambitionen steht. Wie führt die Ziffer des Geldes zu einem indexical icon, welches das Selbstwertgefühl und das Selbstverständnis einer Person bestimmt, oder wie wird sie zur psychischen Trophäe eines gewinnenden Teams, sodass die Generierung von Geld zur ausschließlichen Motivation der Arbeit wird? Der Wunsch der Akteure nach Geld und der Glauben, dass Geld das entscheidende, wenn nicht einzige Objekt des Wunsches ist, das alle anderen Motivationen überschreibt, erscheint als rational, weil die Sozialgeschichte der Finance sowohl den Wunsch (Gier) als auch seine Interpretation (animal spirits) naturalisiert und normalisiert hat. Für diejenigen, für die das Geld einzig geltend für ihr Selbst ist, gibt es nie genug Geld. Was die derivative Finance geleistet hat, das besteht einfach darin, diesen Modus der Subjektivität zu valorisieren, indem er mit der Liquidität des Marktes und der Spekulation als einem sozialen Gut verbunden wurde. Für die Integration des Habitus gibt es drei Phasen zu vermelden, nämlich die Abtrennung der Agenten vom normalen Leben, eine Tradition, die auf der Verkörperung eines neuen Ensembles von Ideen und Dispositionen besteht, und die Einführung der Akteure in neue Wissenssysteme. Die Lebenszeit der Angestellten wird nun zum Teil des Unternehmens und bestimmt über die Wünsche und das Glück der Einzelnen. Es wird eine unhinterfragte Loyalität zum Unternehmen und bis in das scheduling hinein ein Wille unterstellt, immer erreichbar sein, wobei das Smartphone als ein „iron link“ funktioniert, der einen an den Job anbindet. Gleichzeitig werden die Angestellten in ihren Bankhäusern kaserniert, indem man beispielsweise in-house Restaurants schafft, in denen man sie isoliert, damit sie nur noch untereinander agieren. Firmeneigene Car-Services, die als Privileg verkauft werden, aber gleichzeitig dazu dienen, die Arbeitszeit zu verlängern, kanalisieren die Geographie des Lebens. Freunde außerhalb der Banken werden durch solche ersetzt, die innerhalb der Banken fungieren. Die meisten Bankhäuser blockieren inzwischen für ihre Mitarbeiter den Zugang zu den sozialen Medien. Die Message besteht hier darin, dass die Akteure nur dann die volle Monetarisierung ihrer Subjektivität erlangen können, wenn sie sich von sozialen Umgebungen fernhalten, die ihre Arbeit stören könnten.

Hinzu kommt die Erzeugung des Wettbewerbs, die auf nichts anderes abzielt als auf die Produktion von Profit, was die Fixierung auf das Geld als dem einzigen Maß für den Wert des Selbst noch verstärkt. Die unerbittliche Fokussierung auf das Geld normalisiert und naturalisiert diese Fixierung. Hierin sieht LiPuma ein Ritual verkörpert. Die Finance pflegt die Weltsicht, dass im Raum der Zirkulation alle Personen wie die Assets selbst kontingent und disponibel sind. So werden gerade Personen aus den höheren Ebenen ständig verschoben, von den Banken in die Hedgefonds, von den Regierungen in Banken usw. LiPuma beschreibt das finanzielle Feld als ein Venn-Diagramm, das sich aus einem Set von Kreisen mit verschiedener Größe zusammensetzt, Kriese, die inhärent durchlässigsind und sich extensiv überlappen. Sozial resultieren daraus dichte Netzwerke von miteinander verbundenen finanziellen Beziehungen.

In den Finanzorganisationen selbst herrschen Gegensätze, sodass es durchaus sein kann, dass die Trader eines Hauses gegen Produkte wetten, welche die Broker den Klienten ihres Hauses verkauft haben. Trader sehen wiederum die Quants als Nerds, denen jeder Spirit zum Traden fehlt. Es gibt eine Volatilität in diesen Beziehungen selbst, die Spannung zwischen einer Personifizierung eines mathematischen Modells, das nur den rationalen Agenten kennt, und dem in der realen Zeit lebenden Trader, der Informationen sammelt, die das mathematische Modell nicht bereithält, und der hypersensibel für die Intensität und die Größenordnung der Wellenbewegungen der Preise und der Volatilität ist.

Das finanzielle Feld und die Arbeitsplätze im speziellen sind institutionell auf die Kompression der Zeit bezogen, insoweit die Deals unter hohem Druck fabriziert, ausgetragen und realisiert werden.

Für diejenigen, die ganz in die Finance integriert sind, hat die Abwicklung einer Deadline nach der anderen zur Folge, dass die Uhr und Kalender als Feind erscheinen, und auch dies exemplifiziert noch einmal die Kompression der Zeit. Die Unternehmen programmieren ihre Mitarbeiter darauf, dass sie die Geschwindigkeit der Transaktionen unhinterfragt hinnehmen, und zwar als Index des Werts der Arbeit und des Vertrauens und der Untergegebenheit dem Unternehmen gegenüber. Die zeitliche Struktur des finanzielle Arbeitsplatzes garantiert, dass die Akteure kaum noch freie Zeit besitzen, noch nicht einmal ihre Erfolge genießen können, egal wie die Qualität ihrer Performance ist. Das zentrale Moment liegt hier auf der Exploitation des Momentums, dem sofort die Liquidation des Momentums folgt. Dem widersprechen auch die Theorien von den animal spirits nicht, die selbst tief im Glauben an einen rationalen Agenten verwurzelt sind.

Foto: Bernhard Weber

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