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Milios, Finance und (Non)-Ökonomie

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19 Jun , 2015  

Der kurze Essay von Patrick Jennings “Milios, Economy, Non-Marxism”  weist auf ein Problem hin, das die Relation zwischen der Ökonomie als kritisch-generischer Wissenschaft und der Nicht-Philosophie betrifft.

Jennings wirft prinzipiell die Frage des Determinismus auf,  wobei Marx zwischen einem determinierten Determinismus und einem vulgären Determinismus oszilliert, der allerdings durch die Hegel`sche Dialektik  abgeschwächt wird. Die These ist, dass Marx mit den Mitteln der hegelschen Philosophie einen allzu kruden Determinismus, der in seinen Untersuchungen zur Ökonomie schlummerte, zu verhindern versuchte, indem er ihn mit etwas überdeckte, das man gemeinhin Dialektik oder Reziprozität nennt (generell die Unterscheidung zwischen Ideenwelt und Realität, bei den Ökonomen im Speziellen die Unterscheidung von finanzieller und sog. Realökonomie).

Laruelle hat die obige Oszillation abgelehnt, indem er das nicht-marxistische Axiom „Determination-in-der letzten-Instanz“ eingeführt und es durch einen determinierten Determinismus ergänzt hat, der nur sekundär durch die Ökonomie bedingt ist (insofern diese wiederum durch das Reale determiniert ist). Laruelle hat nämlich die philosophische Transzendenz, die durch diverse Hegelmarxismen in den Marximus importiert wurde, aus dem marxistischen Material extrahiert und sie durch das Axiom „unilaterale Dualität“ ersetzt.

Geht man von drei wesentlichen Axiomen der Nicht-Philosophie aus, dann macht diese Fragestellung durchaus Sinn. Die drei Axiome lauten: 1) das Reale als radikal immanent oder Uni-lateralität. 2) Determination-in-der-letzten-Instanz als Klonen. 3) Philosophierbarkeit jeden Objekts, das als Material dient.

Laruelle differenziert also zwischen Determination (qua Realem) und Determination-in-der letzten-Instanz (Klonen) und identifiziert letztere mit Marxens Konzept. Damit zeigt sich dann die Figur eines determinierten Determinismus hinsichtlich einer kritisch-generischen Wissenschaft der Ökonomie in doppelter Hinsicht an: Einerseits ist die Determination durch das Reale je schon gegenüber der Ökonomie vorauszusetzen, das Reale, das auch den Klon Marxismus determiniert, andererseits bedingt die Ökonomie (hier wäre die Unterscheidung Real- und Erkentnisobjekt zu diskutieren) den Klon. Unter diesen Voraussetzungen/Bedingungen determiniert der Klon Marxismus-in-der-letzten Instanz.

In dem als miliospdf angefügten Essay sind diese Fragestellungen implizit schon enthalten, es bedarf kommender Analysen, um sie zu explizieren.

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