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Von Bagdad bis Beirut, wir werden weitermachen. Weder Sunni noch Schia!

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3 Jan , 2020  

Die irakische Regierung besteht aus allen bürgerlichen Fraktionen Iraks und wird von den Regionalmächten und der globalen Bourgeoisie akzeptiert, doch das Proletariat hat versucht, sie zu stürzen.

Die „Grüne Zone“ in Bagdad ist das Zentrum des globalen Kapitalismus, das Proletariat hat versucht, sie zu besetzen, und dafür viele Leben verloren.

Der Hafen von Basra ist ein globaler Korridor für Ölexporte und den internationalen Handel, das Proletariat hat ihn blockiert und versucht, ihn zu kontrollieren.

Die irakische Polizei, die Sicherheitskräfte, die Spezialkräfte und das Militär sind Organe des globalen Kapitalismus (mit der Beteiligung der schiitischen, sunnitischen, christlichen, kurdischen und turkmenischen Bourgeoisie, mit einer grossen Anzahl regionaler und internationaler Kräfte, z.B. amerikanische und europäische, türkische, iranische Truppen und viele mehr), doch das Proletariat hat sie angegriffen, genau wie ihre Zentren und ihre Kommandos in den Strassen und bis zu 650 Proletarier sind erschossen und über 20‘000 verletzt worden (ohne von der Anzahl Entführungen und Gefängnisstrafen zu sprechen).

Das Proletariat in allen rebellischen Regionen Iraks hat die Sitze aller politischen Parteien (religiös und national, ohne Ausnahme) und Häuser von Parlamentsmitgliedern und Staatsfunktionären niedergebrannt, sowie Polizeiposten und Sicherheitskräfte, die Medien, die Institutionen und das Ministerium der Justiz, die Zeitungen und die Fernsehsender angegriffen. Indem es so handelt, greift das Proletariat den Staat in seiner Gesamtheit an.

Gemäss dem Premierminister Adil Abd al-Mahdi hat diese Bewegung die nationale Ökonomie (den Kapitalismus) in jeglicher Hinsicht zerstört.

Die Angriffe des Proletariats in seinem Kampf waren alles andere als exklusiv, sie waren gegen alle Symbole, alle Personen, alle möglichen Grundlagen, verbunden mit der Geschichte der Autorität und der Repression, gerichtet, auch gegen die militärischen und diplomatischen Institutionen, die Supermärkte und die Geheimdienste, sowohl in- als auch ausländisch. All die Angriffe gegen die repressiven Kräfte der Pasdaran in der Stadt Kerbala sind nicht wirklich anti-iranisch, wie es die Medien behauptet haben, sondern sie sind Teil einer Aktion der Klasse gegen die repressiven Kräfte und ihre Zentren in all ihren Formen, genau wie die Angriffe gegen die Grüne Zone und andere Orte.

Ist das nicht klar, wenn man sich die einheitliche proletarische Aktion und ihre Parolen veranschaulicht: „Nieder mit allen Dieben“, „Von Bagdad bis Beirut, wir werden weitermachen. Weder Sunni noch Schia“, „Keine Heimat, keine Arbeit, wir bleiben alle auf der Strasse“, „Keine Heimat, keine Arbeit vor dem Sturz des Systems“. Das Proletariat hat es auf die Konterrevolution in ihrer Totalität abgesehen, genau wie in Basra im September 2018.

Die Bourgeoisie hat immer versucht, das Klassenterrain unserer revolutionären Bewegung zu deformieren. Sie haben verschiedene Methoden benutzt, um unserem Kampf jeglichen revolutionären Inhalt zu entziehen, sie erfinden Verschwörungstheorien und beschimpfen uns. All das, um die blutige Repression und die Zerstörung unserer revolutionären Bewegung hinter bürgerlichen Konflikten zu verstecken. Das Proletariat hat sich in sozialer Hinsicht gegen alle Ausbeuter erhoben und will sie all ihrer Macht berauben.

Das Proletariat versteht sehr wohl, dass sowohl die aus- als auch die inländischen der weltweit reichsten Kapitalisten (schiitisch, sunnitisch, kurdisch, christlich, jüdisch usw.) Teil des Staates sind und sie sind alle vereint zur Ausbeutung der Menschheit, darum muss der proletarische Kampf ein vereinter Kampf gegen sie alle sein.

Das kämpfende Proletariat erlaubt niemandem, es zu repräsentieren, es hat keine Forderungen und verhandelt nicht. Es hat überhaupt kein politisches Programm. Ist diese Rebellion nicht zutiefst ein Kampf der Klasse gegen das kapitalistische System in seiner Gesamtheit? Das einzige Programm des Proletariats ist seine Entschlossenheit, den vereinten Kampf gegen die Diktatur des Kapitals und des Staates weiterzuführen.

„Wir sind gegen euch alle und wir werden euch alles wegnehmen“, es ist die Autonomie der Klasse und die Stärke im Kampf unserer Bewegung. Deshalb ist es nicht einfach für den Staat, diese Bewegung zu beruhigen oder zu vernichten.

Das Proletariat ist nicht in einer Situation des Wartens oder der Depression. Seit dem Beginn der Bewegung und bis jetzt geht diese Bewegung weiter, trotz der massiven Repression und den staatlichen Morden gegen sie, und sie weitet die Tragweiten ihrer Kämpfe und ihrer Taktiken Tag für Tag aus. In Bagdad hat die Bewegung z.B. Kampfeinheiten gebildet und hat sich in sich in der ganzen Stadt verbreitet, um den Verkehr zu unterbrechen und die Kontrolle über die Brücken und die wichtigen Punkte zu übernehmen. Sie hat kollektive Koordinationstätigkeiten aufgebaut, um ihren Kampf auszuweiten und zu verbreitern, um den nächsten Tag und die nächsten Ziele zu planen, sie hat Flugblätter über ihren Kampf veröffentlicht und die verletzten Genossen gepflegt, all das ist die Koordination, die Organisation und die Ausweitung ihrer Kampfbereitschaft.

Die proletarischen Kämpfe der Vergangenheit haben stets einander Kraft gegeben. Genau so geht der Kampf weiter und steht zu seinen Klasseninteressen und seinem Internationalismus. Indem sie die geographischen Grenzen, den ideologischen, wirtschaftlichen und demokratischen Rahmen sowie den Nationalstaat zerschlägt, richtet sich diese Bewegung gegen das Kapital und den globalen Kapitalismus. Und heute existiert genau der gleiche Kampf in der Realität.

Das heutige Proletariat (in Haiti, Frankreich, Hongkong, Ägypten, Lateinamerika, im Libanon, im Irak und im Iran) befindet sich im gleichen Kampf, wir kämpfen gegen den gleichen Feind, wir haben die gleichen Interessen und die gleiche Hoffnung: der Sturz des Kapitalismus und die Verwirklichung der Gemeinschaft des menschlichen Lebens ohne Lohnarbeit, Ausbeutung, Profit, Kapital, Arbeit, Verschmutzung, Ungerechtigkeit, Kriege und Zerstörung.

Dieser proletarische Kampf ist weder ein „anarchistischer“ noch ein „sozialistischer“ Kampf, auch kein Kampf für die demokratische Macht oder die Kontrolle des Nationalstaates – es ist ein revolutionärer und internationaler Kampf der Klasse gegen die kapitalistische Diktatur über das Leben (und die Erde). Es ist ein Kampf, um das Leben von jeglicher Form menschlicher Sklaverei zu befreien.

Wenn heute junge Aktivisten auf die Strasse gehen, die Initiative übernehmen im Kampf und sich daran aktiv beteiligen, so ist das etwas natürliches!

Denn diese Generation, obwohl sie täglich vor der Katastrophe des Kapitals flüchtet, träumt vom Leben. Sie sind es, die nicht die geringste Stabilität im Leben haben. Was sie heute haben, wird vielleicht nicht bis morgen andauern. Was ihnen heute als nah erscheint, scheint morgen sehr weit weg zu sein. Die Habgier des Kapitalismus, seine Kriege und sukzessiven Katastrophen liessen ihnen keine andere Wahl als den konstanten Kampf. Diese Situation intensiviert sich immer mehr auf globaler Ebene und wird zu einer Hölle, welche das Proletariat in den Kampf drängt. Ihr Kampf ist ein Kampf des Lebens gegen diese kapitalistische Hölle. Die Proletarier im Kampf verstehen den Kapitalismus und seine Katastrophe und sie fühlen sich lebendig und glücklich in ihrem Kampf für das Leben.

Der proletarische Kampf ist der Kampf der ausgebeuteten Klasse gegen den globalen Kapitalismus. Es ist ein Kampf für das Leben, gegen die Ausbeutung und die tödlichen Verhältnisse des globalen Kapitals.
Das Proletariat kämpft weiter: in Frankreich und im Libanon, im Irak und in Chile, in Hongkong und im Iran und es appelliert an alle anderen anliegenden Regionen, wo es möglich ist, sich zu vereinigen und Aktionen der Klasse in diesem Kampf gegen den Kapitalismus zu koordinieren.

In unserer Region blockiert die Beteiligung des Proletariats in der Türkei, in Israel und im Iran die Möglichkeiten des kapitalistischen Krieges und gibt unserem internationalen Klassenkrieg eine bessere Perspektive.

Nieder mit der Ausbeutung und der Unterdrückung! Nieder mit dem Krieg!

Nieder mit dem Kapitalismus!

Auf dass der Klassenkampf in der gesamten Welt weitergehen möge!

Genossen des internationalen Kampfes

Internationalistische Proletarier

Mittlerer Osten

November 2019

Internationale Kommunikation unter Genossen: internationalist [at] riseup.net

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