ZU Robert meisters neuem Buch “Justice is an Option” (5) – Eine Umwertung der Finanzmärkte

Im nächsten Abschnitt versucht Meister Instrumente zu entwickeln, mit denen nach Gerechtigkeit suchende Bewegungen Geldbeträge extrahieren könnten, um wiederum Liquidität für sich zu erzeugen, was Regierungen, die kaum an Gerechtigkeit interessiert sind, kaum tun wollen. So könnten die Bewegungen zum Totengräber des Finanzsystems werden, in dem Sinne, wie Marx davon gesprochen hat. Die Frage ist, ob solche Bewegungen nicht unterdrückt werden würden, und Meister weist in diesem Kontext zu Recht auf den Zusammenhang zwischen der finanziellen Industrie der Herstellung von Sicherheiten und der staatlich/privaten Sicherheitsindustrie hin.

Die Beträge, die bezahlt werden, um die Liquidität an den Märkten aufrechtzuerhalten, enthalten immer auch den gegenwärtigen Wert eines Hedge gegen das Ereignis der Nicht-Akkumulation durch Revolution oder finanzielle Sabotage. In politisch turbulenten Zeiten würde ein Teil der Kosten für die Aufrechterhaltung der Liquidität dann in den Ausgaben der Sicherheitsindustrie bestehen, die antikapitalistische Bewegungen durch die Polizei, Überwachung und Verschlüsselungsindustrie bekämpfen würden.

Es gibt einen wahrscheinlichkeitstheoretischen Modus der Governance, der zu Prognosen führt, und es gibt einen möglichen Modus, der zu Vorwegnahmen führen kann. Letzterer bezieht sich auf die Imagination einer geringen Wahrscheinlichkeit, die aber, wenn sie eintritt, drastische Konsequenzen nach sich zieht, die die Sicherheit beschädigen. Die Datenanalysen der Sicherheitsindustrien, die ihren Sinn auch darin haben, kommende Katastrophen im voraus zu visualisieren, kümmern sich weniger um einen versicherungsmathematischen Gebrauch, bei dem Risiken Wahrscheinlichkeiten zugeordnet werden, um sie zu minimieren. Die vorhersehende Visualisierung ist eher eine Art und Weise, heute schon von sich verändernden Sichtweisen der Risiken zu profitieren. Dies findet sich im Auspreisen von finanziellen Assets vor, die auf der gegenwärtigen Unsicherheit beruhen, ob vergangene Wahrscheinlichkeiten ein Wegweiser für zukünftige Wahrscheinlichkeiten sein könnten. Hier lässt sich vielleicht eine Analogie zwischen der Logik der Derivate in der Finance, die immer auch in der ex ante Visualisierung der Bedrohung von Liquidität besteht, und der Logik des Sicherheitsstaates herstellen, der immer ex ante auf Bedrohungen der Sicherheit agiert.

An den Finanzmärkten versucht man heute auch den möglichen Event einer Illiquidität zu modellieren, der beispielsweise durch Hacking oder terroristische Attacken eintreten kann. In der letzten Instanz ist aber die Liquidität des Finanzsystems an das Vertrauen gebunden, und eben auch an das Vertrauen in seine Sicherheitsindustrie, und gerade dies soll die Möglichkeit beinhalten, den Kollaps des Systems ex ante zu visualisieren (um ihn zu verhindern). Für Meister gibt es einen Link zwischen den kontingenten Aspekten der Liquidität und der Unsicherheit, ob Märkte überleben.

Die Idee, dass eine plötzliche Illiquidität der Märkte, entweder durch Sabotage oder Revolution hervorgerufen, den akkumulierten Reichtum vernichten könnte, zeigt auch an, dass die Furcht des Kapitals, dass es sich selbst zerstören könnte, und gerade nicht seine Blindheit gegenüber dieser Möglichkeit, von den Gegnern des Systems für die Demokratisierung der Finance genutzt werden könnte. Die Option für historische Gerechtigkeit ist nur dann nutzlos, wenn man annimmt, dass es keine Liquiditätsprämie gibt, die gerade in politisch und finanziell instabilen Situationen von revolutionären Bewegungen eingefordert werden kann. Sehr wohl hatte die vom Staat den Finanzmärkten zur Verfügung gestellte Liquidität einen Preis, den die geretteten Banken aber nicht zu zahlen brauchten, weil die Forderung nach Zahlung das Vertrauen in die Märkte nur weiter erschüttert hätte. Schließlich wurden die Kapitaleigentümer aus Gründen der nationalen Sicherheit gerettet, und die, die ihre Häuser verloren, wurden auf die Straße geschickt.

Es gibt heute in den USA einen nationalen Konsens darüber, dass die Aufrechterhaltung der Liquidität an den globalen Finanzmärkten für die nationale Sicherheit der USA essenziell ist. Die Finanzmärkte hätten sich nach der Krise längst nicht so schnell wieder erholt, wenn die Investoren nicht davon ausgegangen wären, dass die US-Regierung seit 9/11 nicht gelernt hätte, die Märkte vor Cyber-Attacken zu schützen. Meister fragt, was die abweichenden Patterns in den Realtime-Daten-Märkten sind, die als Legitimation für die Regierungen dienen, gegenwärtige Asset-Werte vor dem freien Fall zu bewahren. Wenn diese Patterns öffentlich bekannt wären, dann könnten sie auch wiederum geheim von Hackern repliziert oder umgelenkt werden. Deshalb ist bekannt, dass sie unbekannt sind, abgesehen von denen, denen sie ganz bekannt sein müssen, um unsere Sicherheit zu garantieren. Die Öffentlichkeit weiß und weiß nicht, dass seit 2001 die Metadaten dazu benutzt werden können, das Fortbestehen der Märkte zu triggern.

Die Finanzmärkte hätten nach 2008 sich nicht voll erholen können, wenn die Öffentlichkeit nicht daran glauben würde, dass Regierungen die Märkte vor Angriffen sichern können, wobei weiterhin Klarheit darüber besteht, dass die Staaten nicht jeden, der investiert, vor Verlusten beschützen werden. Wenn dann aber die Regierungen nicht dafür verantwortlich sind, was sie gerettet haben, warum kann man dann nicht annehmen, dass Finanzmärkte gehackt werden können und dies vielleicht sogar von ihren Beschützern? Man muss nicht daran glauben, dass die Metadaten, die für Trades genutzt werden, um die Sicherheit an den Märkten aufrechtzuerhalten, nicht für machtvolle Helfer der politischen Elite zur Generierung von Profiten verfügbar sind. Hat die Wall Street nicht längst schon sich selbst gehackt, fragt Meister. Dass Experten der Cybersecurity nicht für private Interessen eingreifen, scheint eher unglaubwürdig. Hayeks Vermutung, dass ein dezentraler Markt sicherer als jedes andere System sei, scheint heute eher seltsam, weil keine Daten über Transaktionen schneller verrechnet werden können als die instantane Aufnahme der Märkte aller bekannten Daten, um Preise zu generieren. In der Tat nimmt man an, dass es eine Computersimulation der Finance geben könnte, einen Meta-Markt, der sicherer als der Finanzmarkt ist, und der benutzt werden könnte, um diesen abzusichern. Aber wenn der Finanzmarkt nach wie vor gehackt oder sabotiert werden kann, warum sollte er dann nicht auch sozialisiert werden können, fragt Meister lapidar.

Gerechtigkeit als Option inkludiert, dass der Wert des Marktes durch jede Bedrohung gesteigert werden kann, egal ob sie politisch motiviert ist oder nicht, indem die Option die Forderung nach sicheren und robusten Märkten denaturalisiert. Die staatliche Bereitstellung von Sicherheit und Liquidität sind zwei Seiten derselben Münze. Beides sichert den Wert existierender Werte von finanziellen Assets, und beides hat einen Preis und benötigt eine unterliegende Maschine, die der Öffentlichkeit verborgen ist.

Organisierte Bewegungen, wie etwa die Bewegung für den Schuldenstreik von Studenten, deren Erfolg die Liquidität der Kapitalmärkte bedrohen könnte, werden wie die Arbeiter, die streiken, der Sabotage angeklagt. Für Meister muss die Sabotage demokratisch organisiert und damit legitimiert werden. Meister kommt an dieser Stelle wieder auf Randy Martin zu sprechen, der zwischen denjenigen an den Märkten unterscheidet, die fähig sind Risiken zu bewirtschaften, und denjenigen, die lediglich at risk sind, das heißt keine Risiken auf sich nehmen können.

Wenn die Finanzmärkte zwischen Cloud Computing und staatlicher Kontrolle navigieren können, dann wäre ersteres ein Punkt für revolutionäre Bewegungen, den man politisieren könnte. Dazu sollte das Internet weder staatlich noch privat sein, Weder staatliche Kontrolle noch der private Cash-Nexus, darin besteht die erste Losung.

Meister geht dann näher auf die Kryptowährungen ein. Zunächst ist die Ausgabe von Münzen ein historisch wichtiges Attribut der staatlichen Souveränität, das unterscheidbar ist von der Fähigkeit Schulden aufzunehmen, die durch die Fähigkeit Steuern in Münzen einzunehmen abgesichert ist, mit denen dann die Schulden zurückbezahlt werden können. Der Dollar ist zum Beispiel eine Münze, die allein die US-Regierung ausgeben kann ohne Schulden aufnehmen zu müssen und er ist zugleich eine Banknote, die die Plicht/Obligation der Regierung repräsentiert, die indiziert auf den Wert der Dollar Münze wird. Ein großer Teil des Angebots an Dollars sind heute Depositen, die von privaten Banken kreiert werden, die den Dollar kreditieren können ohne ihn auszugeben. Es sind verhandelbare Schuldeninstrumente, die durch das staatlich ausgegebene Geld indiziert werden (Geldzeichen, das keine staatlichen Schulden repräsentiert).

Dies beruht auf der Annahme, dass die Anerkennung der Münzen das ist, was Zahlungen konstituiert und dass die Ausgabe von Münzen das Gegenteil der Aufnahme von Schulden ist. Zur Frage der Anerkennung hat Karl-Heinz Brodbeck alles Notwendige gesagt; Geld kann nur dadurch existieren, dass es von jedem anerkannt wird, und der es anerkennt, weil alle es anerkennen.

Die zweite Voraussetzung besteht darin, dass Kryptowährungen auf der computationalen Kryptographie aufbauen. Der größte Vorteil dieser Währungen besteht darin, eine sichere Technik erfunden zu haben, mit der Münzen transferiert und auf einem Konto kopiert werden können, das universell verfügbar gemacht werden kann. Eine Münze als Geld ist damit die Einheit eines Kontos, das Transaktionen referenzialisiert, und sie ist ein transaktionales Zeichen, das gehortet werden kann, im Gegensatz zu demjenigen Geld, das durch die Liquidität des Kredits kreiert wird. Die Möglichkeit Derivate auf diese Währungen zu schreiben, setzt die Unterscheidung zwischen ihrem internen Kettengebrauch und ihrem externen Kettengebrauch als finanzielle Derivate voraus.

Oft wird von den Software Experten der Kryptowährungen davon ausgegangen, sie seien wegen der Verschlüsselung der Zeichen sicherer als hierarchisch aufgebaute Systeme der Kontenführung, die konstant mit exogen produzierten Zeichen wie dem US-Dollar abgeglichen werden müssen. Man teilt das Protokoll, aber keine privaten Passwörter, sodass Übereinstimmung darin besteht, dass alle Kopien eines universell gemeinsamen Kontos identisch sind. Die Verschlüsselung selbst genügt, es wird kein System der Überwachung benötigt, das für einen staatlichen Sicherheitsapparat charakteristisch ist. Natürlich muss diesen Verschlüsselungssystemen auch vertraut werden. Solch eine kryptographische Utopie würde die Notwendigkeit für eine Firewall zwischen einem Internet, das gehackt werden kann, und einem sicheren Finanzsystem eliminieren, und würde anzeigen, dass das existierende finanzielle System nur eins von vielen ist. Das Konzept von smarten Verträgen versucht die Option der Nichtübereinstimmung zwischen Vertragspartnern zu eliminieren, indem dessen Wert auf Null reduziert wird. Aber was passiert, wenn sich die Umstände für die Parteien, die solch einen Vertrag eingehen, verändert haben?

Gleichzeitig, und das zeigt auch Bitcoin an, kann dessen Zeichen als ein spekulatives Investment von denjenigen gehortet werden, die auf die Zukunft dieser Plattform vertrauen. Kryptowährungen können on par mit anderen finanziellen Assets gehandelt werden, die im Finanzsystem koexistieren. Sie können dem eigenen Portfolio Liquidität hinzufügen. Es ist ein Investment, das ausbezahlt werden kann, wenn diese Coins als eine Assetklasse von offiziellen finanziellen Institutionen gekauft werden, falls diese eben nach potenziellen short Positionen in der Zukunft suchen. Selbst Banken wie JP Morgan experimentieren längst mit Blockchain – der besten etablierten Technologie für steigende Redundanzen, der Anzahl der backups – als einer Form der Sicherheit. Und Staaten selbst, siehe China, können dieselben kryptographischen Techniken benutzen, um digitale Münzen auszugeben, die at par mit ihrem Fiat Geld sind.

Die Frage, die Meister an dieser Stelle stellt, heißt, ob eine wachsende Akzeptanz einer Pluralität von Coins oder Währungen neue Möglichkeiten für zur Stabilisierung oder Destabilisierung existierender finanzieller Relationen schafft. Und seine Antwort besteht darin, dass diese Pluralität Möglichkeiten schafft, Optionen auf diese Möglichkeiten zu schreiben, und damit Effekte außerhalb der Community zu erzielen, in der sie schon akzeptiert werden. Damit sind neue finanzielle und politische Strategien zur Arbitrage möglich.

Das derzeitige Revival des Wortes Münze, das dazu dient, ein Zeichen in einem sicheren Messenger-System zu beschreiben, bezieht sich auf die traditionelle Unterscheidung zwischen Geld, das aus Minen stammt und angeblich einen intrinsischen Wert besitzt, und Geld, das im Prozess des Austauschs kreiert und im Kredit verlängert wird. Wenn die Designer der Kryptowährungen den intrinsischen Wert ihrer Münzen operationalisieren wollen, dann versuchen sie wie bei der Metallmünze ihn auf einen seltene Ressource zu binden.

Meister untersucht Bewegungen, die nach einer Veränderung im Kapitalismus suchen, und die zugleich mit der gegenwärtigen Volatilität des Kapitals operieren. Diese Bewegungen kreieren natürlich auch finanzielle Möglichkeiten in und für die finanziellen Institutionen, short oder long hinsichtlich der operativen Effekte der Bewegungen zu gehen, egal welche Taktiken man nun verfolgt (Sabotage, Streik, Boykott etc.) Eine Umweltbewegung könnte gegenüber Hausbesitzern die Volatilität von Eigentumsrechten erhöhen, indem das Risiko der Inbesitznahme erhöht wird, und sie könnte damit den Wert des Hedgens gegen solch ein Risiko steigern. Meister denkt zudem an die Ausgabe von Coins, die hinsichtlich einer vertretbaren internen Metrik des Werts oder des Erfolgs für die Bewegung indiziert werden müssen. Es bleibt aber die Frage, ob alternative Währungen als ein Mittel für den antikapitalistischen Widerstand mobilisiert werden können, bevor die Bewegung unterdrückt wird. Was wäre, wenn die Kryptowährungen und die Investments in sie als Investmentinstrumente designed würden, um das System der finanziellen Vermittlungen zu transformieren, das heute noch durch die Ausgabe von FiatGeld wesentlich mitbestimmt wird? Möglich wäre dies durch Insidertrading der eigenen Instrumente. Oder man müsste die finanzielle Furcht, die man hervorbringt, selbst hebeln. Meister sagt, dass die rechten Bewegungen so etwas im Moment viel besser verstehen als die linken Bewegungen. Man kann natürlich davon ausgehen, dass Staaten solche Währungen bekämpfen würden.

Aber es geht nicht hauptsächlich darum, dass politische Bewegungen Fonds hedgen sollen, um vom Chaos zu profitieren, dass sie vielleicht selbst anrichten. Die Bewegung muss für ihre Anhänger einen internen Wert erzeugen und etwas Sinnvolles für die Außenstehenden tun. Aber sie muss schon erkennen, dass es Hedgefonds gibt, die von übertriebenen Ängsten profitieren können, die vielleicht aus dem Erfolg der Bewegung selbst resultieren. Soll solch eine Bewegung hinsichtlich dieser Befürchtungen in den finanziellen Institutionen nicht selbst long gehen?

Die hier vorgeschlagene Strategie ist eine Alternative zu der Fantasie, dass eines Tages irgendeine antikapitalistische Bewegung viral genug werden wird, um ihren kapitalistischen Wirt zu töten. Sie erkennt vielmehr an, dass Finanzinstitutionen innerhalb des Kapitalismus bereits parasitär sind – nicht nur im üblichen Sinne des Aussaugens von Blut, sondern weil sie wissen, wie sie von einer Bedrohung der Vermögenswerte profitieren können, indem sie sie als Anstieg der Volatilität behandeln, auf die man in den finanziellen Institutionen selbst setzen kann. Normalerweise reichen die Immunantworten des Kapitals qua Derivate aus, um seine Feinde zu bekämpfen. Aber vielleicht können politische Bewegungen doch Einfluss auf die Volatilität nehmen und sie selbst zu hebeln. Wenn es um das Shorten des Kapitals durch revolutionäre Bewegungen geht, beruht das einfach auf dem Faktum, dass es keinen notwendigen Link zwischen den ideologischen Positionen pro- oder antikapitalistisch zu sein gibt, und den finanziellen Positionen, eine Long oder Short Position auf die Liquidität des Marktes einzunehmen.

Meister fragt wieder, ob man die Fähigkeit des Kapitals sich selbst zu versichern (eine Ressource der Resilienz), von seiten politischer Bewegungen selbst hebeln könnte, um diese selbst zu stärken, und dies auch in finanzieller Hinsicht. Dabei müssen finanzielle Instrumente gar nicht von der Bewegung selbst ausgegeben werden, es können auch dritte Parteien sein, die das tun, und es kann Investoren geben, die nicht unmittelbar in der Bewegung beteiligt sind und sich letzten Endes gar nicht für deren politischen Erfolg interessieren.

Die Bewegung gegen den Klimawandel versucht implizit den Aktienpreis von Firmen Exxon zu senken, in dem sie den gegenwärtigen Wert des wichtigsten Assets der Ölindustrie in Frage stellt, nämlich die Option Ölreserven zu einem nicht definierten zukünftigen Datum auszubeuten. In finanziellen Terms hieße das, dass die Taktik der Bewegung darin besteht, eine Bewertung dieser Option vorzunehmen, die das politische Risiko eines erhöhten zukünftigen Bewusstseins des Klimawandels enthält, wenn seine Effekte sich anzeigen. Man kann aber auch Derivate auf den Spread zwischen einer politischen Bedrohung der Liquidität und der historischen Wahrscheinlichkeit, dass ein Ereignis auftaucht, das Illiquidität erzeugt, schreiben. Man muss sich dann nicht in politische Bewegungen einkaufen, um von ihrem Erfolg zu profitieren. Umgekehrt könnten Bewegungen selbst Instrumente schaffen, um von einer befürchteten Bedrohung der Liquidität, die sie vielleicht selbst erzeugen, zu profitieren. Hacking und gemeinsame Aktionen von vielen Teilnehmern in den finanziellen Netzwerken sind natürlich Möglichkeiten, aber es geht zudem um die Frage der politischen Legitimation, ohne die solche Aktionen vom Kapital selbst leichter unterdrückt werden können. Das Kapital benötigt unbedingt Liquidität und imaginiert ständig Bedrohungen derselben, und es ist die Aufgabe der antikapitalistischen Bewegungen davon parasitär zu profitieren.

Teil 1 hier, Teil 2 hier, Teil 3 hier, Teil 4 hier

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