Frankreich vor zwei Jahren: Ein aufständischer erster Dezember – Ein Tag, an dem alles möglich schien

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Der 1. Dezember 2018: ein historischer Tag

Der Aufstand der Gelben Westen ist erst seit zwei Wochen in vollem Gange. An diesem Samstag war es der 3. Akt einer vielfältigen, unkontrollierbaren und neuartigen Bewegung, die von den Kreisverkehren ausging und bis ins Herz der Hauptstadt explodierte.

Der Arc de Triomphe wird angegriffen. Der Flughafen von Nantes wird überfallen. In Südfrankreich brennen die Mautstellen. Dutzende von Banken werden zerstört. Polizeiautos werden angezündet. Die Präfektur von Le Puy en Velay liegt in Schutt und Asche. Tausende von Kreisverkehren und Straßen sind blockiert. Mehrere Metropolen sind in Aufruhr. Rathäuser werden gestürmt.

In Paris gibt es einen Aufstand: Die Polizei hat verloren. Zehntausende von Granaten wurden abgefeuert, aber die Situation ist völlig außer Kontrolle geraten.

Es wird ein Vorher und ein Nachher geben. In den darauf folgenden Tagen: Panzer werden in den Straßen von Paris eingesetzt. Im Hof des Élysée-Palastes wird ein Hubschrauber zur Evakuierung Macrons bereitgestellt. Der Präsident wird im Fernsehen und in der Dunkelheit eingreifen. Tausende von Gegner:innen werden verhaftet. Oberschüler:innen, die sich in der darauf folgenden Woche der Mobilisierung anschließen, werden im ganzen Land massiv mißhandelt und verhaftet. Die Revolution wird mit Gewalt erstickt werden.

An welchem Punkt wird eine Revolte zu einer Revolution?

Wann werden Ausschreitungen zu einer Revolte?

Diese Fragen tauchten Anfang Dezember 2018 auf. Und sie werden ohne Zweifel wieder auftauchen.

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