Verschuldung – Schuld und Schulden

Seit geraumer Zeit schon tritt im postfordistischen Kapitalismus eine Regierungstechnik bzw. Governance in den Vordergrund, die Schulden heißt. (Vgl. Lazzarato 2012: 39f.) Es handelt sich hier um ein Dispositiv, das die maschinelle Fabrikation von ökonomischen Schulden betreibt, indem es die machtbasierte Gläubiger-Schuldner Relation massiv zugunsten des Gläubigers vergesellschaftet, der allerdings zugleich als Schuldner (Banken) in der Lage erscheint, jegliches Geld in Kredit zu verwandeln, das er sein Eigentum zum Zwecke der Vermehrung nennt. Der Begriff Governance bleibt in unserem Kontext stets auf Foucaults Begriff der Gouvernementalität bezogen, der jenen Schnittpunkt von staatlichen Machttechniken/Regierungspraxen und individuellen Selbsttechniken beschreibt, »an dem die Form der Lenkung der Individuen durch andere mit der Weise ihrer Selbstführung verknüpft ist.«1 Der Begriff Gouvernementalität wird also von Foucault im Sinne einer präzisen Bestimmung und Schärfung des Problems des Regierens dahingehend gefasst, dass er die Regierung als »Führung der Führungen« beschreibt, als eine objektivierte und stratifizierte Machtkonstellation, in die sowohl die »Regierung des Selbst« als auch die »Regierung der anderen« eingebunden bleibt. (Vgl. Lemke 2007: 53f.) Die Verknüpfung von Regieren (»gouverner«) und Denkweisen (»mentalité«) bedeutet in Foucaults Kontext, dass dem Begriff der Gouvernementalität eine Form der Repräsentation inhärent ist, die anzeigt, wie man als Regierung diskursive (und nichtdiskursive) Felder aufspannen kann, die es ermöglichen, eine produktive Ausübung der Macht im Zuge demokratischer Politisierungen, Planungen und Inwertsetzungen von Praktiken des Lebens und Erlebens nicht nur zu begründen, sondern auch zu konzeptualisieren und zu strategemisieren. Hinsichtlich der Regierung haben wir es immer schon mit maschinellen Politiken zu tun, die in einem durch starke Attraktoren gekrümmten polit-ökonomischen Zeit-Raum wirken, in dem sie sich historisch-singulär aktualisieren, wobei die Politiken ein Set von Optionen anbieten, die als harmonisierende oder als konfligierende Lösungs-, Bearbeitungs- und Bewirtschaftungsstrategien des sozio-ökonomischen Feldes gelten. Diese Strategien stellen Möglichkeiten der Intervention bereit, die in und ausgehend von den entsprechenden Institutionen, Apparaten und Technologien stattfinden. Somit stellt das Regieren kein alleiniges Privileg des Staates dar, sondern man sollte es generell als eine rationale Steuerungspraktik von Institutionen und Sozialitäten im Rahmen von Machtverhältnissen begreifen, wobei die produktiven Interventionen hinsichtlich der Inwertsetzung von Leben, Kognition und Körper sich auf die vielfältigsten Felder des Politischen, Ökonomischen und des Sozialen erstrecken (ebd: 35f.), bis man schließlich mit Negri/Hardt von einem extrem fluiden Machttypus sprechen kann, einer »governance without government«. Und herauszustellen bleibt mit Agamben, dass der »Terminus technicus« der Gouvenementalitätsstudien von Foucault der Begriff des Dispositivs ist, der a) ein Ensemble von diskursiven und nicht-diskursiven Elementen – Institutionen, Apparate, Gesetze, Maschinen, Objekte und Aussagen etc. – definiert, b) die strategischen (und stratifizierten) Funktionen innerhalb der Machtverhältnisse bezeichnet und c) Macht- und Wissensverhältnisse miteinander verbindet, inklusive deren  Materialisierung in Institutionen, Funktionen und Strukturen. (Agamben 2008: 9) Durch eine spezifische Ausweitung des Begriffs des Dispositivs kommt Agamben schließlich zu der Auffassung, dass jede Affizierung der Lebewesen – sei sie von humanen oder nicht-humanen Objekten hervorgerufen, von der Fabrik über die Literatur bis zum Handy – so etwas wie einem Dispositiv geschuldet bleibt. Nur aus den Kräfteverhältnissen zwischen den Dispositiven und den Lebewesen gehen für Agamben Subjekte hervor, die entsprechend dem Wachstum, der Organisation und der Verkettung der Dispositive von mannigfaltigen Subjektivierungs- und Desubjektivierungsprozessen durchzogen sind. (Agamben 2008: 26f) Somit inkludiert jede Art der Regierungstechnik und jedes einzelne Regierungsdispositiv Prozesse der Desubjektivierung und Subjektivierung; im Falle der Dispositive der Kontrolle handelt es sich dabei um ganz spezifische maschinelle Prozesse, in und mit denen sich Individuen als freie, d. h., als sich selbst kontrollierende, steigernde und optimierende »Subjekte« herzustellen vermögen. Darüber hinaus versteht Negri das Foucault’sche Dispositiv aber auch als ein Widerstandspotenzial, als ein Zusammenspiel von maschinischem conatus (Streben) und produktiver cupiditas (Leidenschaft), das die Autonomie der Subjekte innerhalb des Kapitalverhältnisses und gegen es stärkt, insofern das Maß an Kontingenz, das die flexiblen Regierungstechniken erlauben, als eine Ermöglichungsbedingung transversaler Macht begriffen und wenn möglich außer Kraft gesetzt wird.

Und selbst die Verschuldung der privaten Haushalte impliziert heute eine Regierungstechnik (ein Dispositiv der Macht, das Personen auffordert Schulden zu machen und natürlich zu begleichen), die die Banken und Kreditunternehmen nutzen, um mit ihrer Kreditvergabe die Lohnabhängigen unter den sowohl physisch als auch psychisch erfahrbaren Zwang zur regelmäßigen Rückzahlung der Schulden zu setzen, zu der sie sich vertraglich verpflichtet haben – womit man sie permanent am »moralischen« Modus der eigenverantwortlichen Kontrolle und Disziplinierung teilnehmen lässt, und dies mittels der Techniken der Individualisierung (man steht zu seinen Schulden, ja man affirmiert seine Schulden) und der Inwertsetzung (von Arbeitsvermögen und Lebensweisen), die für die ohnmächtigen Schuldner die ganze Lebenszeit vorhanden sind, nicht nur zeitweise (während der Arbeitszeit). Wir sehen, wir müssen Schulden an dieser Stelle als eine (gelebte) Technologie zur Fabrikation und Modulation, zur Regulierung und Steuerung von Subjektivität auffassen, mit der stets neue Praktiken der produktiven Selbstkontrolle einhergehen, sodass es jetzt das durch Demoskopie und Sozialkontrolle je schon geteilte Individuum, das Dividuum selbst ist, das die Kontrolle in Bezug auf sich selbst ausübt, wenn es als permanent verschuldetes »Wirtschaftssubjekt« sein Leben organisieren will. Schließlich sind alle monetären Ausgaben in Bezug auf die Schulden zu überprüfen. Und dies geschieht heute als Teil einer zunehmenden ökonomischen Prekarisierung von weiten Teilen der Bevölkerung. So verschraubt man die Technologien des Selbst mit der ökonomischen Logik der Prekarisierung, und letztere fordert dazu auf, noch alle Risiken und Kosten des Sozialen, die ja größtenteils schon privatisiert sind, auf sich zu nehmen, sodass eben private Schulden, geringes Einkommen oder wettbewerblich ausgerichtete Sozialleistungen individuell zu managen sind. (Vgl. Lazzarato 2012: 107f.) Dabei gehen die Dinge eigentlich perfekt zusammen – Kontrolle der Zeit und des Raumes, Kontrolle der Subjektivität, Projektion der Kontrolle in die Zukunft –, alles Faktoren, die für bestimmte Bevölkerungsschichten in einem gewissen Sinne durch ökonomische Schulden geprägt sind, wenn die private Verschuldung nicht gar zur Reduktion auf das nackte Leben führt, womit ein Prozess der Desubjektivierung statthat, der mit keinerlei Formen der Subjektivierungen mehr verbunden ist – z. B. radikale Verarmung, Hartz IV und die sich daraus ergebende vollkommene Zersplitterung des sozialen Körpers, wenn man z. B. sog. arbeitsunwillige Elemente in 30 qm große modulare Zellen verfrachtet und an digitale Konsolen anschließt, damit sie die Welt da draußen längst nicht mehr als das Benjamin’sche Fern-Sehen, sondern als Fernsehen erleben. Im Rahmen dieser neuen Biopolitik, die eine Konstellation benennt, in der die staatlichen und substaatlichen Dispositive keinerlei Subjekte mehr hervorbringen, bleibt das Leben letztendlich der reinen Verwaltungstätigkeit staatlicher Institutionen unterworfen, die ganz bewusst keinerlei Neuzusammensetzung der Subjektivität im Zuge der Bildung von (politisierten) Massen mehr zulassen. Darüber hinaus kann aber selbst noch das nackte Leben, von dem Agamben ständig spricht, zur Quelle einer Rendite werden, wie dies etwa in den USA ja geschehen ist, wenn infolge des Einsatzes von statistischen Modellen, mit denen man die Wahrscheinlichkeit einer ausfallenden Schuldentilgung bei einer Person bezogen auf die Gesamtbevölkerung berechnet, von vornherein als faul geltende Kredite an schwache bzw. insolvenzverdächtige Einkommensschichten ausgegeben und im Kontext sog. Verbriefungsverfahren auch gehandelt werden. Allerdings darf man an dieser Stelle auch nicht verschweigen, das wir es längst mit einer »transversalen Prekarisierung« (Marchart 2013: 398) quer durch alle Bevölkerungsschichten und deren Stratifikationen zu tun haben, die ähnlich wie die Verschuldung zu einer zumindest latent insistierenden Labilität aller Räume des Sozialen führt. Das Zusammenspiel von Verschuldung, Substitution der Lohnform durch Honorarzahlung und schließlich affektiver Selbstregierung unterwirft die Bewirtschaftung der Arbeitskraft einem ganz neuen Modell des Risikos, das nach deren permanenter Ausgestaltung desselben verlangt. Hinsichtlich der Produktion von Subjektivität sind es also längst nicht mehr nur die Dispositive der Sicherheit, die nach Foucault »ein Mehr an Freiheit durch ein Mehr an Kontrolle und Intervention« hervorbringen (vgl. Foucault 2004b: 103), sondern vor allem auch die Dispositive der Selbstoptimierung und Selbstkontrolle, die es ermöglichen, eine glaubende und beglaubigte und zugleich hoch emotionalisierte Selbstverwertung entlang der regulierend-regulierten Selbstmodelle zu betreiben. Die meisten biopolitischen Regierungstechniken intervenieren heute mittels der Dispositive der Kontrolle in sozio-ökonomischen Räumen und Zeiten, sie profitieren »von einer mathematischen Unterstützung […], die zugleich eine Art Integrationskraft im Inneren der zu der Zeit akzeptablen und akzeptierten Rationalitätsfelder ist.« (Foucault 2004a: 92)

Wenn man Foucault zufolge mit den Begriffen Biomacht und Biopolitik der Eintritt des bios, des politischen Lebens in die Felder der Macht und Politik innerhalb einer singulären Geschichte beschreiben kann, dann organisiert die Biomacht in anderer Gewichtung zur Biopolitik die historischen Regulierungen der Körper sowie der Bevölkerungen in einem sozio-ökonomischen Feld, in dem das Kapital und seine Bevölkerung nach der Zerschlagung der Souveränität und ihrer Regierungsformen »frei« sind, um möglichst unbehindert und ungehemmt zu fließen, während im Sinne der Affirmation und Vervielfältigung des Lebens (durch die Biomacht) zugleich Prozesse der Artikulation, Formation und Verdichtung von Interessen zu berücksichtigen sind, und hier ist der Einsatzort der biopolitischen Dispositive anzusiedeln. Die Biopolitik inhäriert Regierungsweisen, die auf die Beschleunigung, Inwertsetzung und Regulierung von Strömungen drängen, auf funktionale Zirkulation von Rohstoffen, Waren, Dienstleistungen, Geld und Kapital, und dies im Sinne einer permanenten Modulation bspw. auch der Arbeitsvermögen und schließlich des Lebens selbst, das zu einem funktionalen Modell der biopolitischen Kalküle und des Macht-Wissens umgebaut wird. War es zwischen vom 17. bis zum 19. Jahrhundert noch die Funktion der Disziplinardispositive, die Orientierung des Individuums an eine geringe Anzahl von konstitutiven Normen zu binden, so sind die Motivationstechniken des 20. und 21. Jahrhunderts viel stärker auf die kontrollierende und kontrollierte Steigerung der Freiheits- und Glaubensgrade von Individuen/Dividuen ausgerichtet. Die Matheme der Macht basieren nun viel weniger auf der verinnerlichten Exekution des Gehorsams, sondern zielen auf die aktive Selbststeigerung der Akteure ab, die sämtliche ihrer Vermögen von der Emotion bis hin zur Kognition wie eine stets ausbeutbare Ressource behandeln, um schließlich Effizienz herzustellen, ja um soziale Produktivität und Subjektivität zu optimieren. (Vgl. Lemke,T. 2013) Es sind schließlich die gelebten Technologien und Subjektivierungsformen des neuen Arbeitskraftunternehmers, die sich immer stärker in Bewusstseine und Psychen festsetzen, sich wahrscheinlich sogar neuronal bahnen, worüber dann die Biopolitiken neoliberaler Regime ihre Steuerungen vornehmen. Foucault zeigt in diesem Zusammenhang, wie in den verschiedenen Varianten des Neoliberalismus begriffliche Instrumente, Diskurse und Technologien entwickelt werden, um nicht nur die Heterogenität zwischen den wirtschaftlichen Maschinen, Institutionen und politischen Einrichtungen auf neuem Niveau einzurichten und zu stabilisieren, sondern um auch neue Formen der Subjektivierungen zu produzieren. Er erwähnt in seinem Buch Die Geburt der Biopolitik allerdings nicht, dass diese Subjektivierungen ganz einschneidend durch die Aussicht getragen sind, Verpflichtungen zu folgen, d. h., »Subjekte« zu werden, die weniger als eingeschlossene »Subjekte« fungieren, sondern als »verschuldete Subjekte« (Deleuze) ihre Schulden auf Lebenszeit zurückzahlen, womit sich das Sicherheitsdispositiv direkt auf die Zukunft auswälzt.

Die Neukonzeption des Verhältnisses von Staat und Ökonomie, auf die das neoliberale Modell besonderen Wert legt, besteht nun genau darin, die Funktionsweisen des Marktes zum ausschließlich organisierenden Prinzip des staatlichen Handelns zu machen; darin läge schließlich die Aufgabe jedes konstruktiv-strategischen Regierungshandelns, so die neoliberalen Konzeptualisten selbst. Zunächst enthält der Staatsinterventionsmus ein kantianisches Moment, das dazu dient, auf Grundlage des Sozialen als einer »natürlichen Bedingung« Möglichkeiten des Wettbewerbs und der Unternehmungen durch den Staat zu unterstützen. Der Neoliberalismus widerspricht damit eindeutig der Ideologie des passiven Konsumenten (ohne dass allerdings heute der Dienstleistende seinen Status als Konsument von Arbeit los wird), stattdessen soll das Individuum sich selbst als Produktion und Unternehmen seiner selbst situieren. Zum Zweiten können die philosophischen Wurzeln der neoliberalen Intervention bis auf Husserl zurückverfolgt werden. In diesem Falle erschließt sich der Wettbewerb nicht als Naturgesetz, sondern zeigt sich als die Essenz des Gesellschaftlichen selbst, die jedoch ständig konstruiert und formalisiert werden muss; in anderer Gewichtung als im klassischen Liberalismus lässt sich hier der Markt auf keinen Fall vom Staat befreien, wobei die Emergenz des Wettbewerbs auch nicht als Naturgesetz festgeschrieben wird, vielmehr hat der Staat von nun an permanent zu intervenieren, um den Wettbewerb auf allen Ebenen des Sozialen herzustellen oder zumindest zu befördern. Allerdings ist schon im klassischen Liberalismus angedacht, dass das soziale Feld mit Hilfe von polit-ökonomischen Prinzipien zu regulieren sei, mittels von Regierungsweisen, die mit der Einrichtung von Marktstrukturen eine Optimierung des jeweiligen Regierungshandelns selbst erzielen sollen. Heute gestaltet sich die neoliberale Governance als anti-keynesianisch, i. e. auf jeden Fall sollen die polit-ökonomischen Strategien weniger auf Kommmodifizierung qua Stärkung der effektiven Nachfrage als auf die Produktion einer konstruktiven Vielfalt und Differentiation der Kapitalisierung selbst abstellen. Und Foucault sagt an dieser Stelle weiter, dass man neben den heterogenen Ensembles der Ökonomie und des Staates hinsichtlich der Kontrolle und der Regulierung des Lebens noch ein drittes Element benötige, weil weder Recht noch Marktmechanismen allein in der Lage seien, die Heterogenität von Staat und Ökonomie zu versöhnen; Heterogenität, die u. a. darin besteht, dass das juristische Subjekt seine Rechte dem Staat abgibt, während das ökonomische Subjekt dem Gemeinwohl gerade dadurch dient, das es seine eigenen Interessen konsequent verfolgt. Und dieses Dritte sei das Soziale – ein Ensemble von Regierungstechniken, das auf dem Feld des Gesellschaftlichen experimentiert – das heute allerdings als das Produkt jener neoliberalen Techniken und Technologien vollkommen neutralisiert ist und vor allem als Effekt technologischer, politischer und ökonomischer Maschinen funktioniert, an deren Ströme fast alle Bevölkerungsschichten, ihre zusammengesetzten Körper und Bewusstseine produktiv angekoppelt sind (und heute viel weniger eingeschlossen sind), und dies völlig losgelöst von jeder Idee einer wilden Gemeinschaft. (Vgl. Lazzarato 2012: 107ff.)

Die Quintessenz Foucaults, die darin besteht, dass der Kapitalismus die verschiedenen Logiken kompatibel macht – ökonomische, politische und soziale Logik –, diese findet man auch auf der Ebene der Verschuldung wieder: Private Schulden, Staatsverschuldung und soziale Schulden. Letztere sind als Prozesse der Steuerung der kollektiven Lebensstile und der Regulierung der Bevölkerung durch die soziale Vollzeitaktivität herausfordernde Sozialstaatsprogramme zu verstehen, es geht um ein individualisierendes und zugleich kollektivierendes Management von Schulden, wobei das Soziale zunehmend mit den politischen und medialen Apparaten und regulierten, verschuldeten Subjekten in eins fällt. Und exakt an dieser Stelle entsteht ein neuer Modus der gouvernementalen Biomacht/Biopolitik innerhalb eines dem Kapitalismus immanenten Schuldendispositivs. (Ebd.: 95f.) In diesem Kontext erscheint es auch geradezu als absurd vom Staat als einer abstrakten Form im Sinne einer unveränderlichen Definition zu sprechen, denn der Staat – weder Subjekt noch Instrument – ist niemals als ein leerer Container oder Raum im Sinne Newtons aufzufassen (indem man etwas hinein packt), vielmehr gleicht er eher einem leibnizianischen Raum, der als solcher permanent veränderbar bleibt. Es gibt keine kapitalistischen Unternehmen ohne einen kapitalistischen Staat, ohne dass es jedoch ein staatliches Zentrum gäbe, aus dem die heterogenen Machtdispositive hervorgehen würden, denn die jeweiligen ökonomischen, politischen und sozialen Maschinen produzieren permanent eigene Machteffekte, werden allerdings durch etwas zusammengehalten und verkettet, was wir hier im Gegensatz zu Lazzarato, der an dieser Stelle die universelle Schuldenökonomie einsetzt, als Strukturen/Systeme der Kapitalisierung bezeichnen, das Ökonomische als determinierend in der letzten Instanz. Natürlich hat Lazzarato recht, wenn er darauf hinweist, dass Foucault die Problematiken um die Gouvernementalität des liberalen und neoliberalen Regierens nicht auf die Frage der Verschuldung und die ihr inhärierenden Machtbeziehungen gelenkt hat, obgleich er die damit einhergehenden Transformationen des neoliberalen Machtblocks und der Umwandlung der Demokratien in post-disziplinarische Regime in gewissem Maße antizipiert hat. Jedoch bleibt Lazzaratos Versuch, das vereinheitlichende Regime oder Dispositiv, das Finanzen, Realökonomie und Staat zusammenschließt, unter dem Terminus universelle Schuldenökonomie zu subsumieren äußerst fragwürdig, wenn er diese gar als negativ-ontologisches Existenzial (eines Nietzsche) vorführt und damit die Effekte der umfassenden Strukturierungen und Systematisierungen der monetären Kapitalisierung (in ihrem Differenzial), wie wir sie bisher vorgeführt haben, einfach unterschlägt. Lazzarato geht dabei von zwei grundlegenden Hypothesen aus, a) dem Vorrang der asymmetrischen und persönlichen Schuldenbeziehung gegenüber a-personellen Austauschrelationen, b) die Schuldenökonomie operiert durch die Produktion von Subjekten, das heißt durch die Mechanismen der Disziplin, Kontrolle und Moral. Um jedoch die gegenwärtige Konfiguration der Schulden zu verstehen, muss man nach wie vor davon ausgehen, dass die Schuldenökonomie Teil  einer kapitalistischen »Logik« ist, die simultan äquivalent und nicht-äquivalent operiert, durch Äquivalenz und Asymmetrie prozessiert, ja durch eine Produktion von Identität und Differenz. In diesem Kontext bleiben die Funktionen des Geldes von höchster Wichtigkeit, und dies eben nicht einfach als Schulden, die ex nihilo kreiert werden, sondern als Teil der verschiedenen Kapitalisierungsformate, wie wir sie in dieser Schrift diskutieren. Das Geld als Medium  wurde keineswegs im Rahmen des Kreditsystems in personale Beziehungen transformiert, vielmehr werden die Personen in Geld transformiert, ja Geld inkarniert sie, i. e. die Personen geraten zu Konsumartikeln  der Kapitalisierung und zum Material, das vom Geld geformt wird. Ohne die Beachtung der Funktionsweisen (rechtlich, finanziell, mathematisch etc.) der Kommensuration und Kapitalisierung, welche es ermöglichen die  Schulden zu tranchieren und neu zu verteilen, sodass sie unabhängig von sozialen und subjektiven Referenten durch das finanzielle System zirkulieren können, wären die Finanzialisierung und ihre Krisensymptomatiken gar nicht zu verstehen. Maurizio Lazzaratos Idee einer Vorrangigkeit einer asymmetrischen Gläubiger-Schuldner Relation gegenüber dem Kapitalverhältnis, wie man dies im Übrigen auch bei David Graeber vorfindet, kann das Geld als Geldkapital, in dessen Relation zu sich selbst das Phänomen der Verschuldung eben integriert ist, nicht zum Ausdruck bringen. Stattdessen weist Lazzarato mit seiner Konzeption einer katastrophischen Zukunft ohne Zukunft, die auf der universellen Verschuldungsproblematik sowie einer nietzeanisch inspirierten Analyse der asymmetrischen Macht basiert, dem Gläubiger einen fast gottgleichen Status zu. Lazzaratos nicht-ökonomische Theorie der Ökonomie geht also in eine ganz andere Richtung als die unsrige, sie folgt angesichts der aktuellen ökonomischen Transformationen dem Imperativ, von einer Kritik der politischen Ökonomie zu einer Theorie der allgemeinen Produktion oder allgemeinen Ökonomie überzugehen, um hier Batailles Kategorisierung ins Spiel zu bringen, eine Ökonomie, die die materielle, imaginäres und symbolische Ökonomien durchquert oder einschließt, das Verhältnis von Wunsch und Akkumulation, die symbolischen und monetären Strukturen und Prozesse.  Der Versuch, eine Überpolitisierung der Schuldenökonomie mit einem Hypernominalismus  zu kombinieren, kann die Logik der Kapitalisierung und deren Grenzen, die es erlauben Konjunkturen, Kontingenzen und Strategeme zu berücksichtigen, nicht erfassen, wenn man zudem das nietzeanische Kräfteverhältnis dahingehend liest, dass im Kreditverhältnis insbesondere die Herr und Knecht Beziehung weiter wirkt,  obgleich doch selbst Deleuze/Guattari, auf die sich Lazzarato ständig bezieht, von einer Axiomatisierung des Kapitals sprechen, was wiederum auf das Mathem der Ökonomie verweist.

Nehmen wir einen kurzen Exkurs über Moral und Theologie der Schuld vor, um dann noch einmal auf die Governance der Verschuldung zurückzukommen. Innerhalb des inhaltlichen Rahmens, den das theologische Schuld-Dispositiv setzt, erscheint es nicht möglich, die moralische Schuld analog der Schulden, wie sie einem ökonomischen Verhältnis eigen sind, zu begleichen (der ökonomische Gläubiger darf, wenn Schulden nicht beglichen werden, auch Leiden machen). Schuld (nicht Schulden) wird im Christentum a priori als Sünde definiert bzw. zur Sünde hypostasiert und kann eben gerade nicht beglichen werden, womit nach der Auffassung von Nietzsche im gleichen Atemzug das irdische Leben als Leiden gerechtfertigt und zugunsten transzendenter Erlösungsversprechen entwertet wird. (Vgl. Deleuze 1985: 107f.) Und im schlechten Gewissen verlagert sich die Schuld laut Nietzsche, der hier rein den moralischen/religiösen Diskurs über die Schuld ins Auge fasst, ins Innere eines sich entwertenden, reaktiven Lebens, wobei der Modus der verinnerlichten Schuld im Christentum durchgehend einem Diskurs der Transzendenz aufsitzt. Der Versuch religiös motivierte Schuld (die von der Transzendenz nicht zu trennen ist) mit der Konstellation der ökonomischen Verschuldung im Kapitalismus zu analogisieren (und dies in Bezug auf die Figur des Unendlichen), wie dies Lazzarato in seinem Buch Die Fabrikation des verschuldeten Menschen ausführt, erscheint hiermit unscharf. Lazzarato schreibt in diesem Kontext, dass im Kapitalismus das Denken des Unendlichen (vom Christentum in die Religion diffundiert) endgültig in der Ökonomie fundiert worden sei, und dies wiederum korrespondiere berechtigterweise mit der Vorstellung der Anthropologie, die besagt, dass Geld keineswegs als Tauschmittel, sondern als Ausdruck einer an sich nicht bezahlbaren Schuld (Opfergeld) entstanden sei. (Lazzarato 2012: 71f.) Wenn Lazzarato schreibt, dass das Kapital als Selbstbewegung des Geldes dank seiner Schuldenproduktion in vollkommener Immanenz seine internen Grenzen ins Unendliche verschiebt, so darf man jedoch zugleich die Realität des Kapitals als seine Endlichkeit nicht vernachlässigen. Bei Lazzarato wird gerade nicht gesehen, dass der ökonomischen Verschuldungs-Relation, wie wir sie im Kapitalismus vorfinden, eine (messbare) Endlichkeit insofern inhärent ist, als die zwischen zwei Akteuren eingegangene Kredit-Relation den Gläubiger dazu zwingt, die Möglichkeit der Zahlungsunfähigkeit des Schuldners nicht nur zu unterstellen, sondern möglichst exakt zu kalkulieren und damit im besten Falle auch auszuschließen, indem er eine Kalkulation des immanenten Risikos vornimmt, das die Verschuldungs-Relation in sich birgt – und dies in Hinsicht darauf, dass vom Schuldner pünktlich die Zahlung des Zinses und Tilgung des Kredites zu erwarten ist, Fälligkeiten also bedient werden und Terminierungen in der Zeit stattfinden, damit der Kredit zu einem im Vertrag fixierten Zeitpunkt endgültig liquidiert werden kann. Nun lassen sich Verschuldungen heutzutage natürlich auch distributieren, splitten und verbriefen, sodass eine maschinelle Konnexion der Kreditgeber und Kreditnehmer (die einander unbekannt bleiben) stattfindet, eine virtuelle, ein endlose bzw. infinite Verkettung der Kredite, welche die Rückzahlung in ver-rückter Weise aufschiebt, was wiederum der im Kredit eingeschlossenen Forderung nach Mehr entspringt und sich heute als differenzielle Geldkapitalakkumulation artikuliert. Aber selbst diese potenziell endlose Verkettung der Kredite bricht meistens an einem bestimmten Punkt ab und bleibt damit endlich, entweder durch die Tilgung der Schulden und der damit verbundenen Auflösung des Kreditverhältnisses oder durch die Zahlungsunfähigkeit eines Schuldners. Dem infiniten Aufschub der Tilgung des Kredits ist also eine spezifische Endlichkeit immanent.

Man könnte eine weitere Analogie zwischen ökonomischer Verschuldungs-Relation und der religiösen Deutung der Schuld darin sehen, dass das Kreditverhältnis einen Glaubensakt seitens des Gläubigers fundiert, den dieser mit der Ausforschung bzw. der Analyse des finanziellen Status des Schuldners jedoch von vornherein zu limitieren versucht. Und längst nicht jeder Glaubensakt muss eine religiöse Motivation besitzen. Wenn bspw. Samuel Weber in Luthers »Sola fide«-Grundsatz, der weniger den guten Werken, sondern dem Glauben allein die Fähigkeit zur Erlösung zuspricht, den Ausgangspunkt für ein heilsgeschichtlich fundiertes Kreditverhältnis sieht, und daraus folgert, dass im Kapitalismus nicht die Produktion, sondern einzig der Kredit (Glaube an die Zukunft) und der ihm entspringende Konsum Erlösung in Aussicht stellen könne (vgl. Weber 2009), dann wäre dem entgegenzuhalten, dass wir es hinsichtlich der ökonomischen Verschuldung mit einem höchst verweltlichten Glauben zu tun haben, den das Subjekt da mit seinem ökonomischen Engagement riskiert, vor allem auch hinsichtlich der Rolle des Gläubigers, dessen Erfolg qua Zinsempfang ja nicht von vornherein gesichert ist, weswegen er überhaupt erst Kalkulation betreibt. Die Kalkulation des Risikos und nicht etwa der Glaube an die Erlösung zeichnen das heutige ökonomische Verschuldungsprozedere bzw. die asymmetrische Gläubiger-Schuldner Relation aus, die beide Seiten eingehen, und dies rein gar nicht, um darin »Erlösung« zu finden, sondern um im besten Falle für beide Seiten ein wie auch immer geartetes Mehr zu erzielen, wobei der Surplus (Zins) und das Surplus-Genießen im Kapitalismus zusammenfallen oder auseinanderfallen können, je nachdem, welche ökonomische Position die Beteiligten schon vor dem Eintritt in das Kreditverhältnis einnehmen. Kredit beruht also nicht in erster Linie auf Glauben, sondern vor allem auf der Hinterlegung von Sicherheiten. In Bezug auf die Zeit heißt dies, dass dem Kredit Zeit inhäriert, aber nicht eine unbegrenzte Zeit, sondern eine begrenzte Zeit, er verlangt nach Metrik, Terminierung und Kadenz. Es geht um Strukturierungen der Zeit in der Zeit. Stehen sich in diesem Verhältnis bspw. finanzieller und fungierender Kapitalist gegenüber, so erwirkt die Verdopplung des Geldkapitals neben beiderseitigem Surplus eine Möglichkeit zum beiderseitigen Mehrgenuss, während der Konsumentenkredit dem Schuldner zwar keinen Surplus, aber zumindest Haus, Auto und erweiterte Formen des Konsums verspricht, die der Schuldner bis zu einem gewissen Maße auch zu realisieren vermag. Mit dem Konsumentenkredit wird heute nicht nur die Arbeitszeit, sondern zunehmend auch die Lebenszeit und jede Lebensäußerung des Schuldners okkupiert, reguliert und gesteuert (übrigens ganz im Gegensatz zum archaischen oder vorkapitalistischen Kultus, wo noch Trennungen zwischen Alltag und Fest stattfanden) – ein seltsames Erlösungsversprechen, das die Kreditgeschäfte da tätigen.

Auch lässt sich der Kredit hinsichtlich seiner Funktion in vorkapitalistischen Gesellschaften keineswegs mit kapitalistischen Kreditverhältnissen vermischen, wie dies bspw. David Graeber tut. In vorkapitalistischen Gesellschaften sind »Verpflichtungen«, so schreibt Polanyi,»in der Regel spezifischer Art, und ihre Erfüllung ist eine qualitative Angelegenheit, wodurch ihnen ein Wesensmerkmal der Bezahlung fehlt – ihr quantitativer Charakter.« (Polanyi 1979: 323) Und Polanyi schreibt weiter: »Eine Verletzung sakraler und gesellschaftlicher Verpflichtungen, sei es gegenüber Gott, Stamm, Sippe, Totem, Dorf, Altersgruppe, Kaste oder Zunft, wird nicht durch Bezahlung ausgeglichen, sondern durch eine qualitative Tat. Die Erfüllung einer Verpflichtung kann Brautwerbung, Eheschließung, Ausschließung, Tanz, Gesang, Verkleidung, Fasten, Wehklagen, Zerfleischung, ja sogar den Selbstmord umfassen, doch stellen sie deshalb noch keine Form der Bezahlung dar.« (Ebd.) Einer gesellschaftlichen Verpflichtung im Rahmen der Existenz vorkapitalistischen Opfergeldes nachzukommen, heißt also nicht unbedingt, ein ökonomisches Kreditverhältnis einzugehen. Man sollte in diesem Zusammenhang den sog. homo debitor als eine erweiterte Form des modernen homo economicus betrachten, als das verschuldete Wirtschaftssubjekt im Kapitalismus, dessen Zeitlichkeit man heute in toto zu regulieren, zu beherrschen und der sozialen Kontrolle anheimzugeben versucht; es erscheint vollkommen in die Verschuldungsmaschinerie der Finanzialisierung integriert, indem sein Zukunftshorizont in Form eines komplett säkularisierten Versprechens, Glaubens und Vertrauens aufgespannt wird, um ein kontrolliertes Mehr an Kapital und Mehr-Genießen zu schaffen (je nachdem welche ökonomische Position man einnimmt), was schließlich zum alles entscheidenden Imperativ gerinnt, eine wirklich sehr weltliche Form der Transzendenz, die schließlich mit Religion nur noch insofern etwas zu tun hat, als die höchste Form der Religion sich heute ihre Religionsfähigkeit per Gerichtsbeschluss bestätigen lässt, wie dies L. Ron Hubbard, Gründer der Church of Scientology, mit seiner eigenartigen Weise, profane Inhalte jedweder Art zu »sakralisieren«, vorgeführt hat, nur um kundzutun, dass man durchaus eine eigene Religion in die Welt setzen kann, um zu zeigen, dass es Religion nicht gibt.2

Um auf den Ausgangspunkt der Verschuldung zurückzukommen: Schulden implizieren spezifische Probleme, sie versprechen und schaffen Möglichkeiten, sie bilden im Kapitalismus und seiner einzigartigen Optionsmaschinerie eine der wesentlichen Voraussetzungen, um überhaupt Profite zu generieren (mit dem Kredit wird Geld als Geld für eine stets in die Zukunft projizierte Verfügbarkeit von Zeit verkauft. Siehe dazu Esposito 2010: 71f.) Man könnte deswegen ohne Weiteres resümieren: Wer sich im Kapitalismus nicht verschuldet, ist selbst schuld. Schuld ist in der Ökonomie gerade derjenige, der sich nicht verschuldet, während im religiösen Kontext derjenige schuld ist, der sich verschuldet (was dann auf ewig gesühnt werden muss.) Schulden erfordern also ein durch und durch säkularisiertes Glaubensbekenntnis, das auf Antizipation und Aufschub gleichzeitig sich stützt, entweder im Sinne der Hoffnung als dem Aufschub der Erfüllung (Gläubiger) oder umgekehrt als die vorzeitige Erfüllung (Schuldner), um im besten Fall, wie das beim Overtrading mit Derivaten der Fall ist, virtuelle Einkommen jetzt schon auszugeben, bevor sie überhaupt erzielt worden sind. Und diese Art von säkularisiertem Glaubensbekenntnis, das sich wesentlich aufgeklärt über seinen eigenen Modus der Gläubigkeit zeigt, beruht auf der Affirmation einer nicht bedachten Selbstbewegung des Kapitals und der darin eingeschlossenen »Unterwerfung unter das permanente und als an sich unendlich konstituierte, unentsühnbare ›Verschuldungsprinzip‹ der ›abstrakten Arbeit‹.« (Kurz 2012: 399) Kurz‘ Termini wären hier jedoch derart zu präzisieren, dass man zum Ersten das im Kredit inkludierte Verhältnis von Endlichkeit und Unendlichkeit nicht unerwähnt lässt, und zum Zweiten den Begriff der abstrakten Arbeit durch den der Kapitalisierung präzisiert. Es ist ja so, dass der Glaube an den Betrag x plus n dem Kauf eines Wertpapiers zum Preis x mit der Anweisung auf zukünftige Einnahmen x plus n (Mathem der Ökonomie) komplementär ist. (Vgl. Strauß 2011) Es geht hier also weniger um den Modus der Unwahrscheinlichkeit, der im Übrigen eine tragende Rolle in verschiedenen postmodernen Theorieansätzen spielt, wo behauptet wird, dass gerade aufgrund der komplexen Kalkulationsverfahren hinsichtlich kapitalistisch handelbarer Zukunft die dadurch noch komplexer geratene Welt komplett unberechenbar und unvorhersehbar geworden sei und gerade deswegen etwas wesentlich Religiöses an sich habe. In diesem Kontext gilt es zu berücksichtigen, dass Benjamins kritischer Impetus, wenn er den Kapitalismus als Religion bezeichnet, von der Riege der Postmodernen oft in eine Affirmation der kapitalistischen Märkte umgedeutet wird. Und hier wäre dann auch die Benjamin’sche Auflistung der religiösen Merkmale des Kapitalfetischs zu erwähnen, die u. a. den Terminus Verschuldung beinhaltet, wobei Benjamin das moralische Schuldig-Werden, das gesühnt werden muss – und dies ganz im Sinne religiös bedingter Strukturen persönlicher Verpflichtungsverhältnisse –, mit dem ökonomischen Verschuldungsprozedere im Kapitalismus analogisiert, ohne eben die das ökonomische Schuldenverhältnis konstituierende Immanenz des Kapitals im Gegensatz zur religiösen Transzendenz genauer in den Blick zu bekommen. Darauf spielt Rudolf Kaehr in seiner Replik auf Benjamins religiös motivierter Kapitalismuskritik implizit an, um daran anschließend jene Form der kapitalistischen Umkehrung zu denken, in der aus Schulden tatsächlich Gewinne werden, wobei diese Figur dem ökonomischen Dispositiv des Kapitalismus je schon eingeschrieben ist, das es, wie Kaehr im Anschluss an Bataille bemerkt, gerade zu sprengen gälte. Kaehr schreibt: »Es ist eine kennzeichnende Schwäche westlicher Kapitalismuskritik, selber in ihrem Paradigma verhaftet zu sein. Was wäre wohl aus Walter Benjamins tiefsinnigen Analysen geworden, hätte er sich vom Zwang befreit, alles auf Eines zurückführen zu müssen? […] Wie hätten sich seine Ideen entwickelt, wenn er nicht nur den Aspekt der Verankerung eines Vermögens in einer Schuld, sondern auch den Aspekt der Verankerung einer Schuld in einem Vermögen, gesehen hätte? Warum sollte es nicht denkbar gewesen sein, ein Denken zu wagen, jenseits von Schuld und Vermögen? Hat sich George Bataille nicht genügend in der Heterogenität verausgabt, um eine Souveränität jenseits ökonomischer Verschuldungen zu denken? Und was wäre aus einer Religion, etwa der Befreiung, geworden, wenn sich die Verankerung als eine Lichtung jeglicher Anker und die Lichtung als eine Ermöglichung von Verankerung, jenseits jeglicher Notwendigkeit, aber mit aller Wendigkeit einer ursprungsfreien Ökonomie, erwiesen hätte? Nicht auszudenken, wie dann die westdeutsche Philosophie und Kapitalismuskritik sich von ihren Ursprungsmythen hätte befreien können.« (Kaehr 2013) Es ist ohne Weiteres einsehbar, dass die Figur der Verschuldung (entgegen der Figur einer ursprungsfreien Ökonomie) sich einerseits auf eine recht traurige Erinnerung an die eigene Schuldenaufnahme und andererseits auf die kalkulatorische Vorwegnahme der Zukunft bezieht, um Terminierungen in beide Richtungen fließend in der Zeit sicher zu stellen, die schließlich notwendig sind, um vor allem Zukunft als kalkulierbares Termingeschäft in Permanenz projektieren und auch durchführen zu können.

Das ökonomische Dispositiv der Verschuldung im Kapitalismus bringt also ganz bestimmte Formen der Subjektivierung hervor, wobei wir spätestens seit Nietzsche wissen, dass die Relation der Verschuldung nicht nur das Versprechen seitens des Schuldners impliziert, die Schulden samt Zins in Zukunft zurückzuzahlen, sondern auch den durch und durch kalkulierten Glauben des Gläubigers, dass der Schuldner es wirklich auch tut, was beim Schuldner wiederum reaktive Kräfte voraussetzt, um selbstverantwortlich Schulden übernehmen und diese auch bedienen zu können. Die Konstellation der Verschuldung impliziert das aktive, das kalkulierende Vertrauen des Gläubigers an die stetige Amortisierung der Schulden plus Rendite, was durch das Wort Kredit verbürgt ist. Darin ist die Hoffnung eingeschlossen, dass der Schuldner als z. B. fungierender Kapitalist in Zukunft selbst Renditen generiert, damit eine Tilgung der Schulden plus Zins gewährleistet ist, auch im Hinblick darauf beim Gläubiger weitere Schulden aufzunehmen und aufzutürmen, um infolgedessen höhere Renditen für beide Seiten zu ermöglichen.3 Die logisch-ökonomischen Voraussetzungen, die notwendig sind, um in ein Gläubiger-Schuldner-Verhältnis überhaupt einzutreten, bestehen im Hinblick auf den Schuldner u. a. darin, dass dieser ein Versprechen für die Zukunft abzugeben bereit ist (das die Möglichkeit der Zahlungsunfähigkeit miteinbezieht und seitens des Gläubigers als Risiko bewertet wird), um dann als Schuldner einen Gewinn erzielen oder eine Konsumtion jetzt sofort durchführen zu können. Diese Formen der Zeitlichkeit stellen in der Tat ein signifikantes Merkmal dar, wie Schulden eine neue Ethik des Handelns und der Selbstkonstitution begründen, um vor allem das verantwortungsvolle und zugleich das genießende Subjekt herzustellen, ein Subjekt, das wie Lazzarato richtigerweise insistiert, niemals rein kognitiv funktioniert, niemals nur seine psychischen und intellektuellen Fähigkeiten mobilisiert, sondern auch seine anderen körperlichen Potenzen, wenn es denn die ethische Zeit der Wahl, der Entscheidung, der Affekte und des Spiels mit der Zukunft kalkuliert, um sich als das Maß seiner eigenen Bonität zu artikulieren, und dies im Rahmen einer Wertschätzung, die stets der Evaluation des verschuldeten Subjekts durch den Gläubiger bedarf. Wenn Lazzarato in diesem Kontext ausgerechnet Marx in seine Analyse einführt, so bezieht er sich auf den wenig bekannten Text Credit and Bank von 1844 (MEGA II IV/2: 428ff.), denn hier findet Lazzarato einen »nietzscheanischen Marx« vor, der die Bedingungen der Verschuldung vollkommen an die Lebensumstände und Lebensweisen der Armen knüpft, diejenigen, die große Teile ihrer Lebenszeit vermieten müssen. (Lazzarato 2012: 60ff.) In mehreren Passagen wiederholt Lazzarato, dass die These vom kognitiven Kapitalismus die Dimension der Schuld(en) nicht gänzlich fassen könne, vielmehr mit Rückgriff auf Nietzsche die Affirmation von körperlichen Kräften zu berücksichtigen sei, die hinsichtlich der Herstellung der Relation des Subjekts zu seiner Zukunft eine gewichtige Rolle spielen. (Vgl. Lazzarato 2012: 49f.) Generell wäre jedoch gegen die Dichotomie von Kognition und Körper zu argumentieren, um neue Formen eines posthumanen Konzepts nicht gegen die Abstraktion und Differenz in Position zu bringen, indem man einfach nur wieder mehr Leben, mehr Affekte etc. einfordert.

Anstatt mit Hilfe des Kredits frei in physische oder intellektuelle Kapazitäten (forme de vie) investieren zu können, formuliert und formatiert das Kreditverhältnis, vor allem als Konsumentenkredit, tatsächlich die in die Zukunft gerichtete Subjektivierung der Massen selbst und wird genau deswegen zu einer Frage der Ethik. Unter diesem Gesichtspunkt greift der Kredit nicht nur auf die Arbeitszeit zu, sondern okkupiert zunehmend die gesamte Existenz der Lohnabhängigen bzw. deren Lebenszeit, indem er stets irgendetwas verspricht, was zugleich bedeutet, dass seitens der Schuldner permanent ganz spezifische Risiken bearbeitet werden müssen, womit es schließlich zur Pflicht wird, ununterbrochen über die eigene Zukunft zu mutmaßen, um die entsprechenden Vorsorgen hinsichtlich der Erfüllung des Kredits zu leisten. (Ebd.) Was hier ergriffen wird, ist die Zukunft selbst, oder etwas, das Lazzarato die »debt-relations’ asphyxiation of futures« nennt. Die Verschuldungsproblematik ist somit von Prekarisierung nicht zu trennen, die den sozialen Lebensentwurf als die permanente Bearbeitung des eigenen Lebens als Risiko einfordert. An dieser Stelle beinhaltet der finanzialisierte Kapitalismus hinsichtlich seiner Governance der Verschuldung/Prekarisierung eine spezifische Form der Zukunftsbearbeitung oder ein Vorkaufsrecht auf die Zukunft, jedenfalls ordnet letztendlich die Zukunftspolitik des fiktiven/spekulativen Kapitals an, welche Formen der Produktion (der Lebenszeit) und der Produkte sich da aktualisieren. Sowohl gegen Maurizio Lazzarato, der die Verschuldung als die entscheidende Figur der Subjektivierung im Rahmen einer Schulden-Ökonomie einsetzt, als auch gegen Oliver Marchart, der den Term Verschuldung durch den Panoramabegriff der Prekarisierung ersetzt, wäre einzuwenden, dass die Identifizierung einer derart dominanten Form der Subjektivierung den Opportunismus des Kapitals unterschätzt, seine Kapazität, gegenüber den Mentalitäten und Wünschen der Massen bis zu einem gewissen Maß indifferent zu sein. Die Prämisse, dass es ein dominantes Paradigma der Subjektivierung im gegenwärtigen Kapitalismus gibt, ignoriert nicht nur die klassenspezifischen Variationen der Subjektivierung im Rahmen der Schuldenökonomie, sondern vernachlässigt auch, dass die spezifische Form des non-politischen und indirekten Zwangs, durch den sich das Kapital auszeichnet, gerade deswegen so wirkungsmächtig ist, weil das Kapital oft ohne eine spezifische kapitalische Mentalität oder Subjektivität prozessiert. Soziale Subjektivierung operiert auf der molaren Ebene  der Kontrolle des Subjekts über die Mechanismen des Gedächtnisses, Bewusstseins und der Repräsentationen, während die »maschinische Unterwerfung« (Deleuze/Guattari) einen molekularen, präindividuellen und infrapersonellen Zugriff auf das Dividuum herstellt, der weder das reflexive Bewusstsein noch seine seine Repräsentationen durchquert. Und gerade die Form der Zukunftsbearbeitung qua Verschuldung und/oder Prekarisierung  scheint heute zu einer allgemeinen Ermüdung der Massen zu führen. Erstmals in der Geschichte werden wir anscheinend mit einer Zukunft der Ermüdung oder der Erschöpfung konfrontiert: Ermüdung der Ideen und der natürlichen Ressourcen, der produktiven Unternehmungen und der mentalen und körperlichen Ressourcen. Dabei schwindet die Idee einer progressiven Zukunft ausgerechnet mit der permanenten Justierung der kapitalistischen Parameter der Zukunftsbearbeitung.

Wenn Lazzarato schreibt, dass die soziale, asymmetrische Relation zwischen Gläubiger und Schuldner den Kern der modernen westlichen Gesellschaft bilde, weil es heute bezüglich der Verschuldung keinen Unterschied mehr mache, zwischen Arbeiter und Arbeitslosem, Produzenten und Konsumenten, Rentner und Sozialhilfeempfänger etc. zu unterscheiden, denn schließlich nähmen diese Gruppen ja alle die Position eines (universellen) Schuldners ein, der schuldig und damit zugleich auch voll verantwortlich gegenüber dem Kapitalverhältnis zeichne, dann thematisiert er hier vor allem das Dispositiv derjenigen Verschuldung, die im Modus des Konsumentenkredits stattfindet: Eine Matrix der gouvernementalen Regierbarkeit und der Regulierung, die stets besondere Subjektivierungsprozesse einschließt, um schließlich ganz spezifisch konditionierte Subjekte hervorzubringen, die mittels des Konsumentenkredits ihr finanzielles Dasein mehr oder weniger gut bestreiten können, oder wenn man es abstrakter formulieren will, die stets darauf bedacht sind, mittels der Kreditierung ihr Selbst (Lazzarato zitiert hier Nietzsche: »Arbeit am Selbst, Tortur am Selbst«, womit selbst das Begehren Teil der ökonomischen Infrastruktur wird, ebd.: 56f.) aktiv als eine Ressource zu gestalten, zu modulieren und auch auszubeuten.4 Man sollte daher annehmen, dass die heutigen Kontrolldispositive weitaus subtiler und differenzierter als mit dem bloßen Einsatz von disziplinierenden Regierungstechniken und/oder moralischen und pseudoreligiösen Diskursen operieren, welche die Schuld und die Verantwortung des Individuums ins Zentrum ihrer Beobachtungen rücken, vielmehr bewegen sich die Dispositive mit ihren Mathemen der Macht auf die ökonomisch-rationale Steuerung des Dividuums/Individuums zu, und dies als phantasievolles Wechselspiel zwischen Fremdbestimmung und auto-operativer Krümmung auf sich selbst (Vgl. Sloterdijk 2009: 589) Dabei oszilliert das Dividuum/Individuum vor allem zwischen zwei Formen der Integration: a) der Regulation und Steuerung der Informations-, Migrations- und Arbeitsströme mittels der Schaffung von Eintrittsschranken für die jeweiligen Distributionswerke und b) der zwangsweisen Integration in einen Geldkreiskreislauf, dem die Ohnmacht der Kaufkraft eigen ist.

Der Konsumentenkredit – ganz im Gegensatz zum Kreditgeschäft zwischen kapitalistischen Akteuren, das keine Umverteilung des vorhandenen abstrakten Reichtums, sondern ein Modus des Zugriffs auf künftigen abstrakten Reichtum impliziert – beinhaltet das ideelle Versprechen auf Wohlstand, er artikuliert die monetär angeheizte und angereizte Hoffnung, mit der irgendwann die Gewissheit sich realisieren soll, dass man Zeit frei gestalten kann, womit der Konsumentenkredit neben seinen gewährten Freuden gerade den unendlichen Aufschub dieser Erfüllung impliziert, während gleichzeitig Zeit radikal gebunden, dem Schuldner Zeit regelrecht gestohlen wird. Und die Geschichte der ökonomisierten Schizophrenie ist nicht allzu schwer zu verstehen oder fortzuschreiben, wenn bspw. Angestellte heutzutage als Lohnabhängige und zugleich als Unternehmer/Aktionäre fungieren. Diese Form der Schizophrenie generiert, indem sie permanent das Ego schneidet, das Problem der Mobilisierung und der Motivation im Modus einer produktiven Biopolitik, denn das ausgezeichnete »Humankapital« ist ja nicht etwas, was einfach schon da ist, sondern etwas, das als Kapital-Kompetenz ständig konstruiert, gebaut und gepflegt werden muss. In gewisser Weise lässt sich hier eine Transformation von einer passiven hin zu einer aktiven Subjektivierung feststellen, die aber in die kapitalistische Logik mit ihren postmodernen Operatoren eingeschrieben bleibt. Mit der wundersamen Umgestaltung der Lohnabhängigen in zwei Sorten von Aktanten bindet man sie einerseits in den Betrieben vor allem aufgrund der Shareholder-Value-Dominanz als kleine Aktionäre stärker denn je in die externen und internen Produktionsprozesse mit ein, um sie andererseits als Lohnempfänger und damit zugleich als Kreditsuchende oder Sparer anzurufen und diesbezüglich eine zweites Mal zu motivieren. Man saugt mit diesem doppelzüngigen Mechanismus Einkommen, Löhne und Ersparnisse in großen Dimensionen in die Prozesse der Finanzialisierung ein, auch indem man die Lohnabhängigen mithilfe solcher Faktoren wie Betriebsrenten, Versicherungen und Pensionsfonds in kleine Finanzinvestoren transformiert. Schon in den neoliberalistischen Theorien der Chicago Schule erscheinen die Lohnabhängigen nicht mehr als abhängig Beschäftigte eines Unternehmens, sondern transformieren sich andauernd zu »menschlichem Kapital« (mit den Faktoren körperlich-genetische Manifestation, Gesamtheit der erlernten Fähigkeiten bzw. Resultate der eigenen »Investitionen« qua Erziehung, Ernährung und Bildung) bzw. zu autonomen Unternehmern, die ganz eigenverantwortlich ihre jeweiligen Investitionsentscheidungen treffen, um den optimalen subjektiven Nutzen zu erzielen, der in Geldwert ausgedrückt ist. Man modifiziert in der Geschichte des Neoliberalismus vor allem auch die Angehörigen des Prekariats zu Unternehmen ihrer selbst. Und es ist kaum verwunderlich, dass diese Art der Verallgemeinerung der Unternehmensform zu einem sozialen Modell gerinnt, innerhalb dessen die Akteure an den Arbeitsmärkten aber gerade nicht in erster Linie als Produzenten von Waren und Dienstleistungen fungieren, sondern als Konsumenten (die als verkörperte Nachfrage nach Arbeit gelten und eben nicht als verkörpertes Angebot) auf die soziale Bühne treten, wo sie zu Kunden von Agenturen mutieren, zu Käufern von Arbeit, die sich über einen Kaufakt zeitlich befristet aktualisiert. (Vgl. Treusch-Dieter 2003) Und selbst wenn die Arbeitskraft noch verausgabt wird, ist sie am Konsumenten gestrichen, weil er sich nicht mehr über einen Produktions-, sondern eben über einen Kaufakt definiert. Darauf, dass dieser Kaufakt durch die ihm vorausgesetzte Nachfrage nach Arbeit auch eintreten wird, kann sich die »Moderne Dienstleistung« weniger im Hinblick auf die fehlende Arbeit, sondern im Hinsicht auf den permanenten Beratungs-, Trainings- und Weiterbildungsbedarf »am Arbeitsmarkt« verlassen, da der Konsument von Arbeit auf diesen Wissenserwerb zur Erhaltung und zur Erweiterung seines Informationswerts angewiesen bleibt. Indem Individuen Arbeit kaufen, werden sie u. U. zu Unternehmern ihrer selbst, und dies gereicht wiederum dem Kapitalbegriff des Neoliberalismus zur Ehre, der alles zu Kapital mutieren lässt, was Einkommen generiert, sei es nun Profit, Zins, Rente oder die verschiedenen Einkommensarten von Lohnabhängigen. Allerdings ist damit noch längst nicht der Arbeitskraftunternehmer als prekäres und verschuldetes Subjekt unter die Lupe genommen, wie es sich heute tatsächlich darstellt, wobei es sich sogar hinsichtlich der Organisation von Minijobs und dem Empfang von Sozialleistungen als unternehmerisches Subjekt zu verhalten hat, bezüglich der Investitionen in die individuellen Versicherungen, der Organisation der Ausbildung, der Konsumentenkredite oder sonstiger Darlehen, sodass verschuldete Subjekte mit ihren Funktionen des prekären Angestellten-Daseins, des Sozialhilfeempfangs, des Konsumenten von Arbeit und des Arbeitskraftunternehmers tendenziell zusammenfallen. Demzufolge arbeitet die Finanzökonomie sich weiterhin an dem Paradox ab, dass ausgerechnet diejenigen, deren Löhne auf allen Ebenen beschnitten werden, gleichzeitig die kaufkräftigsten Konsumenten sein sollen, was natürlich nur mit der Vergabe von Krediten zu »lösen« ist. Lazzarato fasst zusammen: »Der Finanzsektor ist eine Kriegsmaschine der Privatisierung, die die sozialen Rechte in Kredite verwandelt, in individuelle Versicherungen und Renten (Aktien) und also in individuellen Besitz.« (Lazzarato 2012: 100)

Die Abnehmer von Konsumentenkrediten verschulden sich heute vielleicht im Durchschnitt für die nächsten zwanzig Jahre, wenn nicht für ihr ganzes Leben, sie generieren Schulden für den Erwerb eines Eigenheims oder Automobils, zur Finanzierung des Studiums oder der Krankenversicherung etc., was einerseits zeigt, dass man ehemals staatlich abgesicherte soziale Rechte heute als Schulden privatisiert (anstatt des Rechts auf Wohnraum erhält man einen Immobilienkredit, anstatt des Rechts auf Bildung muss man das Studium mit Krediten finanzieren und so weiter), andererseits generiert der Schuldner mit dem Bezug des Konsumentenkredits womöglich selbst ein kleines Kreditgeschäft, falls denn der Konsumentenkredit bzw. die damit konsumierten Waren selbst wieder als Sicherheiten für neue Konsumentenkredite taugen. Die Transformation der sozialen Rechte in Schulden, die Privatisierung von Vorsorgeversicherungen, die Mutation der Sozialausgaben zur Quelle von Profiten – all dies deutet auf das Primat von Vermögensrechten hin, mit Finanztiteln gleichgesetzten Rechten. Wie Lapavitsas argumentiert, sind heute die Banken generell daran interessiert (und dies in Abhängigkeit von konjunkturellen Zyklen) Lohnabhängige als neue Kreditnehmer zu gewinnen, denn der Kredit gibt den Banken eine Forderung gegenüber zukünftigen Lohnzahlungen, und dies hat wiederum den Effekt, dass tendenziell sich die Ausbeutungsrate (und Inflationsrate) erhöht, solange die Arbeiter nicht in der Lage sind, gegenüber den Kapitalisten in Verhandlungen oder Kämpfen höhere Reallöhne durchzusetzen. (Vgl. Lapavitsas 2009)

Es scheint offensichtlich, dass für universelle Gläubiger wie Banken die sog. fungierenden Unternehmen die idealen Schuldner darstellen, weil diese Zinsen und Tilgung der aufgenommenen Kredite aus den in der »Realwirtschaft« realisierten Profiten und Abschreibungserlösen bedienen können. Seit den 1970er Jahren wuchs die finanzielle Akkumulation wesentlich dynamischer als die industrielle Akkumulation, sodass vor allem die Geldvermögen der Gläubiger wie auch die Schuldensummen der Schuldner hyper-exponentiell anstiegen. Folgerichtig wurde ab einem bestimmten Zeitpunkt seitens der Hedgefonds, Banken und Geldvermögensbesitzer hinsichtlich ihrer vagabundierenden Vermögen nach immer weiteren Schuldnern (neben dem Staat) geradezu gefahndet. Das erscheint in zweierlei Hinsicht nicht weiter verwunderlich, denn die differenzielle Akkumulation von monetärem Kapital kann nur dann funktionieren, wenn die Geldvermögen sich vermehren und zugleich für monetäre Nachfrage nach Waren, Dienstleistungen (und Wertpapieren) »gesorgt« wird. Dies gelingt sehr effektiv mit der Konstruktion des Konsumentenkredits, denn hier schlägt man tatsächlich zwei Fliegen mit einer Klappe: Einerseits funktioniert der Konsumentenkredit als zinstragendes Kapital (für den Gläubiger) und andererseits als effektive Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen. Da freilich im Postfordismus die effektive Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen längst nicht mehr allein aus Löhnen und Gehältern bestritten werden kann, weil die Reallöhne, die ja als Kosten in die betriebswirtschaftlichen Bilanzen eingehen, seit mehr als zwei Jahrzehnten stagnieren und auch das staatliche deficit spending den Rückgang der effektiven Nachfrage nicht mehr zu kompensieren vermag, muss zwangsläufig die private Verschuldung bzw. der Konsumentenkredit der Lohnabhängigen immer stärker ins Spiel kommen. Und das Dispositiv der Verschuldung in der Form des Konsumentenkredits, das in den letzten Jahrzehnten wesentlich größere Verbreitung in den USA als bspw. in Deutschland gefunden hat, verlangt geradezu nach gouvernementalen, biopolitischen Regierungstechniken im Rahmen einer machtpolitischen Maschinerie der Finanzialisierung, die die sozialen Rechte andauernd in Kredit verwandelt. Anstatt eine Gehaltserhöhung bekommt man einen Kredit, anstatt des Rechts auf Ruhestand bekommt man eine individuelle Lebensversicherung, anstatt des Rechts auf Unterkunft bekommt man eine Hypothek usw.. Schlussendlich ersetzt die z. T. staatlich subventionierte Verschuldung der Lohnabhängigen den sozialen Wohnungsbau und rein aus Löhnen bezahlbaren Mietwohnungen, gleichzeitig werden herrschende Konsumnormen wie die Fixierung auf das Wohnungseigentum oder der Besitz eines Autos zementiert, wobei es vor allem der sog. Mittelstand ist – ökonomisch nach oben, kulturell nach unten orientiert –, der ständig Instrumente, Waren und Zeichen benötigt, um seine Verluste an Wert, an Selbstsicherheit, an Lebensstil und Lebensweisen zu kompensieren. Und somit moduliert die private Verschuldung infolge der seit Jahrzehnten stattfindenden Stagnation der Reallöhne oder des sich vollziehenden Lohnabbaus ein sublimes biopolitisches Zwangsverhältnis, innerhalb dessen die Lohnabhängigen versuchen, die Ausgaben für die Wohnung oder das eigene Haus und Auto, Krankenhausaufenthalte oder das Studium der Kinder zu decken. Und man erkennt hinsichtlich der Ausweitung und Explosion des Konsumentenkredits in den USA bis hin zur Subprime-Krise eine sprialförmige Entwicklung, die sich folgendermaßen darstellen lässt: Zuerst erfolgt die Vergabe von Kreditsummen, wobei Tilgung und Zins noch aus den laufenden Einnahmen bedient werden, worauf Kreditvergaben folgen, bei denen der Schuldner aus laufenden Einnahmen nur noch die Zinsen zu zahlen vermag, und schließlich haben wir es mit dem ultraspekulativen Ponzi-Modus zu tun, indem man Konsumentenkredite auch an diejenigen vergibt, die nicht einmal in der Lage sind, aus ihren laufenden Einnahmen die Zinsen zu bedienen, was, wie man bei der Subprime-Krise in der USA im Jahr 2007f leicht feststellen konnte, nur solange funktioniert, wie die Preise der mit Krediten angeschafften Waren (bspw. Häuser) steigen. Die Ausgabe von Subprimekrediten für Immobilien (die üblichen »prime«-Bedingungen fallen aus) erfolgte in den Jahren vor der Krise unter der beständigen Relativierung der Bonität des Schuldners (nach unten), der nun so gut wie kein Eigenkapital für die Aufnahme eines Hypothenkredits mehr benötigte. Gleichzeitig konnten in den USA auf gesetzlicher Grundlage ab einem gewissen Zeitpunkt die ausgegebenen Kreditsummen den Wert der Immobilie bis zu 20  % übersteigen, so dass die Schuldner über den Kauf eines Hauses hinaus insgesamt ihr Konsumpotenzial erhöhten. Aufgrund der Wirkungsweise des spekulativen Modus wurden jedoch mit der Zeit immer mehr Subprime Kredite nicht mehr bedient, sodass es automatisch zu höheren Zinsen kam und damit die Ausfallbewegungen erst richtig in Gang gesetzt wurden. Dabei ist davon auszugehen, dass die Sicherung der Kredite aufgrund des amerikanischen Haftungsrechts von vornherein unzureichend war, denn die Kreditnehmer haften nämlich nur mit der Immobilie, nicht aber mit weiteren Vermögenswerten oder mit ihrem Einkommen. So wurde es erst möglich, sich Kreditverpflichtungen durch bloßen Auszug aus dem Haus zu entledigen, sodass es zwangsläufig zu einem Überangebot an Häusern auf dem Immobilienmarkt kam und die Preise für Häuser fielen. Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass US-Banken auf diese unsicheren Kreditierungen im eigenen Land wiederum CDS-Versicherungen im Ausland abschlossen, womit das mit diesen Krediten korrelierende Risiko einfach ins Ausland exportiert wurde. Empirisch ließ sich also in den USA nach dem New Economy Boom eine negative Sparquote bei den privaten Haushalten feststellen, die Resultat dessen war, dass der private Konsum zunehmend über Verschuldung finanziert wurde. Dennoch bleibt die Transformation von sozialen Rechten in Schulden äußerst zwiespältig, weil der postfordistische Biokapitalismus einerseits die Verarmung auf einem neuen Niveau etabliert – er blockiert seit Jahren die Löhne und Gehälter und reduziert die sozialen Dienste –, andererseits aber die durchaus prekäre Illusion produziert, dass man durch die Aufnahme von Konsumentenkrediten in Zukunft Wohlstand und Reichtum erlangen könne. Gleichzeitig hat sich die Inflation, die bisher an die Preisbewegungen der gewöhnlichen Waren und Dienstleistungen gebunden war, heute in einen sehr spezifischen schuldengetriebenen Modus der Selbstfinanzierung von Vermögen transformiert. Dabei hat die Multiplikation des Kredits, durch dessen Aufnahme jedes Individuum angeblich die Möglichkeit zur Wohlstandssteigerung besitzen soll, vorläufig einen Grenzwert erreicht.

Paulo Dos Santos (Dos Santos: 2009) hat gezeigt, dass die Strategien der Großbanken hinsichtlich der Vergabe von Krediten in den letzten Jahren zunehmend stärker auch auf private Haushalte ausgerichtet wurden, sodass mit dieser Art der privaten Verschuldung eine sekundäre Ausbeutung in Gang gesetzt werden konnte, weil die wachsende Verschuldung der Lohnabhängigen natürlich auch zu wachsenden Lohnabzügen führt.5 Die erweiterte Reproduktion der Konsumentenverschuldung beinhaltete vor allem in den USA folgendes: Wenn der Konsument mit geliehenem Geld etwas kaufte, bekam er aufgrund der Tatsache, dass die Banken die gekauften Waren als Sicherheiten akzeptierten, neues Geld, um weitere Waren zu kaufen. Und dadurch verwandelten sich die ausgegebenen Konsumentenkredite wundersam in Sicherheiten und damit in weitere Konsumentenkredite, insofern die Kreditgeber tatsächlich davon ausgingen, dass bspw. die monströs ausgegebenen Hypothekenkredite zu immer weiter steigenden Immobilienpreisen führen und damit die künftige Kreditfähigkeit der Kreditnehmer inkludieren würden – und selbst per Kreditkarte bezahlte Waren konnten als Sicherheit für einen neuen Kredit dienen, und je mehr Kredit der Konsument aufnahm, desto mehr Kredit sollte er auch in Zukunft erhalten, möglicherweise bis zum Minsky-Moment (genannt nach dem neokeynesianischen Ökonomen Hyman Minsky, siehe dazu Minsky 2011), der sich dadurch auszeichnet, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt aus den laufenden Einkommen noch nicht einmal mehr die Zinsen bezahlt werden können, was für die Bank nur dann akzeptabel ist, wenn die Preise für die Waren, die als Sicherheit dienen, weiter ansteigen, wie dies eben für Häuser angenommen wurde. Stand zu Beginn des neuen Jahrtausends der Immobilienboom in den USA noch ganz im Schatten des Booms der Aktienkurse, so setzte sich nach dem Platzen der New-Economy-Blase der Anstieg der Immobilienpreise in dramatischer Weise weiterhin fort. Und das hatte rein gar nichts mit den Baukosten zu tun, auch die Mietpreise blieben hinter dem massiven Anstieg der Immobilienpreise zurück, eher schon spielten neben dem dargestellten immanenten Mechanismus der Verschuldung die Erleichterungen zum Erwerb von Immobilienkrediten seitens der US- Regierung und der FED eine initiierende Rolle für die rasante Entwicklung des Subprime-Hypothekenmarktes, der im Übrigen oftmals der einzige Weg war, über den arme US-Bürger einen festen Wohnsitz erhalten konnten. Auch im letzten Boom blieb allerdings das Heim vieler US-Amerikaner nur der Wohnwagen. Es war die besessene Suche nach neuen Anlagemöglichkeiten für verleihbares Geldkapital und die damit in Verbindung stehende Neuregulierung des Finanzsektors durch den Staat, die die Verschuldungsspiralen forcierten, indem sie sie potenzierten, solange es den Banken zudem möglich war, die Schulden in kleine Einheiten zu stückeln und qua Verbriefung zu rekombinieren, bis die Schulden scheinbar im Niemandsland verschwunden waren, aber dies hatte doch einen ganz entscheidenden Nachteil: Die Schulden existierten in einem Paralleluniversum, dem Raum der Gläubiger, durchaus weiter. Das gesamte Verschuldungsprozedere war auch deshalb möglich geworden, weil die Banken sublime Technologien bzw. formalisierte Modelle entwickelten und auch einsetzten, um die Kreditnehmer nach ihrem sog. Default-Potenzial bzw. ihrer Insolvenzfähigkeit zu kategorisieren, zugleich bei der Vergabe von Kreditkarten ein Verfahren der Inklusion in Gang zu setzen, das die Unterteilung der Kreditnehmer in hierarchisch angeordnete Gruppen beinhaltete, um auf Basis dieser Verteilungsmuster die entsprechenden Zinssätze festzulegen. Dabei wurde nach Kreditnehmern der niedrigsten Kategorie, die höchstwahrscheinlich niemals pünktlich zahlen würden und denen man gerade deshalb höhere Zinsen abverlangen konnte, geradezu gefahndet, wobei im Insolvenzfall zumindest mit der zukünftigen Steigerung des Preises der Immobilie, auf die der Kreditnehmer eine Hypothek aufgenommen hatte, gerechnet wurde. Allerdings zeichnete sich schon zu Beginn des Jahres 2006 ab, dass der Anstieg der Immobilienpreise sich so nicht mehr fortsetzen würde, gleichzeitig hatte die Belastung der privaten Haushalte durch den Schuldendienst immer weiter zugenommen und damit die Fähigkeit zur Bedienung neuer Kredite abgenommen. Die Leerstände von Häusern nahmen folgerichtig zu wie auch die Verschuldung nicht zurückging.


1 zitiert n. Lemke,T. 2013.

2 Vgl. Sloterdijk 2009: 133ff. Das Resultat einer Säkularisierung des religiösen Glaubens (an die unsichtbare Welt und ihre Kräfte) hat Gabriel Tarde folgendermaßen beschrieben: »Das Wirkliche ist nur als ein Fall des Möglichen begreifbar« und »das Aktuelle bildet nur einen infinitesimalen Teil des Wirklichen.« Das Wirkliche ist also niemals zu 100 % aktualisiert, während sich die ökonomische Handlung im Wirklichen immer auch auf »auf Möglichkeiten bezieht.« Allerdings muss dieser praktische Positivismus, dem die Akteure da anhängen, nicht unbedingt bis zum Problematischen und seinen virtuellen Potenzialen vordringen, vielmehr scheint darin gerade der Opportunismus des heutigen Individuums zu hausen, das ganz bewusst das Spiel mit den Optionen betreibt, um narzisstisch motiviert für sich selbst das optimale Resultat zu erzielen.

3»Das Verhältnis Gläubiger-Schuldner bringt die Aktivität der Kultur in ihrem Zucht- und Gestaltungsprozess zur Darstellung,« zitiert Deleuze Nietzsche in seinem Buch Nietzsche und die Philosophie (Deleuze 1985: 147), und spielt damit auf das nach Nietzsche »älteste« Machtverhältnis an, das in Gegenüberstellung messender Personen rein dazu dient, das »Raubtier Mensch« zu zähmen, und dies qua Sprach- und Gewalttechniken, die das Versprechen auf Zahlungen als einen andauernden Akt der Performanz strukturieren. Nietzsche zielt hier allerdings nicht in erster Linie auf die Darstellung der ökonomischen Relation der Verschuldung ab, darauf, dass der Kredit ein Versprechen auf Zahlung oder zukünftige Verwertung inhäriert, womit so etwas wie Erinnerung und Subjektivität als berechenbare Rechnung (des Selbst) etabliert wird, sondern bringt eher (moralische) Techniken der Subjektivierung ins Spiel, die historisch genau dann auftreten, wenn sich unter der Vorherrschaft religiöser und moralischer Deutungsmuster Prozesse der Internalisierung von Schuld vollziehen. Lazzarato führt an dieser Stelle Nietzsches Genealogie der Moral an, in der die Gewichtung auf Schuld (nicht auf Schulden) gelegt wird, wobei es für Nietzsche evident ist, dass Schuld eine moralische und religiöse Dimension besitzt sowie sozial-ökonomisch verpflichtende Relationen umfasst, bevor die kapitalistisch-ökonomische Dimension der Verschuldung historisch überhaupt etabliert worden ist.

4Wir sind gefangen – wie Deleuze und Guattari im Anti-Ödipus schreiben – gefangen in Schulden: Wir werden mit Schulden im Kapitalismus niemals fertig – vor allem dann nicht, wenn das Kapital als Universal-Gläubiger auftritt. Deleuze/Guattari nehmen dabei eine historische Vorgängigkeit von Vereinahmungs- und Steuerapparaten sowie asymmetrischen Gläubiger-Schuldner-Relationen gegenüber den ökonomischen und symbolischen Formen des Tauschs an.

5) Im Jahr 2001 mussten verschuldete Hauseigentümer in den USA durchschnittlich 13,9 % ihres Einkommens für den Schuldendienst aufwenden, 2007 waren es schon 15,6 %. Der Anteil der verschuldeten Hauseigentümer, die 40 % oder mehr ihres Einkommens für den Schuldendienst aufwenden mussten, stieg von 14,7 % im Jahr 2001 auf 18 % im Jahr 2007.

Foto: Sylvia John

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